Kolumne

Herber Rückschlag für die Karriere des Holger Badstuber

Rückschlag für Badstuber Rückschlag für Badstuber
Rückschlag für Badstuber

Rückschlag für Badstuber

Holger Badstuber ist aktuell wohl der unglücklichste Spieler beim FC Bayern München.

Während sich seine Mannschaftskameraden über den Sieg in Wembley freuen, sitzt er im weit entfernten Colorado im Krankenhaus und muss die Hiobsbotschaft einer erneut schweren Verletzung verdauen. Weitere zehn Monate wird er, laut Aussage der behandelnden Ärzte seinen Beruf nicht ausüben können.

Fast ein ganzes Jahr ist der 24-Jährige zum Zuschauen verdammt. Der Innenverteidiger hatte erst Ende April nach einer überstandenen Zwangspause von knapp fünf Monaten, wieder mit erstem Lauftraining begonnen und hoffte, dass er zur Saisonvorbereitung wieder voll einsteigen kann.

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Sein Team fühlt mit ihm
Unheimliche Belastung [/sws_yellow_box]

Daraus wird jetzt leider nichts und die neue Diagnose wird wohl auch bedeuten, dass der Nationalspieler, der vor seiner Verletzung bei Jogi Löw gesetzt war, die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien verpasst. Denn selbst, wenn er im März 2014 wieder beschwerdefrei auf dem Platz steht, ist es beinahe utopisch, dass er nach einer Auszeit von dann insgesamt 15 Monaten sofort wieder sein altes Leistungsniveau abrufen kann.

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Sein Team fühlt mit ihm

Ein kleiner Trost mag es da sein, dass seine Mannschaft ihm öffentlich zeigt, dass sie ihn nicht vergessen hat und er weiter als Teil des Teams angesehen wird.

In einer Pressekonferenz schickte Bastian Schweinsteiger die besten Wünsche ans Krankenbett: „Wir hoffen und gehen davon aus, dass Holger zurückkommt. Er ist ein sehr guter Fußballer und Mensch, das soll eine kleine Hilfe sein.“ Badstubers Final Trikot mit der Nummer 28 wird ihm in die USA zugesandt, von wo er das Finalspiel verfolgen muss.

Der Fall Badstuber zeigt einmal mehr, mit wie vielen Unwägbarkeiten eine Fußballkarriere verbunden ist. Beim Traumberuf Fußballprofi kann es für einen Spieler genauso schnell wieder abwärts gehen, wie es zuvor bergauf ging. Die ersten Jahre von Badstubers Karriere verliefen für den gebürtigen Memminger mehr als rasant. Bereits in seiner ersten Bundesligasaison wurde er Stammspieler beim Rekordmeister, wurde Meister, stand im Champions League Finale und nahm an der Weltmeisterschaft in Südafrika teil. In den folgenden zwei Jahren bestätigte er die Leistung und erkämpfte sich auch in der Nationalmannschaft seinen festen Platz in der Innenverteidigung, wo er bei der Europameisterschaft 2012 alle Spiele bestritt.

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Unheimliche Belastung

Nun aber befindet er sich in einer ganz schwierigen Situation. Er muss beispielsweise damit umgehen, dass seine Mannschaft ohne ihn einen Erfolg nach dem anderen einfährt.

Auch wenn der Verein darum bemüht ist, ihm weiterhin ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl zu vermitteln, so ist er doch komplett raus aus dem Profialltag und in vielen Momenten vollkommen auf sich allein gestellt. Die lange Zeit des Wartens, voller Unsicherheiten wird bestimmt an ihm nagen. Nicht gerade positiv für die Stimmung.

Man weiß auch nicht, ob man das offizielle Statement des Vereins, dass seine Karriere „nicht in Gefahr“ sei wirklich positiv bewerten solle. Denn schon allein die Tatsache, dass das Thema Karriereende im Raum steht, dürfte für den 24-Jährigen ziemlich belastend sein. Nicht nur als Fan des FC Bayern, sondern auch als Fußballfan im Allgemeinen kann man nur hoffen, dass Badstuber den Glauben an sein Comeback nicht verliert und seine Karriere nach diesem Knick wieder erfolgreich weiter geht.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Jenny Sturm

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