Kolumne

„Fack Ju Göhte 2“ & Bayerns Schulmisere: Versetzung gefährdet?

In der letzten Woche klingelte es an den Kinokassen als Elias M'Barek mit „Fack You Göhte 2“ an den Start ging. Der beliebte Film rund um die schräge Klasse und ihren Lehrer begeisterte bereits im ersten Teil ganz Deutschland. Elias dürfte ebenso dankbar für diese Komödie sein, da diese seinen unmittelbaren Durchbruch bedeutete. Werfen wir nun einen Blick auf die steigenden Zahlen im Hinblick auf die Durchfallquote der Abiturjahrgänge für Bayern und setzen diese in Verbindung mit dem Film, kommen wir auf die Frage zu sprechen, wie das Schulsystem Bayerns mittlerweile abschneidet? Steuern wir haltlos auf eine unaufhörliche Schulmisere zu? Wir haben überraschende Antworten auf längst überfällige Fragen.

Schulmisere

Kinostart von Fack You Göhte 2 in Bayern

Lehrer und Ex-Ganove Zeki Müller alias Elyas M’Barek entscheidet sich auch im zweiten Teil der erfolgreichen Schulkomödie für seine doch recht extravaganten Lehrmethoden. Kaum hat er seinen neuen Job in der Tasche, ist er vom stetigen frühen Aufstehen und den immer währenden Korrekturen auch schon genervt. Dann bekommt er auch noch Druck von oben: die Direktoren Gerster alias Katja Riemann möchte um jeden Preis den Ruf ihrer Gesamtschule aufpolieren. Sie hat eine Idee, fortan soll ihre Schule dem Schillergymnasium die thailändische Partnerschule wegnehmen.

Kurz entschlossen schickt sie Zeki und Lisi Schnabelstedt gemeinsam auf Klassenfahrt. Es geht mit den chaotischen Schützlingen aus dem letzten Film nach Thailand. Selbstverständlich verstehen es Schüler und Lehrer, vor Ort in Thailand mächtig für Wirbel zu sorgen. Unterdessen entbrennt der Machtkampf zwischen der Gesamtschule und dem Schillergymnasium und spitzt sich immer weiter zu. Lehrer Hauke sieht in Zeki Müller eine gelungene Angriffsfläche und geht seiner eigentlichen Karriere auf die Spur. So viel möchten wir an dieser Stelle auch nicht verraten. Schließlich soll der anhaltende Erfolg an den Kinokassen auch über die nächsten Wochen nicht abbrechen. Eines sei an dieser Stelle schon versprochen: Es gibt wieder jede Menge Lustiges, Verrücktes und Skurriles.

Nachmittagsbetreuung versus Ganztagsschule

Was im zweiten Teil von Fack Ju Göhte noch so lustig anmutet, ist in vielen Schulen nicht nur im Freistaat bittere Realität. In keinem Bundesland, wie in Bayern, gibt es eine so hohe Durchfallquote bei den Abiturprüfungen. Immer wieder neue Schulkonzepte und alternative Wege stellen auch die Geduld der Eltern auf eine harte Probe. Grundschule und Ganztagsschulen bringen immer mehr Eltern auf die Palme. Gerade für Eltern in Bayern stellt die Nachmittagsbetreuung ein erhebliches Problem dar, das zu heiß umkämpften Diskussionen führt. Wie kommen die Kinder direkt nach der Schule wieder nach Hause, wenn sie nicht in einer der Metropolen wohnen?


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Betreuungsproblem an den Nachmittagen

Mittlerweile offenbart sich ein eklatantes Betreuungsproblem gerade in der Nachmittagszeit, da die Schulen und Kindertagesstätten nur bedingt eine Nachmittagsbetreuung anbieten. Dagegen stellt sich der Irrglaube, dass immer noch ein Großteil der Mütter als Hausfrau und liebsorgende Mutter den ganzen Tag Zuhause verweilt. Die Ganztagsschulen gleichen den steigenden Betreuungsbedarf derzeit noch aus. Immer mehr Eltern fordern vom Freistaat, dass das Schulsystem sich nun an den veränderten Lebensbedingungen in den Familien zu orientieren hat. Erst wenn die Schule sich auf das Leben der Familien und der Schüler einstellt, ist von einem fusionierenden Schulsystem auszugehen.


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Schüler streben höhere Bildungsabschlüsse an

Laut Aussage der Süddeutsche möchte man in Bayern endlich zusätzliche Lehrerstellen schaffen. Das Ziel, auch im nächsten Jahr die Anforderung an die Unterrichtsversorgung halten zu können, soll über zusätzliche Lehrerstellen abgesichert werden. Bayerns Schulen haben unentwegt steigende Schülerzahlen zu verzeichnen und verzeichnen eine stetig hohe Nachfrage nach Lehrern, da zum Beispiel die Zuwanderung aus dem Osten und im Norden Deutschlands nicht abreißt. Im Hinblick auf die Bildung sind positive Tendenzen zu verzeichen, so streben mittlerweile immer mehr Schüler einen höheren Bildungsabschluss an.

Fazit

  • An dieser Stelle ist es angebracht, die Schuldzuweisungen auf eine andere Problematik hinzu lenken.
  • Es ist viel wichtiger, die einzelnen Schwachstellen zu sondieren und direkt am Problem zu arbeiten.
  • Investitionen in das Bildungssystem und in die Lehrkräfte sollen dem Schulsystem einen merklichen Schub verleihen.
  • Uns bleibt, abzuwarten, wo sich das Schulsystem in Bayern hin bewegen wird, um unseren Kindern einen optimalen Bildungsweg garantieren zu können.

Links zu weiterführenden Information

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schulmisere-bayern-will-zusaetzliche-lehrerstellen-schaffen-1.665034
http://www.huffingtonpost.de/katie-ritson/schulmisere-bayern-oma-versus-ganztagsschule_b_5238722.html
http://www.filmstarts.de/kritiken/226145.html

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / Dmitriy Shironosov