Kolumne

Hundefutter Test 2015

Jedes Jahr geben wir Deutschen für Hundefutter 1,7 Milliarden Euro aus. Im Gegenzug möchten Sie Ihren Vierbeiner gut versorgt wissen. Ob Nassfutter oder Trockenfutter, Barfen oder vegetarische Ernährung: Die aktuellen Trends der Hundefutterbranche tragen vielmehr zur allgemeinen Verunsicherung, als zu einem wirklich durchdringenden roten Faden bei. Stiftung Warentest hat jüngst im Februar dieses Jahres alle Nassfuttersorten einmal unter die Lupe genommen und musste in diesem Zusammenhang feststellen, dass nur jedes dritte Futter, Ihrem Hund eine optimale Nährstoffversorgung garantiert. Wir geben im Folgenden einen unmittelbaren Eindruck der Testergebnisse und sprechen eindeutige Empfehlungen für den Fressnapf Ihres Vierbeiners aus.

Hundefutter

Nassfutter oder Trockenfutter – das Beste für Ihren Hund

Werfen Sie einen Blick auf die Etiketten der Hundefutterdosen, so kommen die meisten ins Schwärmen. Die Branche weiß ganz genau, auf was der Verbraucher anspricht. Ein natürliches Layout, auffallende Farben und Grafiken sowie eine vollmundige Werbung treffen den Nagel auf den Kopf und lassen die Kassen klingeln. Doch hat die Werbung, der Aufdruck und das Design von Hundefutterdosen rein gar nichts mit deren Inhalt zu tun. Viele Vertriebe scheitern schon beim richtigen Nährstoffmix. Aus diesem Grund hat Stiftung Warentest im Februar 14 Futtersorten ein mangelhaftes Testergebnis zugewiesen.

Die korrekte Nährstoffkombination des Hundefutters

Einer der wichtigsten Inhaltsstoffe für jedes Hundefutter sind die Vitamine, die Fettsäuren, Eiweiß und Mineralstoffe. Kalzium darf in keinem Futter fehlen. Enthält das Futter zu wenig Kalzium, wirkt sich dies negativ auf die Knochenapparat Ihres Hundes aus.

Linolsäure gilt als ebenso wichtiger Nährstoff und sogleich als ungesättigte Fettsäure, die sich in einem gepflegten, glänzenden Fell bemerkbar macht.

Spurenelemente und Kupfer fördern wiederum die Blutbildung, Zähne, Haare und Gefäße. Der Glaube, je mehr Fleisch in einem Futter enthalten ist, desto hochwertiger und besser ist es für unsere Vierbeiner, ist irreführend. So muss ein gutes Hundefutter nicht unweigerlich hochwertiges Filet und Muskelfleisch enthalten. Im Gegenzug dazu liefern Abfallprodukte und Nebenprodukte, wie zum Beispiel Innereien, wichtige Nährstoffe. Der Fokus liegt nicht auf dem Fleischanteil, sondern auf der Balance der Nährstoffe.

Nassfutter

Die Testergebnisse von Stiftung Warentest

Folgende Kategorien haben zu den jeweiligen Testergebnis der letzten Überprüfung der Stiftung Warentest geführt:

  • Fütterungshinweise zu 20 %,
  • Schadstoffe zu 10 %,
  • ernährungsphysiologische Qualität zu 60 % und
  • Werbeaussagen zu 10 %.

Im Hinblick auf die Schadstoffe gilt es, sich an den geltenden EU-Richtlinien zu orientieren. Glücklicherweise waren alle Futtersorten in diesem Punkt unbedenklich.

Ursache für Lahmheit und schleichende Beschwerden

Mittlerweile sind eine Reihe verschiedener Beschwerden bei Hunden vor allen Dingen auf die Futterzusammensetzung zurückzuführen. So kann der Mangel an Kalzium und Phosphor schon einmal zur dauerhaften Ladenerscheinung führen. Nahezu jedes zweite Nassfutter scheitert an der korrekten Nährstoffkombination. Die Gewinner sind nicht immer die teuersten Futtersorten im Test. So konnte vor allen Dingen das Nassfutter Pastete mit Wild aus dem Netto Marken Discount sowie Pastete mit fünf Sorten Fleisch aus dem Hause Pedigree die Tester überzeugen. Ebenfalls sehr gute Ergebnisse erhielten der Schlemmertopf mit Rind aus dem Hause Rossmann sowie die feine Pastete mit Geflügel von Edeka.

Aldi Nord brachte seine delikaten Fleischstückchen ins Rennen und erhielt ebenfalls eine sehr gute Bewertung wie auch das Nassfutter von Hill’s – ideal balance. Die beiden weiteren Nassfutter mit einem sehr guten Testurteil sind die feine Fleischmahlzeit von Kaufland und der Klassiker mit zartem Kalb und Geflügel von Cesar. Sie können diese Produkte zum Teil in Discountern und in gut sortierten Tierfachgeschäften erstehen. Letztere bieten den Vorteil einer umfassenden, persönlichen Beratung.

Folgende Nassfutter erhielten eine sehr gute Bewertung:

  • Pastete mit Wild vom Netto Marken Discount,
  • fünf Sorten Fleisch von Pedigree,
  • Schlemmertopf mit Rind von Rossmann,
  • feine Pastete mit Geflügel von Edeka,
  • delikaten Fleischstückchen von Aldi Nord,
  • Hill’s – ideal balance,
  • feine Fleischmahlzeit von Kaufland und
  • Klassiker mit zartem Kalb und Geflügel von Cesar.
Durchschnittliche Kosten ausgewählter Hunderassen über ihre gesamte Lebensdauer in Deutschland (in Euro)
Kosten in Euro Yorkshire-Terrier Rottweiler Labrador-Retriever
Anschaffung 1.000 1.400 1.600
Tierarzt 1.760 1.260 1.560
Zubehör 570 580 600
Futter 8.400 18.900 17.280
Versicherung 1.400 900 1.200
Steuer* 2.240 9.000 1.920
Sonstiges** 19.180 13.770 15.960
Insgesamt 34.550 45.810 40.120

Alle weiteren Informationen zur Statistik finden Sie auf Statista

Die korrekte Ernährung für Ihren Hund

Im Gegensatz zur Katze, kommen Hunde wunderbar mit dem Trockenfutter als Alleinfuttermittel zurecht. In jedem Fall ist es ratsam, stets einen gefüllten Napf mit Wasser bereitzustellen, um den Wasserhaushalt ausgleichen zu können. Eine Fütterung mit Nassfutter wiederum aus Durchfall und Magenbeschwerden zurückzuführen, ist schlichtweg falsch, zumeist hat dies andere Gründe und ist auf Unverträglichkeiten oder eine mangelhafte Zusammensetzung zurückzuführen.

Fazit

Schauen Sie beim Kauf des Hundefutters genauer hin und werfen in diesem Zusammenhang einen Blick auf die korrekte Nährstoffkombination. Die Qualität und Konzentration der Fleischsorten sind dabei zweitrangig. Es kommt vielmehr auf die korrekte Kombination der Nährstoffe an, die wiederum eine optimale Basis für die Entwicklung und ein langes Leben Ihres Vierbeiners legen.

Links zur weiterführenden Information

http://www.testberichte.de/tierbedarf/2932/hundefutter.html
https://www.fressnapf.de/25jahre/aktionstag
https://www.test.de/Hundefutter-Jedem-zweiten-Feuchtfutter-fehlen-wichtige-Naehrstoffe-4817396-0/

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net /Robert Neumann