Kolumne

Ein neuer „Geniestreich“ der Bahn

Von: Holger Schossig

foto-holger-215Die Bahn macht wieder mal Schlagzeilen. Aktuell betroffen ist die Stadt Nürnberg, genauer gesagt, die neue S-Bahnstrecke von Neumarkt zum Nürnberger Hauptbahnhof. Diese Linie soll nämlich, wenn es nach der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) geht, auf Nürnberger Stadtgebiet nirgends mehr anhalten – außer eben am Hauptbahnhof. Da die S-Bahn aber unter anderem den Bahnhof Frankenstadion passiert, wird hier massiver Protest laut.

Steigt der Club in die 2.Liga ab, hält auch die Bahn nicht mehr - Foto: Holger Schossig

Steigt der Club in die 2.Liga ab, hält auch die Bahn nicht mehr – Foto: Holger Schossig

Der Grund: Die Haltestelle Frankestadion wird bei Heimspielen des 1.FC Nürnberg natürlich von vielen Clubfans aus dem westlichen Umkreis genutzt. Aber auch zu Konzerten und Veranstaltungen, die in der Nürnberger Arena stattfinden und auch zu Großveranstaltungen rund um den Dutzendteich (Noris-Ring, Rock im Park, Volksfest) soll die Bahn nicht mehr anhalten.

Das heißt für Fahrgäste: Durchfahrt bis Hauptbahnhof und dann mit der S-Bahn Linie 2 wieder zurück. Umständlicher geht es wohl nicht mehr. Begründet wird das Nichtanhalten am Frankenstadion mit der Tatsache, dass die Züge nicht mit dem Bahnsteig kompatibel sind. Der Bahnsteig hat eine Höhe von 96 Zentimetern, die Züge nur 76 Zentimeter. Das gäbe erhebliche Behinderungen beim Ein- und Aussteigen, wäre auch ein Sicherheitsrisiko und wäre beispielsweise für Rollstuhlfahrer ein unüberwindbares Hindernis. Aber hätte man sich das nicht vorher überlegen müssen?

Nach einem massiven Protest – auch von Seiten des Nürnberger Stadtrats – hat man sich nun dazu entschieden, den Haltepunkt Frankenstadion bei Heimspielen des 1.FCN weiterhin anzufahren. Aber nur dann, wenn der Club in der 1. Bundesliga bleibt. Da fehlen einem die Worte!

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