Kolumne

Kloster Ebrach – Gefangen hinter Klostermauern

Von: Ingrid Neufeld

Der Steigerwald mit seinen ausgedehnten Buchenwäldern ist ein ganz besonderes Naturkleinod. Ein Besucher, der eben noch die mächtigen Bäume bestaunt hat,  mag überrascht sein,  wenn er plötzlich aus den Wäldern herauskommt und sich in der Ebene vor ihm der Markt Ebrach mit seiner großzügigen Klosteranlage präsentiert.

Das Kloster Ebrach im gleichnamigen oberfränkischen Markt – Foto: Berthold Werner

Der Markt Ebrach zählt nur rund 1.900 Einwohner, doch zieht er mit seiner besonderen Lage und dem imposanten Klosterbau Fremde an, für die neben Ferienwohnungen immerhin sogar ein Campingplatz bereit steht.

Das Kloster Ebrach wurde im Jahr 1127 von den Zisterziensermönchen Berno und Richwin von Eberau gegründet. Es war eines der ersten rechtsrheinischen Zisterzienserklöster.

Doch erst 20 Jahre später kamen zwölf weitere Mönche vom Mutterkloster Morimond nach Ebrach. Mit dem Bau der Abteikirche wurde 1200 begonnen und drei Grundsteine gelegt, die die  Heilige Dreifaltigkeit symbolisierten. Die Weihe vollzog der Überlieferung nach der Würzburger Bischof von Sterberg im Jahr 1285. Mit dieser Basilika besitzt der Markt Ebrach eines der schönsten frühgotischen Baudenkmäler in Bayern.  Der Grundriss ist einem Kreuz nachempfunden. Darüber wölbt sich die Basilika mit drei Kirchenschiffen und einem Querhaus. Die Fensterrosette an der Westseite ist dem Rosenfenster der Kathedrale in Notre Dame nachgebildet. Erwähnenswert ist außerdem die Rokokoorgel  von J. Jh. Seuffert von 1743, mit Schnitzereien von A. Gutmann.

Der obere Abteigarten mit Klosterkirche – Foto: Settembrini

Das Treppenhaus  im Klostergebäude wurde von Balthasar Neumann entworfen. Vorbild dafür ist das prächtige Treppenhaus in Schloss Weissenstein in Pommersfelden.

Der Klosterbetrieb bestand bis 1803. Er wurde infolge der Säkularisation aufgelöst. Seit 1851 leben die Insassen des Klosters trotzdem möglicherweise ähnlich wie die früheren Mönche, denn es handelt sich um Strafgefangene. Das Klostergebäude ist heute eine Justizvollzugsanstalt.

Selbstverständlich kann die prächtige Anlage auch besichtigt werden.  So bietet die Verwaltungsgemeinschaft Ebrach (09553/92200) Führungen an,  und zwar  Klosterkirche, das Treppenhaus, den Kaisersaal sowie das Museum zur Geschichte Ebrachs. Die Führung kostet 5,00 €/Pers. und dauert ca. 1,5-2 Std.

Anmerkung der Redaktion

Anstatt wie bisher um 10:30 Uhr und um 14:30 Uhr, wird es künftig nur noch eine Führung um 14:00 Uhr geben.

Der Altarraum mit Hochaltar in der Klosterkirche – Foto: Berthold Werner

Doch auch das Kath. Pfarramt, (09553/266), bietet Kirchenführungen für 2,50 €/Pers. an. Besichtigungen sind von Mitte April bis Ende Oktober von 10.00-12.00 Uhr u. von 14.00-18.00 Uhr möglich.

Die JVA Ebrach, (09553/17-150), bietet täglich um 10.30 Uhr und um 14.30 Uhr eine Führung durch Treppenhaus und Kaisersaal für 1,50 €/Pers. an. Diese Führungen finden von April bis einschl. Oktober statt. Für Gruppen ab 20 Pers.werden darüber hinaus nach vorheriger Anmeldung ganzjährig Führungen täglich von 09.00 – 11.00 Uhr sowie Samstag mit Donnerstag von 14.00 – 15.30 Uhr angeboten.

Auch das Museum der Geschichte Ebrachs hat für Besucher geöffnet, und zwar von April bis Oktober täglich von 14.00-16.00 Uhr. Der Eintritt kostet 2,00 €/Person. Führungen sind ab 10 Personen gibt es beim Verkehrsamt der Verwaltungsgemeinschaft Ebrach (09553/92200). Kosten: 2,00 €/Pers.

Kommentar hinterlassen