Kolumne

Heinrich Himmler – Ein Münchner als Strippenzieher des Holocausts

Von: Marlene Soff

Eines ist sicher: An weltbekannten Persönlichkeiten und berühmten Menschen, die aus dem schönen Freistaat Bayern kommen, mangelt es wirklich nicht. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass auch Personen hier geboren wurden, die aufgrund von furchtbaren Greueltaten bekannt wurden. Heinrich Himmler ist so einer, der hierbei genannt werden muss. Dieser ist sicherlich auch heute noch sehr vielen Menschen ein Begriff, da sein Name in einem Atemzug mit Nazideutschland, dem Dritten Reich und dem Holocaust genannt wird. Schließlich war er, neben einigen anderen Anhängern Hitlers, der Hauptinitiator des Holocausts und maßgeblich für die Verfolgung und Tötung von Juden und Roma verantwortlich.

Vom Landwirtschaftsstudium zum Reichsführer SS

Heinrich Himmler im Jahr 1942 – Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S72707 / CC-BY-SA

Als Sohn eines Oberstudiendirektors und mit einem gut bürgerlichen sowie katholischen Hintergrund kam Heinrich Himmler am 07. Oktober 1900 auf die Welt und brachte somit die besten Voraussetzungen mit, später einmal ein angenehmes Leben zu führen. Wohlbehütet wuchs er im Schoß seiner Familie auf und besuchte nur die besten Schulen in München. Als Heinrich 13 Jahre alt war, zog es die gesamte Familie nach Landshut, wo er das angesehene Humanistische Gymnasium Landshut besuchte, welches er im Jahr 1919 mit dem Abitur abschloss.

Noch während seiner Schulzeit in Landshut begann Himmler gegen Ende des Ersten Weltkriegs mit der Offiziersausbildung, welche er zu seinem eigenen Leidwesen aufgrund des Kriegsendes nicht abschließen konnte. Zudem machte ihm die Tatsache zu schaffen, dass er es während seiner Ausbildung niemals an die Front geschafft hatte. Nach einem kurzen politischen Intermezzo beschloss Heinrich Himmler an der Technischen Hochschule München Landwirtschaft zu studieren. Dieses beendete er letztendlich mit der Diplomhauptprüfung und konnte sich dadurch eine Stellung bei einem Betrieb für künstliche Düngemittel in München sichern, wo er über einige Jahre als Laborant arbeitete.

Heinrich Himmler im Alter von sieben Jahren

Einem Interesse blieb Himmler von seiner Gymnasialzeit bis zu seinem Arbeitsleben treu: der Politik. So engagierte sich der Oberbayer von 1919 bis zum Jahr 1923 in der Bayerischen Volkspartei. Hier sah er jedoch keine weitreichenden Chancen und so trat er schließlich aus und ging am 02. August 1923 zur NSDAP. Als wäre diese Partei für ihn gemacht, brauchte Heinrich Himmler nicht besonders lange, um dort von sich Reden zu machen und einen interessanten Aufstieg hinzulegen. Im Jahr 1925 trat Himmler dann auch noch der SA bei, doch es dauerte nur wenige Wochen, bis er erkannte, dass er in der SS wohl besser aufgehoben sei. Im Jahr 1927 ernannte man Heinrich Himmler schließlich zum stellvertretenden Reichsführer SS. Somit war der Grundstein für eine grauenhafte Karriere gelegt!

Mit Kreativität und starren Vorurteilen zum Mörder

Himmler brachte sich bei einem Verhör in Lüneburg durch eine Zyankalikapsel selbst um

Als Hitler und seine Partei, die NSDAP, im Jahr 1933 die Machtübernahme erfolgreich durchgeführt hatten, ernannte man Heinrich Himmler zum Polizeipräsidenten. Nur ein Jahr später machte man ihn zum Leiter der Gestapo, was der letzte Punkt war, den es noch brauchte, um einem unbeschreiblichen Mörder die beste Grundlage zu bieten. Sollte man nun an diesem Punkt die Gräueltaten beschreiben, welche dieser Mann im Namen seines Amtes und seiner Partei getan hat, so würde es eindeutig den Rahmen sprengen. Doch so viel sei gesagt, schon bald nach all diesen Ereignissen lobte man in Parteikreisen überschwänglich seine Loyalität Hitler gegenüber, was dazu führte, dass Himmler die nächste Instanz unter Hitler wurde.

Heute kann man sagen, dass Heinrich Himmler dem Holocaust und der Ermordung unzähliger unschuldiger Menschen ein Gesicht gegeben hat. Nachdem er kurz vor dem Kriegsende erkannte, dass es für alle Beteiligten kein gutes Ende nehmen würde und der Druck von außen stetig wuchs, brach Himmler mit Hitler und der Partei, und versuchte im Zuge dessen schlicht gesagt, seinen Arsch zu retten. Doch ein derart bekanntes Gesicht kann natürlich schwer untertauchen und so kam es, wie es kommen musste: eine britische Einheit griff den Verbrecher auf. Während eines Verhörs schluckte Heinrich Himmler eine Zyankalikapsel und wählte somit den Freitod im Jahr 1945. Noch heute meinen viele Menschen, dass er damit zu billig davongekommen sei!

Kommentar hinterlassen