Kolumne

Großes Kino im Augsburger Justizgebäude

Von: Marcus Schweizer

foto-marcus-2Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Medien nicht über Neuigkeiten im Prozess um Karlheinz Schreiber berichten. Dem Waffenlobbyisten wird vorgeworfen, dass er Beihilfe zum Betrug geleistet und zudem auch Steuerhinterziehung betrieben haben soll. Der Fall Schreiber ist deshalb so brisant, weil mehrere hohe Regierungsmitarbeiter darin involviert sein sollen. Darunter sind Personen wie Dr. Ludwig-Holger Pfahls oder der amtierende Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble. Erst vor einigen Tagen haben die Söhne des früheren bayerischen Ministerpräsidenten, die Nachkommen des großen Franz Josef Strauß, vor Gericht ausgesagt.

Es geht um viel Geld - Foto: © M. Zimmermann / PIXELIO

Es geht um viel Geld – Foto: © M. Zimmermann / PIXELIO

Schreiber, der sich bis zuletzt gegen seine Auslieferung gewehrt hatte, lebte von 1995 an bis zu seiner Verhaftung im Jahr 2007 in Kanada. Erst beim vierten Mal gelang es Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz aus Augsburg, den Waffenlobbyisten dingfest zu machen. Ausdauer brauchte er, denn er arbeitete 10 Jahre an der Auslieferung. Zuvor lieferte der Fall Stoff für einen richtigen Krimi. Nach seiner Verhaftung in Kanada wurde die Kaution von 1,2 Millionen kanadischen Dollar von mehreren Freunden gestellt. Darunter waren bekannte Politiker und Manager. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie die Geschichte, die sich liest wie ein Krimi aus den Bestsellerlisten, ausgehen wird. Es werden womöglich noch weitere brisante Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

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