Kolumne

FC Bayern München – Meisterschaft noch nicht entschieden

Meisterschaft FC Bayern München

Meisterschaft FC Bayern MünchenFür viele Fans des FC Bayern München gilt der begehrte Titel der Meisterschaft als sicher. Auch der jüngste Spielerfolg der Mannschaft, der 4:1 Sieg gegen die Mainzer, scheint für diesen Fanoptimismus zu sprechen. Doch ist die Meisterschaft wirklich schon zugunsten der Bayern entschieden? Gibt es nicht durchaus einige Anlässe, die berechtigte Zweifel an der längst entschiedenen Meisterschaft und damit auch Grund zur Sorge aufkommen lassen? Wir denken schon.

Auch wenn die Endergebnisse der vergangenen Spiele mit Sicherheit den Optimismus von Trainer, Mannschaft und Fans rechtfertigen, können sich die Bayern nicht entspannen, da der Sieg der Meisterschaft und damit ein weiterer Meistertitel alles andere als sicher ist. So ging beispielsweise das Spiel gegen Mainz zwar am Ende mit einem klaren Sieg für die Bayern aus, doch betrachtet man das Spiel differenzierter, liefern die Bayern viele Kritikpunkte, insbesondere in der ersten Halbzeit, in der die Mainzer den Bayern klar überlegen waren.

Schwächen der Bayern – Gründe zur Sorge um die Meisterschaft

Bei einer Spielanalyse des Meisterschaftsspiels gegen Mainz kommen durchaus Zweifel an der Sicherheit des Meistertitels auf. In der ersten Halbzeit waren die Mainzer mit ihrer Mannschaftsleistung den Bayern klar überlegen. Das muss jeder versierte Fussballkenner zugeben und ohne den überragenden Götze hätte das Spiel für die Bayern böse enden können. Auf Bild.de gibt’s dazu noch eine Übersicht und mehr Infos über Bayern und die aktuelle Spielleistung.

Doch wie sicher ist die Meisterschaft, wenn der Sieg von einem 37-Millionen schweren Mario Götze, der erst jetzt nach einer langen Verletzungspause wieder so richtig in Fahrt kommt, maßgeblich abhängt. Götze war nach seiner Einwechslung zur Pause in jedem Fall maßgeblich daran beteiligt, eine Niederlage gegen Mainz zu verhindern, auch wenn die Tore von Robben, Müller und Mandzukic erzielt worden sind. Grund zur Sorge geben der hohe, vielleicht es zu hohe, Optimismus von Trainer Pep Guardiola, der sich vor dem Spiel in einem Interview des Vereins- und Stadionmagazin vom FC Bayern durchweg positiv lobend äußerte und das hohe Niveau der Mannschaft verkündete. Die erste Halbzeit des Spiels gegen Mainz erzeugt allerdings eine deutliche Diskrepanz zwischen Trainerempfinden und tatsächlichem Spielniveau der Bayern.

Die FCB.tv News nach dem 4:1-Sieg gegen Mainz

Fehler und Schwächen der Bayer im Detail

Damit der Meistertitel für die Bayer als wirklich sicher gelten kann, dürfte die Spielstärke der Bayer nicht von der Spielleistung einiger weniger Spieler abhängig sein. Die Mannschaftsleistung der vergangenen Spiele des FCs ist in jedem Fall alles andere als überragend und lässt Grund zur Sorge aufkommen. Wenn einer der hervorragenden Spieler ausfällt, scheint die Meisterschaft gefährdet.

Eine wesentliche Schwäche des Vereins sind dazu noch die unzähligen Fehlpässe. Den Mainzer wurde die Abwehr der Bayernangriffe geradezu leicht gemacht. Nicht nur die unsicheren Ballpässe, sondern auch die fehlende und sonst gewohnte Ballrotation der Bayern kennzeichnen die momentan schwache Leistung der Bayern. Vor allem die linke Seite ist durch das Fehlen von Franck Ribéry, der aufgrund einer Kapselverletzung ausfällt, äußerst geschwächt. Auch David Alaba saß im Spiel zunächst auf der Bank. Fraglich ist hierbei, ob es sich hierbei um eine Fehlentscheidung des Trainers handelt.

Die Spielleistung von Boateng, der bei der Mainzer Führung völlig patze, lässt aktuell auch zu wünschen übrig. Insgesamt boten sich zwar nur zwei wirklich gefährliche Torschüsse für Mainz, jedoch konnte sie bereits die erste Chance in ein Tor verwandeln. Der Mainzer Julian Baumgartlinger hatte bei dem Verteidiger bei Boateng leichtes Spiel. Der Mainzer Torschütze Parker verwandelte seinen Schuss in einen Treffer und umkurvte den ansonsten grandiosen Manuel Neuer souverän, sodass Bayern erstmals in dieser Saison bei einem Spiel im Rückstand war.

Zwar haben sich die Bayern zur zweiten Halbzeit wieder gefangen, jedoch war der Auftritt bei einer differenzierten Spielanalyse alles andere als beeindruckend. Dem Trainerwunsch, den Fans im Stadion attraktive Spielzüge zu liefern, wurden die Bayern in jedem Fall nicht gerecht. Hierzu kann auch das Tor von Müller gezählt werden, das er lediglich nach einem umstrittenen Elfmeter verwandelte. Diesen bekam Bayern für einen leichten Schubser von Mandzukic in der 69 Spielminute.

Die Bayern haben Glück gehabt und eher ihre Pflicht erfüllt als ein hervorragendes Spiel abgeliefert. Auch wenn die Bayern als klare Favoriten für den Meistertitel gelten, muss die Mannschaft weiterhin hart trainieren um an ihren Schwächen zu arbeiten. Nur mit einem gezielten Training an den Schwächen des Vereins kann die Meisterschaft als wirklich entschieden gelten. Zu hoffen bleibt nur, dass das Training hinter dem Sichtschutz, den Guardiola für die geheimen Trainingseinheiten gefordert hat, auch genutzt wird. Zumindest Robben zeigte sich vor dem Spiel gegen Mainz einsichtig, der die Mainzer nicht unterschätzte, denn zu viel Selbstbewusstsein kann einer Mannschaft eben auch schaden. Mit hartem Training und gesundem Selbstvertrauen ist Bayern dennoch der Favorit für einen weiteren Titel, oder?

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Randolf Berold

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