Kolumne

Glücksspiel in Bayern: So ist die Gesetzeslage!

Das Glücksspiel ist ein ausgesprochen stark reglementierter Bereich des Freizeitvergnügens. Jugendschutz und Suchtgefährdung spielen hier eine sehr große Rolle, so natürlich auch in Bayern. Trotzdem hat gerade Bayern, betrachtet man alle Bundesländer, neben Niedersachsen die größte Anzahl an offiziellen Spielcasinos, sieben an der Zahl.

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Ist man also ein Freund des großen Spiels (als solches werden die Tischspiele Black Jack, Roulette und Poker bezeichnet), so findet man in Bayern schnell eine Möglichkeit und hat recht kurze Anfahrtswege.

Kleine Spielhallen – Zahlen gehen nur langsam zurück

Neben den großen Casinos gibt es aber auch noch die vielen kleinen Spielhallen, in denen überwiegend das Automatenspiel angeboten wird. Dieses versucht der Gesetzgeber seit geraumer Zeit zu reglementieren, was aber in Bayern nicht so recht gelingen will.

So gab es laut einer Studie im Jahre 2016 die Anzahl von 21500 Spielautomaten in Spielhallen, die sich bis zum Jahre 2018 um nur knapp 3 Prozent auf nunmehr 20900 verringert hatte. Andere Bundesländer schafften hier Werte von über 20 Prozent.

Online Gambling auf Vormarsch

Aber auch das Online Gambling erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Zahl der Online Casino Spieler hat in Europa die beträchtliche Größenordnung von mehr als sieben Millionen Nutzern erreicht.

Die Vorteile der Online Spielautomaten sind nicht von der Hand zu weisen. Man hat keine langen Anfahrtswege, unterliegt keinem Dresscode und ist zeitlich nicht gebunden. So hat man jederzeit die Möglichkeit, spontan ein Spielchen zu wagen.

Inzwischen befinden sich aber derart viele Betreiber auf dem Online Casino Markt, dass es kaum möglich ist, hier den Überblick zu behalten. Und genau hier verbirgt sich ein nicht unerhebliches Risiko. Man muss sich nämlich durchaus die Frage stellen, wie seriös so ein Anbieter überhaupt ist.

Auf Nummer sicher gehen

Wie bereits oben erwähnt, hat Bayern die Regulierung des Glückspiels noch nicht so ganz im Griff. Man muss aber keine Sorge haben, wenn man online spielt, man macht sich hier nicht strafbar. Man sollte allerdings darauf achten, dass der Spieleanbieter über eine deutsche oder zumindest eine europäische Lizenz verfügt. Ist dieses der Fall, kann man eigentlich davon ausgesehen, dass hinter den Kulissen, sprich auf den Servern, alles mit rechten Dingen zugeht.

Viele Angebote des Online Gamblings stammen aus dem maltesischen Rechtsraum. Auch hier ist nichts gegen einzuwenden, denn im Rahmen der europäischen Dienstleistungsfreiheit ist es ebenfalls erlaubt, in Online Casinos zu spielen, die ihren Sitz in Malta haben.

So erkennt man einen seriösen Anbieter für Online Glücksspiel

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Als seriös kann man ein Online Casino wohl dann bezeichnen, wenn es seine Lizenz in den Geschäftsbedingungen offen und verständlich kommuniziert. Gerade auch der Umgang mit sogenannten Bonus-Angeboten trennt hier schnell die Spreu vom Weizen.

Ein guter Support gehört natürlich auch zu einem seriösen Anbieter. Hier sollte man schon darauf achten, dass, wenn man in Deutschland spielt, auch einen deutschsprachigen Support vorfindet.

Auch die diversen Einzahlungsmethoden lassen Seriosität erkennen. Die Einzahlungen sollten natürlich gebührenfrei möglich sein. Viel wichtiger als die Einzahlungen sind dem Spieler aber natürlich seine Gewinne, und somit auch die Frage, wie sich der Anbieter bei der Auszahlung von Gewinnen verhält.

Viele Online Gambling und Wettanbieter treten als Sponsoren bei großen Sportveranstaltungen auf. Hier kann man sich auf der sicheren Seite fühlen, dann keine dieser Firmen kann es sich erlauben, in irgendein zwielichtiges Licht gestellt zu werden.

Auch Sportwetten sind Glücksspiel

Das Thema Sportwetten ist noch einmal ein etwas anderes. Hier bewegt man sich in den kleinen Wettbüros in vielen deutschen Städten und auch online im Graubereich. Und auch hier wird es weder Schwarz noch Weiß, weil sich die Bundesländer nicht auf eine einheitliche Reglementierung einigen können.

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung aus März 2019 verfügt prinzipiell keiner der Wettanbieter eine in Deutschland wirklich gültige Lizenz seit die vom Land Schleswig-Holstein eigenmächtig erteilten Lizenzen ausgelaufen sind.

Es ist also faktisch nicht legal, seine Wetten abzuschließen. Diese „Vergehen“ werden aber nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs nicht geahndet. Sportwetten werden geduldet.

Zudem gibt es aktuell noch eine Wettsteuer, die 5% des Einsatzes beträgt. Das zeigt aber einmal mehr, wie seltsam die Branche reglementiert ist. Auf der einen Seite gibt es keine gültigen Lizenzen und auf der anderen Seite werden Steuereinnahmen generiert.

Da sich hinter diesen Sportwetten ein Geschäft mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro verbirgt, ist es aber wenig verwunderlich, dass es hier nicht zeitnah zu einer einheitlichen Regelung kommt. Sowohl für die Anbieter als auch für den Staat ist es vermutlich attraktiver, das Konstrukt „Sportwetten“ einfach vor sich hin laufen zu lassen, als zu stark in diesen attraktiven Markt einzugreifen.

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