Kolumne

Geldanlage in Edelmetallen | Warum Silber das bessere Gold ist!

Geldanlage

GeldanlageJeder von uns beschäftigt sich in der Regel mit Geld und viele von uns interessiert es auch, wie man eine passende Geldanlage finden kann. Grund genug für uns einmal darüber zu schreiben. Die Bewegungen an den Börsen sind zudem immerhin sehr komplex. Alles ist vernetzt, jede Größe hat einen gewissen Einfluss auf eine andere Größe und kann Kettenreaktionen hervorrufen.

Ein ganz typisches Beispiel für die verschiedenen Einflussnahmen sind steigende Aktienkurse bei sinkenden Zinsen und umgekehrt. Der Grund dafür ist einfach. Wenn es sich nicht mehr lohnt, Geld in Rentenwerten anzulegen, dann suchen die Anleger nach alternativen Anlagemöglichkeiten; das sind dann zum Beispiel Aktien, die ja gerade heute zum Teil ganz erstaunliche Dividendenrenditen bieten. In diesem Reigen der sich gegenseitig beeinflussenden Anlagemöglichkeiten tanzen selbstverständlich auch die Rohstoffwerte mit, allen voran Gold und Silber; aber auch Platin. Da stellt sich einem die Frage, wie man sein Geld eigentlich anlegen soll, wenn man eine Alternative zum aktuell überschätzten Goldwert sucht.

Rohstoffe als Alternative zum Gold

Ein interessantes und stellvertretendes Beispiel für die Wertschätzung der Rohstoffe ist der BGF WORLD MINING FUND A2 mit der Wertpapier-Kennzahl (WKN) 986932. Dieser Fonds, in dem die Aktien mehrerer US Mining Unternehmen vereint sind, verzeichnete in der Zeit bis zur Bankenkrise Mitte 2008 einen recht steilen Anstieg bis auf einen Kurswert von mehr als 70 Euro.

Gemeinsam mit den Aktien bewegte sich dieser Fonds dann steil nach unten und fand erst gegen Ende des Jahres 2008 bei 20 Euro seine Bodenbildung. Darauf folgte dann parallel zum Aktienmarkt wieder ein beachtlicher Anstieg, allerdings nur bis zum Beginn des Jahres 2011. Seit ca. 3 Jahren also fällt der Rohstoffmarkt, das bildet dieser Wert auch deutlich ab. Sein letztes Minimum stand im Frühjahr/Sommer 2013 bei 30 Euro. Seit dem ist ein Anstieg eindeutig erkennbar, aber ob dieser sich wirklich nachhaltig manifestieren wird, das ist noch nicht so sicher.

Aktien als Alternative zum Gold

Betrachten wir hierzu ganz kurz vergleichend den Dow Jones Index. Zwar gab es auch hier in 2011 einen kurzen Einbruch um mehr als 1000 Punkte, was knappe 10% des Indexstandes entsprach, aber dann drehte der Dow sehr schnell wieder ins Plus, was bis heute einer Blasenbildung gleich anhielt.

Geschuldet ist dies den historisch niedrigen Zinsen und der Tatsache des massiven Gelddruckens, dieses Papiergeld will investiert werden. Die 16.000-Marke wird der Dow wohl noch sehen, das ist eine psychologische Grenze, die geknackt sein will, aber danach stehen die Zeichen eher auf Sturm, also auf einem Abgang um gut 10.000 Punkte. Dieser „Schwarze Freitag“ befindet sich irgendwo am Ende des Jahres 2015.

Geldanlage in Gold

Die Goldkurve zeichnet eine Blasenbildung genau so schön exemplarisch nach, wie beispielsweise der „Neue Markt“ mit seinen substanzlosen Internet-Startup-Unternehmen, der wie Phönix aus der Asche aufstieg, um dann jäh nach der Jahrtausendwende in einen bleibenden Abgrund zu stürzen.

Gold schlief lange Zeit einen tiefen Dornröschenschlaf bei 250 Euro, eben gerade in jenen Jahren, als alles Geld in die vielen sinnlosen Internetunternehmen investiert wurde. Aber dann, als dieses Geld durch massive Verkäufe und irrationale Ängste frei wurde, sollte in bleibende Werte investiert werden, in Gold, und dieses Edelmetall erlebte eine noch nie da gewesene Furore, stieg in einer e-Funktion bis zum Sommer 2012 auf über 1800 Euro an. Seit dieser Zeit fällt sein Preis kaskadenartig herab und hat heute einen Wert um 1300 Euro erreicht. Der Abwärtstrend sieht ziemlich stabil aus und könnte noch Jahre anhalten.

Gerhard Kastner – In Gold oder Silber investieren?

Silber als Alternative zu Gold

Der Silber-Chart ist in erster Näherung mit der Goldkurve ungefähr vergleichbar. Schaut man aber etwas genauer hin, dann erkennt man sehr interessante Unterschiede. Vor allem sind die Bewertungen für Silber sehr viel volatiler als bei dem Goldpreis.

Volatilität bedeutet bei den Finanz-Jongleuren und Börsianern in etwa das, was die Mathematiker und Statistiker mit einer großen Standardabweichung oder Varianz bezeichnen. Bei relativ stark und schnell schwankenden Werten kann ein Spekulant sehr viel schneller richtiges Geld verdienen als bei Wertpapieren, die vielleicht wie ein Immobilienfond alle Jahre ungefähr 4% im Wert steigen von einzelnen Ausnahmejahren, in denen sie sogar an Wert einbüßen, einmal abgesehen. Aber wer hoch steigt, kann auch tief fallen.

Wer nicht ganz genau aufpasst und nicht täglich die relevanten Nachrichten und Börsenkurse verfolgt, kauft einen volatilen Wert zu teuer ein und erlebt dann unter Umständen einen freien Fall, der seine Bodenbildung viel zu tief unten findet. Diese Mahnung wird hier deshalb ausgesprochen, weil die erfolgreiche Anlage in Silber einen bestimmten Anlagetyp verlangt. Wer nur mal eben sein Sparkonto plündert, weil ihm da der Zins zu niedrig ist, und dieses Geld dann zu einem beliebigen Zeitpunkt in Silber anlegt in der Hoffnung, das wird schon irgendwann mal steigen, dieser Mensch ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein bedauernswerter Tor. Mit einer Anlage in Silber muss man sich wirklich intensiv beschäftigen, und zwar jeden Tag.

Der Silberblick

Es gibt einen wirklich hilfreichen Lichtblick. Gold und Silber laufen zeitlich nicht exakt parallel, sondern etwas in der Phase verschoben. Es hat wohl etwas zu tun mit der höheren Volatilität des Silbers, dass es in der Psychologie-Atmosphäre der Börsen ein klein wenig sensitiver reagiert.

Besonders deutlich wurde dies beim Platzen der Goldblase im Sommer 2011, ein Geschehen, das vom Silber schon Wochen vorher angekündigt wurde. Wer da genau hingeschaut hat, konnte seine Goldbestände noch rechtzeitig verkaufen. Ergo: Der Trick besteht darin, durchaus mit Gold zu handeln, aber dabei nicht nur auf das Gold zu schauen, sondern seinen Blick erst einmal dem Silber zuzuwenden. Hier werden die Signale gesendet. Wenn das Silber eine Trendwende andeutet, dann sollte man Gold entsprechend kaufen oder verkaufen. Deshalb finden wir, Silber ist das bessere Gold.

Bildquellen

Artikelbild: ©panthermedia.net Torsten Gudescheit

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