Kolumne

Hereinspaziert: Eine Zeitreise durch Münchens Bierkeller!

Anfang vergangenen Jahres berichtet die Süddeutsche über einen Fußgänger, der in München in der inneren Wiener Straße in tiefes Loch gestürzt ist. Es handelte sich dabei wahrscheinlich um einen alten Lüftungsschacht oder um einen kleinen Bierkeller. Dies nahm die Süddeutsche zum Anlass, einen Streifzug durch Münchens Bierkeller zu unternehmen. Schließlich besitzt die Stadt mindestens 60 Bierkeller, die sich unter dem Erdboden verstecken. Gerade die vergessenen Keller stellen eine eindrucksvolle Kulisse, die eine ganz andere Facette Münchens zeigt.

Bierkeller

Eine Zeitreise durch Münchens Bierkeller

Ein Streifzug durch Münchens Bierkeller ist zugleich eine Reise zurück in die Vergangenheit der Brauereigeschichte Münchens. Die Abwanderung einiger Brauereien aus der Innenstadt hat rein praktische Gründe, so ließ sich das Bier gerade im Zentrum nicht ordentlich lagern. Zudem ist der Grundwasserspiegel einfach zu hoch, dies verhindert die Konstruktion besonders tiefer Keller. Die attraktiven Standorte befinden sich direkt am Ufer der Isar. Im Osten Münchens geht es zu den Brauereien von Löwenbräu, Franziskaner und Spaten. 1826 ließ Herr Baron Georg Brey direkt an den Unterwiesen zwei riesige Löwenbräu Bierkeller errichten. Zum damaligen Zeitpunkt war der Grund bereits wegen einer vorhandenen Kiesgrube aufgegraben, so hielt sich der Aufwand in Grenzen.

Optimale Lagerbedingungen unter der Erdoberfläche

Geht es in einen Bierkeller, bewegen wir uns in das Erdreich hinein. Die Lagerung von Bier in den Bierkellern ist äußerst wichtig und ein Grund für die Erhebung der Kellersteuer. Selbst mit der Erfindung der Kühlmaschine in den 1870 er Jahren kam es immer wieder vor, dass das Bier nicht reichte bzw. versauerte. München bietet im Hinblick auf seine Bierkeller geologische Besonderheiten und legt eine grundlegende Basis für die Landeshauptstadt und Bayerns zentralen Brauereistandort.


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Was wurde aus Münchens Bierfestung?

Vor 20 Jahren wurde das Areal der Brauereien Pschorr und Hacker bei der Hackerbrücke abgerissen, doch was wurde aus den Kellern? Zum damaligen Zeitpunkt zählten diese Brauereien zu den größten Bierfestungen. Zum heutigen Zeitpunkt ahnen die Wenigsten, dass unter ihren Füßen unzähligen Liter Bier produziert wurden. Astrid Assél, die Autorin eines Buches über die vergessenen Münchner Bierkeller, beendet ihre Tour direkt am Brauhaus von Hacker und Pschorr. Hier hat man die Gaststube mit den alten traditionellen Wirtshäusern verbunden und bildete zugleich einen Anziehungspunkt für jeden Besucher, den es nach München zieht.

Der Verlust der Münchner Bierkeller

Astrid berichtet, dass die großen Keller heute einfach von der Erdoberfläche verschwunden sind ebenso wie die traditionellen Biergärten. Dabei lohnt es sich immer wieder, gemeinsam mit Münchner Insidern etwas genauer hinzusehen, um die Vergangenheit der Stadt und ihre Tradition aus einer ganz anderen Perspektive kennen zu lernen.

Ausflugstipps und Bierkeller in München

Kommen Sie nach München, so statten Sie im Augustiner Keller einen Besuch ab. Neben dem traditionellen Lagerkeller, der zu einem Restaurant umfunktioniert wurde, bietet der Augustiner Keller die Halle, das Bierstüberl, die Jagdstube und den Festsaal.

Der Franziskaner Keller

Bei Tripadvisor hat der Franziskaner mit seinen zwei Eingängen zur Schwemme und zum Restaurant hin zur noblen Perusastraße besonders gut abgeschnitten. Der Menschen zeigen sich hier in Trachtenkleidung, tragen ihre Lederhose zum Schlips und genießen ein typisch bayerisches Ambiente bei Weißwurst und Bier. Gerade Ambiente, Essen und Service kamen bei den Besuchern gut an.

Bierkeller-München

Hacker-Pschorr Bräuhaus und Hofbräuhaus

Das urige Ambiente des Hacker-Pschorr Bräuhaus direkt an der Theresienwiese punktet vor allen Dingen durch die detailverliebte Innenausstattung und eine zünftig bayerische Speisekarte. Der Tiergarten besitzt insgesamt 200 Plätze, wo tagtäglich frisch gezapft wird. Zweifelsohne gehört das Hofbräuhaus zu den Top Bierkellern in München. Es wurde bereits 1592 erbaut. Neben der traditionellen Küche finden hier immer wieder Veranstaltungen statt. Einst sollte das Hofbräuhaus einzig und allein den königlichen Hofstaat mit Bier versorgen. Herzog Wilhelm veranlasste den Bau des Brauhauses, denn gemeinsam mit seinem Hofstaat nahm er jährlich stattliche 110.000 l Firschgezapftes.

Löwenbräu Keller

In unseren Tipps für die besten Bierkeller in München wollen wir den Löwenbräu Keller direkt am Stiglmaierplatz nicht vernachlässigen. Hier trifft man auch auf Einheimische, die das hauseigene Löwenbräu genießen. Die Speisenqualität ist hervorragend und lässt den Löwenbräukeller seit 1883 zu einer festen Institution in München werden. Diesen Bierkeller sollten Sie sich auf gar keinen Fall entgehen lassen.

Links zu weiterführenden Information

http://www.sueddeutsche.de/
http://www.augustinerkeller.de/restaurant/der-lagerkeller/
http://www.mycitytrip.com/muenchen/bierkeller-und-gaerten.510.htm

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