Kolumne

Ein Bayern-Museum in Franken? Geht ja gar nicht!

Von: Holger Schossig

Uiuiui, da geht es wieder mal hoch her zwischen den Bayern und den Franken. Dass es mit der Freundschaft dieser beiden Bevölkerungsgruppen nicht immer zum Besten bestellt ist, das weiß man ja, dass die Bayern die Franken bestenfalls dulden – und umgekehrt natürlich – auch das wird immer wieder deutlich. Und ab und an fliegen halt mal die Fetzen. Momentan ist es wieder soweit.

Die Franken brauchen kein bayerisches Museum – schon eher ein Bundesland Franken – Grafik: Carport

Stein des Anstoßes: Ein geplantes Museum über bayerische Geschichte, das in Franken gebaut werden soll. Das bringt nicht nur die meisten Franken auf die Palme, sondern vor allem den Fränkischen Bund, der Unverständnis zeigt, was Joachim Kalb, Vorstandsmitglied der Vereinigung, neulich der dpa mitteilte: „Wir brauchen in Franken kein Museum, in dem es hautpsächlich um das Haus Wittelsbach geht und die fränkische Geschichte durch die weiß-blau gerautete Brille betrachtet wird. Franken wird in einem solchen Museum sicher keine große Rolle spielen.“ Ich fürchte ja fast, dass er damit Recht behält…

Und Kalb macht noch weiter! Er fordert im gleichen Atemzug, dass sich die fränkischen Städte nicht um den Standort für ein bayerisches Museum bewerben sollten, sondern für ein eigenes, fränkisches Museum. Ob es nun irgendwann ein fränkisches Museum geben wird oder nicht, das ist für die Planungen des Museums der bayerischen Geschichte nicht von Bedeutung. Und auch die eingereichten Bewerbungen werden die fränkischen Städte wohl kaum mehr zurückziehen. Beworben haben sich im Übrigen unter anderem Nürnberg und Würzburg. Im Jahr 2018 soll das Museum eröffnet werden – ob in Bayern oder in Franken, das wird sich zeigen.

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