Kolumne

Hochwasser: Welcher Schaden entsteht dem Freistaat?

Hochwasser in Bayern noch immer kritisch Hochwasser in Bayern noch immer kritisch
Hochwasser in Bayern noch immer kritisch

Hochwasser in Bayern noch immer kritisch

Langanhaltender, großflächiger Starkregen hat in Bayern die schlimmsten Befürchtungen
wahr werden lassen.

Rekordpegelstände und Überflutungen wurden in nur kurzer Zeit zur Gefahr für Menschenleben und Sachwerte sowie zur Herausforderung für private und öffentliche Helfer.

 

Im hochwassergeplagten Passau erreichte der Pegelstand den dramatischen Wert von 12,89 Meter. Seit 1501 gab es keinen höheren Pegelstand der Donau in Passau. Während der sogenannten Jahrhundertflut 2002 wurden nur 12,20 Meter erreicht. Die Auswirkungen dieser Überflutung, die trotz rückgängiger Tendenz noch anhält, sind gewaltig.

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Hochwasserschäden in Bayern [/sw[/sws_yellow_box]

Viele Häuser, Straßen, Dämme, landwirtschaftliche Flächen und Gärten sowie Kfz, technische Geräte und Möbel sind den Fluten zum Opfer gefallen. Mit Hubschraubern, Booten, Pumpen und vielen Sandsäcken bemühten sich Helfer um Schadensbegrenzung. Rettung von Menschenleben, Verhinderung von Sachschäden einschließlich Verunreinigungen des Trinkwassers waren die dringendsten Aufgaben. Dabei wurden auch Evakuierungsmaßnahmen erforderlich. Katastrophenalarm wurde ausgelöst und in der Altstadt Passaus musste teilweise der Strom abgestellt und die Trinkwasserversorgung unterbrochen werden. Schlimm traf es auch Deggendorf: Nach zwei Dammbrüchen mussten viele Menschen evakuiert werden.

Viele Menschen waren fast bis zum Dach vom Wasser eingeschlossen und mussten mit Hubschraubern und Booten gerettet werden. Aus vielen Kellertanks lief Öl aus und die A 3 musste in beide Richtungen gesperrt werden. In der gesamten Hochwasserregion erfolgten erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen im Wasser und auf dem Land. Durch unterspülte Schienen, hochwasserführende Flüsse und überschwemmte Straßen aller Art kamen vorübergehend viele Fortbewegungsmittel zum Stillstand. Unterbrochene Zugverbindungen und vor Anker liegende Schiffe wurden genauso zum Problem wie viele mit Wasser bedeckte Kfz. Abwässer drangen in viele Wohnungen ein und Klärbecken wurden überflutet. Neben vielen privaten Gebäuden wurden auch öffentliche Gebäude in Mitleidenschaft gezogen.

Hochwasser Passau 2013 drei Tage im Zeitraffer

Hochwasserschäden in Bayern

Viele Privatpersonen, Unternehmen und auch der Freistaat Bayern müssen mit den erheblichen finanziellen Folgen durch die verursachten Hochwasserschäden zurechtkommen.

Eine Schadensregulierung erfolgt im überwiegenden Teil nicht über die Versicherungen. Nur bei einer bestehenden Versicherung gegen Elementarschäden ist hier mit finanzieller Hilfe zu rechnen. Allein in Passau werden die Schäden bereits jetzt auf über 30 Millionen Euro geschätzt, ohne alle gesehen zu haben.

Laut Bundesagrarministerium werden bereits jetzt mehr als 75 Millionen Euro als Schadenssumme für Schäden in der bayrischen Landwirtschaft geschätzt. An öffentlichen Gebäuden und Straßen sind Schäden in vielzähliger Millionenhöhe entstanden. Erhebliche Kosten sind auch durch die Rettungsmaßnahmen entstanden: Personalkosten, Kosten für Verkehrsmittel, Maschinen und Geräte oder zusätzlich zur Verfügung gestelltes Trinkwasser. Außerdem müssen kostenintensive Gewässerreinigungen vorgenommen werden aufgrund der Verschmutzungen durch Öl oder Chemikalien.

Die Soforthilfe der bayrischen Landesregierung kostet ebenfalls viel Geld. 150 Millionen Euro sind bereits für die Hochwasserschäden vorgesehen, 200 Millionen Euro sollen noch zusätzlich eingestellt werden. Zuschüsse, Steuererleichterungen und zinsgünstige Darlehen stehen in der Folge der Beseitigung der Hochwasserschäden noch im Raum. Die Bundesregierung hat für alle betroffenen Gebiete 100 Millionen Euro als Hilfe zugesagt, die Diskussionen um die Notwendigkeit einer Erhöhung sind derzeit im Gange. Der gesamte volkswirtschaftliche Schaden wird bundesweit aktuell auf mehr als 11 Milliarden Euro geschätzt, also höher als 2002. Für eine genaue Schadensbilanz sei es jetzt noch zu früh.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Manuela Schüler

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