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Kolumne

Kloster Andechs – Bayerns heiliger Berg

Von: Michael Neißendorfer

Religiöse Tradition verpflichtet. Also wird nach Kloster Andechs gepilgert – und nicht mit dem Auto gefahren. Der ‘Pilgerweg’ von der Herrschinger S-Bahnstation ist eh nur etwa vier Kilometer lang, und die Brotzeit sowie das Bier im Biergarten schmecken nach einem kleinen Fußmarsch gleich noch viel besser. Für alle ‘Unheiligen’ gibt es am Fuße des heiligen Berges aber auch einen großen Parkplatz. Von dort aus müssen nur noch die letzten Meter per pedes apostolorum zurückgelegt werden.

Älteste Wallfahrt Bayerns

Das Kloster Andechs ist Anziehungsmagnet für Wallfahrer – Foto: Patrick Huebgen

Die Andechser Wallfahrt geht zurück bis Anfang des 12. Jahrhunderts. Diese Tradition ist bis heute lebendig, Jahr für Jahr kommen mehr als 30.000 organisierte Pilger nach Andechs. Die Zahl der ‘Sonntagspilger’ dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Denn es lockt nicht nur eine wunderschöne, kleine, von Johann Baptist Zimmermann ausgestattete Rokokokirche, sondern ein lauschiger Biergarten und ein Restaurantbereich mit Sonnenterrasse.

Das Andechser Bier, für Kenner eines der besten überhaupt, trägt sein Übriges zur Bekanntheit des Wirtschaftsguts Kloster Andechs bei. Auch die feinen Schnäpse aus der Klosterbrennerei können sich sehen lassen. Im Klosterladen kann man sich mit beiden Erzeugnissen ausreichend eindecken. Brauerei sowie Brennerei kann man auch im Rahmen einer Führung besichtigen.

König Ludwig I. und das Kloster Andechs

Andechs wurde wie viele andere Klöster auch 1803 säkularisiert. König Ludwig I. ist es zu verdanken, dass das Kloster Andechs in seiner heutigen Form existiert. Er erwarb die Klostergebäude 1846 als Wirtschaftsgut, um die von ihm geplante und gegründete Abtei St- Bonifaz in München, in der er auch begraben liebt, unterhalten zu können. Weder St. Bonifaz noch Kloster Andechs erhalten Mittel aus der Kirchensteuer. Dem sonntäglichen Andrang nach haben es die beiden aber auch nicht nötig.

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