Kolumne

Folgen von Fracking in Bayern

Gefahren von Fracking Gefahren von Fracking
Gefahren von Fracking

Gefahren von Fracking

Ins Deutsche übersetzt bedeutet fracking in etwa aufreißen. Aufgerissen werden dabei die Gesteine, meistens Sedimente oder metamorphe Gesteine, im tieferen Untergrund.

Das geschieht durch Bohrungen, in die eine Flüssigkeit unter sehr hohem Druck gepresst wird. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Emulsion aus Wasser, Sand und Chemikalien.

Besonders Letzteres ist ein Stein des Anstoßes, denn die durchführenden Unternehmen sehen in ihren Mischungen ein Betriebsgeheimnis, sodass meistens über den Grad der Giftigkeit dieses Cocktails eigentlich nur spekuliert werden kann. Bei ausreichend hohen Drücken reißen die Gesteine im tiefen Untergrund auf, es bilden sich Risse (Fracks), die sich aber im Laufe der Zeit auch noch unkontrolliert fortsetzen können, auch dann, wenn der Pumpendruck schon längst abgeschaltet wurde. Durch die Rissbildungen vergrößert sich im Prinzip die Oberfläche der Gesteine, und es findet zugleich eine Druckentlastung statt, für bislang fest im Porenraum eingeschlossene Fluide (Erdöl) und Gase, die dann relativ leichter nach oben befördert werden können.

Schmutziges Geschäft oder Energiewunder?: Erdöl-Fracking in den USA

Warum wird die Methode angewendet ?

Erdöl wurde zuerst in den heutigen USA in sogenannten Teerseen entdeckt. Schnell wurde herausgefunden, dass es im Untergrund sogenannte antiklinale Öl- und Gasfallen gibt, die leicht angebohrt werden können zur Förderung erheblicher Mengen dieser gewinnbringenden Energieträger.

Aber, wen wundert’s, diese Art bequeme Reservoirs gehen irgendwann dem Ende zu, vielleicht noch nicht unbedingt in Saudi-Arabien, aber sehr wohl z.B. auf dem Gebiet der USA. Aus diesem Grunde wandte man sich auch anderen Gesteinen zu.

Die Situation heute

In den USA ist dieses Verfahren schon längst Gang und Gäbe, und es beflügelt dort Industrie und Finanzmärkte. Erklärtes Ziel ist es, damit nicht nur völlig unabhängig von Importen zu werden, sondern viel mehr noch auch wieder einer der weltweit größten Exporteure zu werden. Von diesem schier unerschöpflichen Reichtum träumen inzwischen auch deutsche Konzerne und treten den wenigen noch skeptischen Politikern entsprechend auf die Füße. Auf Bundesebene führte dies inzwischen zu einem gemeinsamen Fracking-Gesetzentwurf, den aber Umweltminister Peter Altmaier ganz anders interpretiert als Wirtschaftsminister Philipp Rösler, was nicht gerade zur Beruhigung der Gemüter beiträgt.

Problem Fracking – ZDF zoom 2011

Relativ große Öl- und Gaslagerstätten gibt es in Deutschland besonders in den mächtigen norddeutschen Sedimentschichten Niedersachsens.

Bayern

Fahren wir nun endlich in diesem Zusammenhang in das schöne Bundesland Bayern, das eher von sehr untergeordneter Bedeutung mit Blick auf Öl- und Gaslagerstätten ist; daran ändert auch die Fracking-Methode nicht allzu viel.

Aktuell werden dort z.B. die Bohrplanungen im Chiemgau, genauer im Naturschutz- und Trinkwassereinzugsgebiet bei Eggstätt, dazu gehört die Hemmhofer Seenplatte, kontrovers diskutiert. Eine Gasbohrung soll direkt unter dem Langbürgner See abgeteuft werden und damit diesen direkt gefährden.

Dazu kann der Bohrplatz sogar etwas abseits außerhalb des Naturschutzgebietes eingerichtet werden, denn mithilfe geschickter Horizontal- bzw. Ablenkbohrtechnik kriegt man auch noch im Untergrund die Kurve richtig hin. Die Gegner des Projektes berufen sich zu Recht auf den Artikel 141 der Verfassung des Freistaates Bayern, in dem der Naturschutz und der Schutz aller Lebewesen thematisiert ist. So fordert auch der Bayerische Umweltminister Marcel Huber ein Verbot des Frackings. Nicht unerwähnt bleiben sollten in diesem Zusammenhang auch die vielen (tiefen) Geothermie-Projekte, die gegenwärtig wie Pilze aus dem Boden schießen.

Gas-Fieber / Doku über die verheerenden Auswirkungen von Fracking

Sorge bereitet dabei auch das Aufkommen seismischer Aktivität, die im Untergrund sozusagen erst durch Menschenhand ausgelöst wird. Im Münchener Raum bei Unterhaching z.B. werden dafür extra seismische Stationen zum Monitoring der Erdstöße betrieben.

Auswirkungen und Folgen

Dass es lokal beispielsweise durch die Bohrungen zu Vergiftungen des Grundwassers oder zu Kurzschlüssen der verschiedenen Aquifere kommen kann, das kann niemand wirklich hundertprozentig ausschließen. Dies gilt auch für jene, aus den USA bekannten Bilder brennender Wasserhähne.

Was aber sehr viel schwerwiegender ist, und nun wieder weit über die Grenzen Bayerns hinaus geht, weil es ein globales Problem ist, das sind die völlig unberechenbaren Folgen für unser Weltklima.

Leider wurde dieser überaus wichtige Aspekt bei der ganzen Diskussion bislang völlig außen vor gelassen. Fracking ermöglicht die Förderung und Verbrennung von Öl- und Gas nochmals in etwa in der gleichen Größenordnung, wie bisher schon weltweit gefördert worden ist. Fracking wird also schlussendlich der Klimakiller für unser Gesamtsystem Erde überhaupt sein. Der Gesamtschaden daraus für die Menschheit wird sich mit dem damit verdienten Geld nicht bezahlen lassen.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Martin Konopka

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