Kolumne

Die unsichtbaren Bewohner der Wichtelhöhlen in Unterfranken

Wichtelhöhlen | Symbolbild Wichtelhöhlen | Symbolbild
Wichtelhöhlen | Symbolbild

Wichtelhöhlen | Symbolbild

Bizarre Landschaftsformen haben schon immer die Einbildungskraft der Menschen in besonderem Maße angeregt. Im Reich der Fantasie geben sich Elfen, Riesen, Kobolde, Gnome und Wichtel ein Stelldichein. Kinder lieben Märchen, in denen illusionäre Geschöpfe die Hauptrollen spielen. Aber auch so mancher Erwachsener lässt sich hin und wieder gerne zu einem Ausflug ins Märchenland verführen.

Bei den Wichtelhöhlen in einem Waldstück bei Bad Kissingen in Unterfranken lässt sich mühelos das reale Geschehen mit fiktiven Geschichten vermischen. Ein wenig Fantasie genügt, um sich das Treiben der Wichtel in den Höhlen vorzustellen. Einer Sage nach versteckten sich die Wichtel vor sehr langer Zeit auf der Flucht vor den Menschen unter den großen Steinen. Weil es ihnen dort so gut gefiel, haben sie diesen Platz zu ihrer neuen Heimat auserkoren.

Einem Müller in der Nähe sollen die Wichtel einst bei der Arbeit geholfen haben. Seit er sie beleidigte, halten sich die Wichtel rigoros von allen Menschen fern.

Einsturzstelle Wichtelhöhlen Bad Kissingen

Entstehung und Lage der Wichtelhöhlen

Auf ein Alter von 200 Mio. Jahre werden die etwa 20 riesigen Sandsteinblöcke geschätzt, die aufeinandergestapelt die Wichtelhöhlen bilden. Entstanden sind sie durch die Auswaschungen der Fränkischen Saale. Die auffallende Felsformation befindet sich in direkter Nähe der Euerdorfer Straße, die nach Bad Kissingen führt.

Die Höhlen liegen etwa einen Kilometer von der unterfränkischen Stadt entfernt. Ein quer liegender Sandstein, der ein großes Stück aus dem Steingebilde herausragt, wird als Kanzel bezeichnet.

Auf ihm soll der Anführer der Wichtel bei den regelmäßig stattfindenden Konventen seine Reden halten. Eine neue Geschäftsidee lockt Besucher an, die eine gespenstische Atmosphäre in einer Vollmondnacht lieben. Die Wichtelhöhlen bilden im silbernen Licht des Mondes die perfekte Kulisse. Wenn die Glühwürmchen leuchten, Fledermäuse durch die nächtlichen Lüfte flattern oder der Ruf einer Eule oder eines Waldkauzes ertönt, wird das Schauspiel zu einem beeindruckenden Erlebnis. Der Schein von brennenden Teelichtern in den Felsnischen unterstützt die mystische Stimmung noch zusätzlich.

Artikelbild: ©panthermedia.net TONO BALAGUER

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