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Kolumne

Die Nürnberger Frauenkirche – jetzt schlägt´s 12

Von: Alexandra Koch

Jeden Tag pünktlich um 12 Uhr finden sich an der Nürnberger Frauenkirche zahlreiche Schaulustige ein. Es sind zwar bei Weitem nicht so viele, wie den berühmten Schäfflertanz am Münchener Rathaus Tag für Tag beobachten, aber eben doch so viele, dass das um jene Uhrzeit stattfindende „Männleinlaufen“ überregionale Berühmtheit erlangt hat. Dabei treten die unterschiedlichsten Männchen aus einem Tor am Kirchturm heraus, verneigen sich vor dem Kaiser und bringen Geschenke dar.

Die Frauenkirche auf dem Hauptmarkt: eine der drei wichtigsten Kirchen in Nürnberg – Foto: Holger Schossig

Touristen wie Einheimische besuchen die Frauenkirche in Nürnberg oft und gerne. Das liegt vermutlich auch an der praktischen Innenstadtlage: Inmitten der Altstadt auf dem Hauptmarkt befindet sich das sakrale Bauwerk in seiner ganzen monumentalen Größe.

1355 – inmitten des Spätmittelalters – wurde die Nürnberger Frauenkirche von Kaiser Karl IV. gestiftet und auf den Ruinen einer jüdischen Synagoge erbaut. Die Synagoge war durch das Pogrom im Jahre 1349 zerstört worden – ein frühes Beispiel der Judenverfolgung in Europa. Noch heute kann man als Erinnerung daran den jüdischen Davidsstern – in den Boden der Kirche eingelassen – betrachten. An der Nürnberger Frauenkirche arbeiteten namhafte Baumeister der damaligen Zeit, wie Peter Parler und Adam Kraft, mit. Berühmtester Gegenstand der Kirche ist wohl heute der Tucheraltar, welcher von einem unbekannten Meister mit herausragender Feinheit gestaltet worden war.

Einmal im Jahr hat die Nürnberger Frauenkirche eine ganz besondere Aufgabe. Denn von ihrer Empore aus eröffnet Ende November das Christkind den wohl berühmtesten Weihnachtsmarkt der Welt: den Nürnberger Christkindlesmarkt. Dann wollen Schaulustige aus aller Welt die Kirche und den davor stattfindenden Markt bewundern.

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