Kolumne

Enttäuschung und Freude: Ein Oscar geht doch nach München

Oscar

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Trotz Enttäuschung über die verpatzten Chancen der deutschen Oscar-Hoffnungsträger ging von Sonntag auf Montag doch ein Oscar nach München. Der Gewinner war der Wahlmünchener Alexandre Espigares, der mit seinem Kurzfilm „Mr. Hublot“ einen Oscar bekommen hat. Leer ausgegangen sind die Schöpfer des deutschen Kurzfilms „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“, die laut Kritiken gute Chancen auf einen Oscar hatten.

Ein Luxemburger in München

[sws_blue_box box_size=“630″]Der luxemburgische Trickfilmer Alexandre Espigares wohnt mitten in München, in der Nymphenburger Straße, gleich hinterm Landgericht. In diesem Jahr gewann sein Trickfilm „Mr. Hublot“ den begehrtesten Preis der Filmindustrie. Dieser Film ist Esperages erste Co-Regie. Noch Anfang des Jahres hat er sich um den Starter Filmpreis (6000 Euro), also den Nachwuchspreis der Stadt München, beworben. Und jetzt steht er als Oscar-Gewinner da – eine ziemlich witzige Preisspanne. Bevor er den Film-Olymp erreicht hat, arbeitete er bei verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen, wie „Iron Man 3“, an dem das Münchener Visual Effects Studio Trixter mitgearbeitet hat. Außerdem war er an der Produktion von „Tarzan 3D“ beteiligt, der jetzt im Kino läuft. Der Preis wurde dem Luxemburger im Dolby Theatre in Los Angeles von Kim Novak und Matthew McConaughey überreicht. [/sws_blue_box]

Mechanische Welt des Mr. Hublot

Der 3D-animierte Kurzfilm zeigt dem Zuschauer eine eigensinnige Welt, in der einfach alles mechanisch läuft. Mr. Hublot ist ein allein lebender und pedantischer Mann, auf seiner Stirn trägt er ein Zählwerk und an der Brille eine Fernglaserweiterung. Ein streunender Roboterhund bringt sein geordnetes Leben völlig durcheinander.

Zurzeit läuft der charmante Kurzfilm in der Arte-Mediathek. Der Oscar-Preis in der Kategorie „Animierter Kurzfilm“ ist eine Nebenkategorie der Oscar-Nacht. Der Gewinn könnte jedoch für den Filmemacher einen baldigen Umzug von München nach Hollywood bedeuten.

Deutsche Oscar-Hoffnungen enttäuscht

Bei der 86. Oscar-Verleihung gingen deutsche Hoffnungen leider leer aus. Nur der deutsch-irische Schauspieler Michael Fassbender wurde für den Streifen „12 Years a Slave“ als bester Nebendarsteller nominiert. Diesen Preis bekam jedoch der 42-jährige Jared Leto  für seine Darstellung eines Transvestiten in dem Aids-Drama „Dallas Buyers Club“. Die deutschen Regisseure Max Lang und Jan Lachauer mussten eine Enttäuschung einstecken. Sie haben mit ihrem Zeichentrickfilm „Room on the Broom“ auf einen Oscar gehofft, den dann aber „Mr. Hublot“  von Laurent Witz und Alexandre Espigares bekam.

Auch die deutschen Spezialeffekte-Macher von der Firma Pixomondo waren bei der Preisverleihung lediglich in der Statistenrolle. Sie hatten sich ihre Chancen durch ihre Arbeit am Science-Fiction-Epos „Star Trek: Into Darkness“ erhofft. In dieser Sparte war aber in diesem Jahr der Film „Gravity“ – ein 3D-Weltraumdrama – einfach konkurrenzlos. Er hatte insgesamt 8 Preise bekommen.

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Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / Michael Novelo

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