Kolumne

Joseph Vilsmaier – Ein bayerischer Regisseur mit Liebe zum Detail

Von: Marlene Soff

Wenn es um das Thema Film geht, denken die meisten Menschen an große Hollywoodstars und Regisseure aus Übersee. Dabei muss man an diesem Punkt eigentlich gar nicht so weit denken, denn das Gute liegt oftmals so nah. Ein Mensch, der diese Behauptung mit seinem Lebenswerk untermauern kann, ist Joseph Vilsmaier. Der bekannte Regisseur und Kameramann aus München hat sein Leben der Filmkunst verschrieben und auf diese Weise über die Jahre Filme geschaffen, die auf der ganzen Welt bekannt und geschätzt sind. So ist es natürlich geradezu selbstverständlich, dass Vilsmaier auch schon zahlreiche Preise und Ehrungen einheimsen konnte, was seiner Art, Filme zu machen recht gab.

Ein Leben hinter der Kamera

Der Kameramann und Regisseur Joseph Vilsmaier

Geboren wurde Joseph Vilsmaier am 24. Januar 1939 in München, wo er auch größtenteils seine Kindheit verbrachte. Im Anschluss daran besuchte er in der Nähe von Augsburg ein Internat der Franziskaner. Als für ihn feststand, welche Karriere er einschlagen wollte, ging er auch gleich den richtigen Weg und machte eine filmtechnische Ausbildung bei der Firma Arnold & Richter in München. Zudem machte ihm auch das Musizieren immer sehr viel Spaß, weshalb er am Münchener Konservatorium Musik studierte. Nebenbei war er Mitglied in einer Jazzband.

Selbstverständlich setzte er auch alles daran, seine Karriere im Filmwesen voranzutreiben, weshalb er einen Job als Materialassistent bei Bavaria Film annahm. Dort konnte er sich schließlich zum Kameraassistenten hocharbeiten und wagte dann im Jahr 1978 den Sprung in die Selbstständigkeit. Eigenständiger Kameramann war er jedoch bereits seit dem Jahr 1972. Nachdem er mehrere Projekte für das Fernsehen gedreht hatte, bahnte sich schließlich langsam aber sicher sein erster großer Erfolg an. Nachdem Joseph Vilsmaier nämlich den Roman Herbstmilch von Anna Wimschneider gelesen hatte, kaufte er sofort die Filmrechte und machte sich an den Dreh. Für die Hauptrolle hatte Vilsmaier seine Ehefrau Dana Vávrová auserkoren, welche letztendlich auch für den einzigartigen Charme im Film sorgte. Der Film Herbstmilch wurde zum absoluten Kassenschlager und sorgte dafür, dass Filme aus Bayern wieder kulturell angesehen waren.

"Herbstmilch" brachte Vilsmaier den Durchbruch

Im Nachhinein betrachtet scheint es auch so, als wäre die Entscheidung, diese Filmrechte zu kaufen, die beste seines Lebens gewesen, denn alle Filme, die Vilsmaier danach drehte, wurden zu hochrangig angesehenen Werken, welche unzählige Besucher in die Kinos lockten. Dazu gehören unter anderem Stalingrad, Schlafes Bruder, Marlene, Bergkristall und die Geschichte vom Brandner Kasper. Im Jahr 2009 bekam Joseph Vilsmaier die Ehrenkamera für sein Lebenswerk, was in Anbetracht der vielen sehenswerten und bewegenden Filme unter seiner Regie auch kein Wunder ist.

Ein Leben mit vier Frauen

Wie bereits erwähnt, war Joseph Vilsmaier mit der Schauspielerin Dana Vávrová verheiratet. Sicherlich hat die einzigartige Schauspielerin viel zum Erfolg seiner Filme beigetragen, aber auch die ganz eigene Inszenierung bestimmter Inhalte zeichnen die Werke von Vilsmaier aus. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor, welche heute alle bereits erwachsen sind. Seine geliebte Frau starb im Jahr 2009, wodurch Vilsmaier nun alleine durchs Leben schreitet. Nichtsdestotrotz hat er sich mit seinem filmischen Lebenswerk ein echtes Denkmal gesetzt, woran seine verstorbene Frau sicherlich nicht unbeteiligt war.

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