Kolumne

Endlich wieder Nürnberger Lebkuchen

Von: Holger Schossig

Weihnachtszeit ist Lebkuchenzeit. Und weil Nürnberg ja die Weihnachtsstadt schlechthin ist – schließlich wohnt hier auch das Christkind – ist es nicht verwunderlich, dass auch der Lebkuchen sein Zuhause in der Frankenmetropole hat. Und das schon seit dem 15. Jahrhundert. Bemerkenswert ist allerdings, dass sie zu Beginn so gar nichts mit Weihnachten zu tun hatten, schon eher mit Pfingsten. Denn Kaiser Friedrich III. soll im Jahr 1487 anlässlich des Reichstages an Kinder kleine Lebkuchen verteilt haben. Auf diesen Lebkuchen war zudem der Kaiser selbst zu sehen. Ob mit oder ohne Bild, geschmeckt haben sie scheinbar.

Weltweit bekannt: die Nürnberger Lebkuchen – Foto: Holger Schossig

Im Laufe der Zeit wurde so aus dem kleinen „Friedrich-III.-Lebkuchen“ der Nürnberger Lebkuchen. Diese Bezeichnung ist im Übrigen gesetzlich geschützt und zwar seit dem Jahr 1927. Das heißt, dass zwar jeder immer und überall Lebkuchen herstellen, diese aber nicht Nürnberger Lebkuchen nennen darf. Wäre ja auch noch schöner…

Besonders begehrt sind die Nürnberger Elisenlebkuchen, die im Gegensatz zum gewöhnlichen Nürnberger Lebkuchen eine andere Zusammensetzung haben, und zwar eine weitaus hochwertigere. So muss der Nussanteil mindestens 25 Prozent betragen. Außer Mandeln, Haselnüssen und Walnüssen sind keine anderen Ölsamen erlaubt. Mehl darf maximal zehn Prozent enthalten sein. Wie das Originalrezept aussieht, das wird geheim gehalten. Sicher sind die Zutaten: Neben den genannten Ölsamen findet man Mehl, Zucker, Honig und Eier, Marzipan, Orangeat und Zitronat, sowie die Gewürze Zimt, Anis, Ingwer, Nelken, Piment, Kardamom, Koriander und Macis. Vielleicht haben Sie Lust, es einfach selbst mal zu versuchen. Unter dem Lebkuchen wird eine Oblate gelegt, der Teig kann naturbelassen bleiben oder auch mit Schokolade oder Zuckerguss überzogen werden. Weiterhin kann man die Oberfläche noch mit Mandeln verzieren.

Zu bekommen sind die Nürnberger Lebkuchen dank des Internet-Zeitalters das ganze Jahr über weltweit, in Nürnberg werden sie allerdings nicht nur an Weihnachten verkauft, sondern sind ebenfalls den Rest des Jahres erhältlich. Aber natürlich schmecken sie am besten, wenn es auf Weihnachten zugeht. Ich mag die Teile auch unheimlich gerne, nur geht das mit der Zeit ganz schön ins Geld. Wer gerade vor Weihnachten noch etwas Gutes tun möchte, darf mir gerne ein paar der leckeren Nürnberger Lebkuchen schicken, ich würde Sie dann auch in meine Gebete mit einschließen. 😉

1 Kommentar zu Endlich wieder Nürnberger Lebkuchen

  1. Nürnberg ist mit Abstand die weltweite Lebkuchen-Metropole und das schmeckt man. In keiner anderen Stadt wird so viel auf die Lebkuchen Tradition wert gelegt wie hier. Und es freut mich immer wieder zur Weihnachtszeit einen Abstecher in dieser hübschen Stadt zu machen. Ohne Nürnberg würde es Lebkuchen, so wie wir es kennen, gar nicht geben.

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