Kolumne

FC Bayern München: Ein Tag nach dem Uli-Hoeneß-Urteil

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Bei dem Prozess wegen Steuerhinterziehung gab es für den Präsidenten von FC Bayern München keine Bewährung und kein Promi-Bonus: Uli Hoeneß muss aller Wahrscheinlichkeit nach für drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis gehen. Auch wenn die Verteidigung eine Revision des Urteils angekündigt hatte, ist die Aussicht auf Erfolg in diesem Fall eher klein. Als Bayern-München-Präsident muss die Fußball-Ikone wohl seinen Posten in den nächsten Tagen abgeben.

Ein angemessenes Zeichen gegen Steuerbetrug?

[sws_grey_box box_size=“630″]Trotz seiner Verurteilung als Steuerhinterzieher bleibt Uli Hoeneß eine große Figur im deutschen Sport. Er war ein überragender Fußballer gewesen, als Manager und Präsident hat er den FC Bayern München zu dem gemacht, was der Klub heute ist – die vermutlich beste und erfolgreichste Fußballmannschaft der Welt. Darüber hinaus hat er oft seine Menschlichkeit gezeigt und sich sozial engagiert, auch für seine ehemaligen Spielkameraden. [/sws_grey_box]

Es ist wichtig, in der schwärzesten Stunde im Leben von Uli Hoeneß daran zu erinnern. Gestern wurde er allerdings nicht als Mensch verurteilt, sondern im Mitten des Geschehens stand sein schweres Steuervergehen, der ihn nun hinter Gitter gebracht hat.

Stimmen zu Hoeneß-Urteil

Der viertägige Blitzprozess wurde akribisch von den Medien verfolgt. Nach dem gestrigen Urteil haben sich viele Persönlichkeiten aus Politik und Sport zu Wort gemeldet:

    • Horst Seehofer, CSU, Bayerischer Ministerpräsident: „Ich bin zuallerst menschlich betroffen, weil eine Freiheitsstrafe natürlich für jeden Menschen, und damit auch für Uli Hoeneß, ein gravierender Eingriff ist. Als Politiker und Ministerpräsident habe ich das Ergebnis eines rechtsstaatlichen Prozesses zu respektieren.“
    • Hoeneß-Rechtsanwalt Hanns W. Feigen: „Begeistert war er nicht. Die Verteidigung wird das Urteil anfechten. Der Bundesgerichtshofs soll prüfen, wie mit einer Selbstanzeige umzugehen ist, die wirksam, halb wirksam oder missglückt ist.“
    • Claudia Roth, ehemalige Grünen- Vorsitzende: „Auch ein Uli Hoeneß muss Steuern zahlen. Mir ist schleierhaft, wie eine Privatperson mit solchen Summen hantieren kann.“
    • Wolfgang Niersbach, DFB-Präsident: „Die Dimension des gesamten Vorgangs, wie er in den letzten Tagen publik wurde, hat auch uns als DFB überrascht. Die großen Verdienste von Uli Hoeneß für Bayern München und den gesamten deutschen Fußball bleiben unabhängig von diesem Prozess bestehen. Die juristische Beurteilung können in einem solchen Fall aber ausschließlich die Gerichte vornehmen, und da muss für Uli Hoeneß das gleiche Recht wie für jeden anderen gelten.“
    • Christoph Daum, Fußball-Trainer: „Ich denke nur an den Menschen Uli Hoeneß und seine Familie. Ich wünsche ihnen allen viel Kraft. Die werden sie nun brauchen, um diese schwierige Zeit gemeinsam gut durchzustehen.“

So denken die Bayern-Stars

Die Fußballer des FC Bayern reagierten auf das Urteil reserviert bis solidarisch. Als Fußball-Profi und Bayern-Angestellter ist es besonders schwierig, mit der gesamten Situation umzugehen. Thomas Müller sagte noch kurz vor Prozessende: „Wir kriegen alles mit, sind medial sehr gut versorgt. Natürlich fiebert man mit. Aber es ist ein komisches Thema.“  Ribéry: „Uli Hoeneß ist eine große und wichtige Person. Bayern ohne Hoeneß ist unvorstellbar. Wir wollten für ihn weiterkommen.“ Arjen Robben zeigte sich solidarisch: „Wenn einer Unterstützung braucht, dann ist er immer da. Jetzt müssen wir auch für ihn da sein.“

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