Kolumne

Giechburg – Wahrzeichen des Bamberger Landes

Bamberg - Giechburg Bamberg - Giechburg
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Bamberg – Giechburg

Mittelalterliche Burganlagen üben einen unwiderstehlichen Reiz auf uns aus, was einerseits wahrscheinlich mit der wildromantischen Alleinlage auf einem Berg, oder gar einem Felsen zu tun hat und andererseits mit den Abenteuerromanen unserer Kindheit.

Kein Wunder, dass der Mittelaltermarkt, der Ende Juli auf der Giechburg stattfand, einen so großen Zulauf hatte, dass die Burganlage zeitweise gesperrt werden musste. 

Die Giechburg ist ein herrliches Ausflugsziel, zumal man von dort oben eine weite Aussicht ins Regnitztal bis hinüber nach Bamberg, oder in die Fränkische Schweiz hat. Das stattliche Bauwerk wurde einst im 10. Jahrhundert unter den mächtigen Schweinfurter Grafen errichtet. Nach einer wechselvollen Geschichte erwarb 1390 der Bischof Lamprecht von Brunn die Burg. Die Bamberger Bischöfe ließen die bis dahin vernachlässigte Burg so ausbauen, dass sie während der Hussiteneinfälle Sicherheit gewährleistete und sogar den Domschatz barg, der dort lange Zeit verwahrt wurde. 1553 belagerten die Truppen des Markgrafen Albrecht Alcibiades die Festung so lange belagert bis sie schließlich aufgegeben wurde. Die Soldaten des  Markgrafen plünderten die Burg und steckten sie schließlich sogar in Brand.

Die Giechburg im Video

Der Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel ließ die Burg als Renaissanceschloss wieder aufbauen und fürstlich ausstatten. Sie wurde Verwaltungssitz und Standort für jährliche Jagdausflüge der Fürstbischöfe. Er ließ vor allem auch die Befestigungsanlagen entsprechend verstärken.

Darum blieb sie im Dreißigjährigen Krieg unbehelligt, obwohl der Ort Scheßlitz nicht so glimpflich davon kam. Fürstbischof Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg wollte fast hundert Jahre später,  im Anschluss an den Westflügel auch im Süden einen großen barocken Kavaliersbau anschließen.

Doch leider starb der Bauherr noch vor Vollendung seiner Pläne. Die Bedeutung der Burg nahm von da an ab.  Als das Schloss nur noch Amtssitz eines Forstbeamten war, beschränkte sich der Unterhalt für die Burg auf das Allernötigste. Der Landesbaumeister und Bauinspektor Baron von Hohenhausen ließ die Dächer mehrerer Gebäude und Türme abdecken, um den Verfall zu beschleunigen und eine „malerische Ruine“ zu schaffen.

1819 kaufte Graf Hermann von Giech auf Thurmau die Anlage, da sein Geschlecht dieser Burg seinen Namen verdankt. Damit war sie wieder Eigentum der ursprünglichen Grafen. 1971 erwarb der Landkreis Bamberg die Burg und einige benachbarte Grundstücke. Rund 850 Jahre nach der ersten urkundlichen Nennung wurde der Westbau mit großem Engagement wieder hergestellt.

Sport an der Giechburg


Heute ist die Giechburg ein Wahrzeichen des Bamberger Landes, das sich im Umland einer großen Bekanntheit und Beliebtheit erfreut.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Diese Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen. Dieser Artikel stellt nur meine eigene Meinung dar!

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Artikelbild: ©panthermedia.net Alexander Hofmann

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