Kolumne

Fracking in Bayern – Natur und Umwelt leidet

Fracking in Bayern Fracking in Bayern
Fracking in Bayern

Fracking in Bayern

Fracking, dieses Kunstwort aus dem Englischen, macht seit Monaten Schlagzeilen. Fracking ist die Kurzform von hydraulic fracturing, zu Deutsch etwa „Aufbrechen (von Gestein) mittels Flüssigkeiten“.

Auch in Bayern werden große Mengen Erdgas vermutet – leider aber in sogenannten unkonventionellen Lagerstätten. Es gibt also keine große Kammer, die mit Erdgas gefüllt ist und die einfach angebohrt werden kann.

Stattdessen befindet sich das Erdgas in besonders feinporigem Gestein, verteilt auf Abermillionen kleine Kammern und Adern. Um auch solche Vorräte ausbeuten zu können, wurde Fracking erfunden. Eine Fracking-Bohrung fängt an wie jede herkömmlich Bohrung auch: Es geht vertikal in die Erde, oft mehrere Tausend Meter tief. Dann jedoch ändert der Bohrer seine Richtung und bohrt horizontal weiter, häufig auch hier mehrere Tausend Meter weit. In diese Horizontalbohrungen werden anschließend Sprengladungen platziert und zur Explosion gebracht, um sich einen Weg in die relevanten erdgashaltigen Gesteinsschichten zu verschaffen und dann sogenannte Frack-Fluide durch das eigentliche Bohrloch zu pressen.

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Frack-Fluide bedrohen das Trinkwasser

Frack-Fluide sind mit Sand und einem geheimen Chemikalien-Cocktail versetzten Millionen Liter Wasser, die mit extrem hohem Druck in die durch die Explosionen entstandenen Risse gepresst werden, um das feinporige Gestein weiter aufzubrechen.

Das Erdgas sammelt sich in den so entstandenen künstlichen Rissen und kann abgepumpt werden. Die Chemikalien sollen verhindern, dass während der Förderung, Mikroorganismen die Risse verstopfen. Zurück bleiben neben dem geförderten Erdgas auch Millionen Liter Schmutzwasser, die an die Oberfläche gepumpt werden müssen.

Ein Teil des Chemikalien-Gemischs kann aber nicht zurückgeholt werden und verbleibt im Boden. Durch den Verbleib von großen Teilen des Chemikalien-Cocktails im Boden sehen viele betroffene Bürger und kommunale Trinkwasserversorger unkalkulierbare Gefahren für das Grundwasser. In Verbindung mit den künstlichen Rissen, die sich unter Umständen auch durch das Deckgebirge nach oben fortsetzen können, besteht eine reale Gefahr für eine Verschmutzung des Wassers.

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Die beim Fracking eingesetzten Chemikalien wären nur schwer aus dem Trinkwasser zu entfernen, zumal die Unternehmen die Zusammensetzung ihrer Frack-Fluide als Betriebsgeheimnis deklarieren und somit niemand weiß, welche Chemikalien zum Einsatz kommen und schließlich das Erdreich kontaminieren.

Umweltprobleme durch Bergschäden und Methanfreisetzung

Neben der Gefahr der Trinkwasserverschmutzung bestehen aber noch zwei weitere Umweltgefahren. Durch die Explosionen in den Erdgas führenden Gesteinsschichten besteht die Gefahr, dass diese Schichten instabil werden. Das hätte zur Folge, dass ein erhöhtes Risiko durch Bergschäden besteht. Davon wären auch Regionen Bayerns betroffen, die nicht unmittelbar an der Bohrstelle liegen.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass es für die Fracking-Unternehmen unmöglich ist, die Gasmenge vollständig abzupumpen.

Dies betrifft vor allem das durch Fracking-Bohrungen freigesetzte Methan, einem Hauptbestandteil von Erdgas. Es verbleibt im Gestein und strebt an die Oberfläche. Die Folgen kann man bereits in den USA sehen, wo Fracking in großem Maßstab betrieben wird. Dort wurden nach dem Fracking zum Teil so hohe Methankonzentrationen im Trinkwasser erreicht, dass sich das Wasser in den Waschbecken der betroffenen Bewohner explosionsartig entzündete.

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Risiko Fracking

Es muss festgehalten werden, dass das Fracking unkalkulierbare Risiken für die Umwelt birgt. Genehmigungen für Fracking-Bohrungen werden bisher nach den Bestimmungen des Bergrechts erteilt, ohne dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben ist.

Hier sind strengere Genehmigungsverfahren dringend notwendig. Die Gefahren für das Trinkwasser, für die Stabilität der aufgebrochenen Gesteinsschichten im Erdboden verbliebener Methanrückstände machen das unverzichtbar.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Thomas Agit

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