Kolumne

Große Fränkische Diebes- und Räuberbande – Verbrecher mit Köpfchen

Die Verbrecherbande, die auch Fürther oder Meusel-Bande (nach einem ihrer Anführer, Jakob Meusel) genannt wurde, war Ende des 18. Jahrhunderts vor allem in Franken, der Oberpfalz und anderen umliegenden Regionen aktiv. Auf die Kappe der Bande gingen Einbrüche, Überfälle und Diebstähle. Bei circa 180 Bandenmitgliedern kannten sich die die Mitglieder nicht alle untereinander. Die Aktionen wurden dementsprechend in kleineren Gruppen geplant und durchgeführt.

Der größte Raubzug gelang 1797: Die Räuberbande ließ beim Weihbischof von Bamberg Diebesgut im Wert von 12.000 Gulden und sogar den Bischofsstab mitgehen. Das hatte zur Folge, dass nun mit Hilfe von Steckbriefen und mit Nachdruck nach den Mitgliedern der Großen Fränkischen Diebes- und Räuberbande gesucht wurde. 1798 wurde man schließlich fündig: Philipp Schreier wurde im Markt Dachsbach festgenommen und verriet die Namen anderer Mitglieder. Weitere steckbriefliche Fahndungen zielten nun auf die genannten Personen ab und verliefen erfolgreicher. Die Untersuchung und das Verhör unter Kommissar Stadelmann fand hauptsächlich in der Festung Wülzburg in Weißenburg statt. Die gefangen genommenen Männer erhielten meist eine Gefängnisstrafe, die Frauen wurden zum Großteil wieder frei gelassen. Die Zerschlagung der Bande war endgültig gesichert, als der Rädelsführer Franz Troglauer in Gewahrsam genommen und 1801 in Amberg gehängt wird.

Der Erfolg der Meusel-Bande war vor allem ihrer guten Organisation zu verdanken. Die Mitglieder der Räuberbande waren zum Teil Gastwirte, die sich nebenbei auch als Hehler betätigten. Sogar einen Buchdrucker setzte die gerissene Bande schon damals zum optimalen Fälschen von Papieren ein.

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