Kolumne

Industriestandort Bayern – was hier richtig gemacht wird

Bayern als Vorbild Bayern als Vorbild
Bayern als Vorbild

Bayern als Vorbild

Der Freistaat Bayern weist in Deutschland die geringste Arbeitslosigkeit aller Bundesländer auf. Das Pro-Kopf-Einkommen ist höher als in den anderen Ländern und Bayern zahlt zudem mit Abstand das meiste Geld in den umstrittenen Länderfinanzausgleich ein.

Wie aber ist es ausgerechnet Bayern gelungen, so erfolgreich zu sein und warum gelingt dies anderen Bundesländern nicht in vergleichbarem Umfang?

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war Bayern das Armenhaus in einem bettelarmen Deutschland: Ein ohnedies nicht eben reicher eher agrarisch geprägter Freistaat mit zwei vollkommen zerstörten Großstädten München und Nürnberg – dazu mit der Bürde, die Aufnahme der 1946 aus dem Sudetenland Vertriebenen quasi alleine bewältigen zu müssen.

München Arbeitslosenquote


Strukturwandel:

Neben der Integration der Sudetendeutschen geriet bereits frühzeitig der erforderliche Strukturwandel ins Visier der Landesregierung: Der agrarische Sektor war alleine nicht mehr tragfähig; daher wurde viel in den Tourismus investiert.

In den großen Städten begann die Regierung, das entsprechende Investitionsklima zu schaffen, um zunächst die bereits ansässige Industrie zu stützen und später auch immer mehr High-Tech-Firmen anzulocken.

Mit durchschlagendem Erfolg: Der Slogan „Laptop und Lederhose“ hat sich als richtig erwiesen; mit seiner Mischung aus Ursprünglichkeit und Moderne ist München heute in allen Umfragen die beliebteste und lebenswerteste deutsche Großstadt. Der Industriestandort Bayern wird durch ständig neue Investitionen etwa in den Großflughafen München weiter wettbewerbsfähig gehalten und so der Vorsprung vor anderen Bundesländern mit Ausnahme Baden-Württembergs und Hessens kontinuierlich weiter ausgebaut. Bildung ist heute der Schlüssel für ein erfolgreiches Morgen: Nach diesem Leitsatz hat Bayern seit vielen Jahren ein herausragendes Schulsystem und hervorragende Universitäten, die besten Nachschub für die großen Industriekonzerne und die zahlreichen Hightech-Firmen liefern.

1939-Sudeten-Deutschland kehrt Heim

Während sich andere Bundesländer in immer neuen Schulreformen versuchen, hat Bayern konsequent auf ein zwar schweres, aber wettbewerbsfähiges Abitur gesetzt und hat daher in den nationalen Pisa-Studien stets die besten Schüler aufzuweisen.

Die Mischung macht’s:

Längst ist heute in der Industrie ein Kampf um die besten Köpfe entbrannt. Hier hat Bayern neben strukturellen Trümpfen auch einen natürlichen Vorteil:

Die herrliche Landschaft. Da Bayern früh die Bedeutung einer intakten Natur auch für den Menschen erkannt hat, – hier wurde der erste deutsche Nationalpark errichtet, – profitiert man heute davon, dass sich umworbene Spezialisten gerne hier niederlassen. Die hohe Lebensqualität im Freistaat ist ein Argument, das viele Spitzenleute davon überzeugt, sich im Freistaat anzusiedeln.

Bei allen notwendigen Investitionen in Bildung und Infrastruktur kommt in Bayern auch die Kultur nicht zu kurz, wie international renommierte Museen und ein pulsierendes Kunstleben zeigen. Das investitionsfreundliche Klima sorgt zudem dafür, dass weniger Firmen aus Bayern ins Ausland abgewandert sind als aus anderen Gegenden der Republik. Dem weiß-blauen Freistaat ist damit in eindrucksvoller Weise der Spagat zwischen Tradition und Moderne, Leistung und Lebenslust, sowie Fortschritt und Kultur gelungen. Andere Bundesländer könnten sich hiervon wohl sicher noch eine Scheibe von abschneiden.

Karl Hoeffkes – Privataufnahmen aus dem Sudetenland


Artikelbild Oben: ©panthermedia.net René Hübel

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