Kolumne

Kennen Sie den Fürther „Heilquellenweg“?

Von: Eranie Funderburk

foto-eranie-2In Bayern sind neben Bad Füssing, Bad Gögging und Bad Tölz viele weitere Städte für ihre Heilquellen bekannt. Es gibt aber auch Orte, die durchaus mit diesen Städten mithalten können, deren Heilquellen nur leider etwas in Vergessenheit geraten sind. Eine dieser Städte ist das mittelfränkische Fürth.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte jede Stadt und jede Gemeinde ausgesorgt, wenn sie im Besitz von Rohstoffvorkommen war. Aus diesem Grund wurde jede Möglichkeit genutzt Kohle oder Edelmetalle zu finden.

Die Espanquelle sprudelt heute noch - Foto: Holger Schossig

Die Espanquelle sprudelt heute noch – Foto: Holger Schossig

Auch die Stadt Fürth hatte großes Interesse daran, diese Kostbarkeiten zu finden. 1901 wurde deshalb das erste Mal eine Tiefbohrung in Fürth vorgenommen. 1453 Meter erreichte man nach insgesamt acht Bohrungen. Man wollte Steinkohle finden. Doch leider waren diese Bemühungen umsonst. Stattdessen wurde eine andere Kostbarkeit gefunden: Mineralwasser. Die Quelle wurde auf den Namen „König-Ludwig-Quelle I“ getauft. Im Jahre 1912 erhielt sie die staatliche Anerkennung als Heilquelle. Krankheiten wie Verdauungsstörungen, Leberkrankheiten, Fettsucht, Gicht, Diabetes und Frauenleiden wurden hier behandelt. Diese Quelle befindet sich noch heute auf dem Gelände des Technologieparks Uferstadt. Nahe der Siebenbogenbrücke an der Rednitz fand man die „Strengspark-Quelle“. 1959 wurde sie wieder zugeschüttet. Auch am Kavierlein wurde eine Quelle gefunden, diese existiert heute leider nicht mehr. Ebenfalls im Jahre 1901 wurde die „Gustav-Adolf-Quelle“ entdeckt. Sie wird auch „Gaggerlasquelle“ genannt (aufgrund des Geruches nach faulen Eiern, der vom Schwefel herrührt – Gaggerla ist fränkisch und heißt „Ei“) und befindet sich direkt an der Rednitz bei Weikershof. Das dort gefundene Wasser ist extrem schwefelhaltig.

Die „Bavaria Quelle“ wurde 1914 bei einer 334 Meter tiefen Bohrung gefunden. Als „Dosana-Sprudel“ wurde das Mineralwasser im Handel vertrieben. Im gleichen Jahr fand man bei einer zweiten Bohrung die „König Ludwig Quelle II“. Hier bohrte man bis zu 365 Meter tief. Während des 1. Weltkrieges geriet die Entdeckung der Heilquellen in Fürth völlig in Vergessenheit und erst 1935 strengte man neue Tiefbohrungen an. Nördlich der Pegnitz fand man die sogenannte „Espanquelle“. Nach dem Erreichen einer Gesamttiefe von 448,5 Metern hatte man gleich drei verschiedene Mineralwasserquellen gefunden. Es vergingen einige Jahre bis dort 1961/62 ein Trinkpavillion gebaut wurde, der noch heute exsistiert und an dem man kostenlos das Wasser abfüllen und trinken kann. Diese Anlage befindet sich direkt an der Stadtgrenze zwischen Nürnberg und Fürth auf dem Gelände der Espanwiesen. Dieser Ort ist auch als „Kleine Mainau“ bekannt. Geschmacklich ist das Wasser etwas gewöhnungsbedürftig. Die Farbe ist rostig braun und es schmeckt etwas bitter. Grund ist der Eisen- und Schwefel-Anteil im Wasser. In chemischen Untersuchungen fand man auch Anteile von Jod, Brom und weiteren Mineralstoffen.

2004 wurde wieder gebohrt. Diesmal am Scherbsgraben in Fürth. Hier fand man die „Kleeblatt-Quelle“. Das mineralstoffhaltige Wasser wird seit 2007 für die Therme des „Fürthermare“ verwendet. Der „Fürther Heilquellenweg“, der 2007 umgesetzt wurde, verbindet alle Fürther Heilquellen durch einen Rundweg. Dieser ist etwa 9 km lang und in etwa 2 Stunden zu Fuß umrundet. Sie beginnt an der „Kleinen Mainau“, führt durch Fürth und endet in Weikershof am Brunnenpavillion der „Gaggerlasquelle“.

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