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Kolumne

Die knapp 100-jährige Epoche der Randenburg in Unterfranken

Von: Karola Schmitt

Im bayerischen Spessart, in der Nähe von Hahnenkamm und Schanzenkopf gelegen, ragten einst die Mauern der Randenburg in die Höhe. Die Burg wurde in dem gleichen Tal errichtet, durch das auch der Krebsbach fließt, der in seinem weiteren Verlauf in der Kahl mündet. Die Randenburg befand sich in südöstlicher Lage zum heutigen Alzenau in Unterfranken. Nicht einmal 100 Jahre dauerte die Glanzzeit der Burganlage an.

Kümmerliche Überreste

Die Reste der Randenburg, hier: der Hügel der Kernburg – Foto: Freak-Line-Community

Da mehrmalige Anläufe, die Burg wieder zu errichten, von den Erzbischöfen in Mainz erfolgreich vereitelt wurden, nutzen die Menschen in der Umgebung schließlich die Anlage als Steinbruch. Mit den bereits gehauenen Sandsteinen bauten sie ihre Häuser. Übrig blieben lediglich Reste des Burgstalls und des Ringwalls. Ein noch immer bestehender, langgezogener Krater war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Kellergewölbe.

Die Geschichte der Randenburg

Die Historiker gehen davon aus, dass die Burg um das Jahr 1175 von den Herren von Kälberau errichtet wurde. Die Erbauer nannten sich daraufhin von Rannenberg. Mit 150 m Länge war die Randenburg ein stattliches Gebäude, das mit vorgelagerten Gräben und Vorwerken Schutz erhielt. Trotzdem fiel die Burg im Jahr 1258 in die Hände der Grafen von Rieneck, die gleichzeitig mit den Mainzer Kurfürsten kriegerische Auseinandersetzungen führten, aus denen letztendlich die Kurfürsten als Sieger hervorgingen. Sie waren es, die den Befehl zum Abriss der Burg erteilten.

Die Burg als Namensgeber für Alzenau

Einer Sage nach, resultiert der Name Alzenau aus einer Begebenheit anlässlich der Eroberung der Randenburg. So sollen die Bezwinger die Burgherrin begnadigt haben. Sie gestatteten ihr sogar, ihr liebstes Hab und Gut mitzunehmen, aber nur soviel sie selber zu tragen in der Lage war. Kurzerhand lud sie ihren Gatten auf die Schultern und schleppte ihn davon. Die Last wurde ihr auf dem Weg in die Freiheit dann doch zu schwer, weshalb ihr Mann sie aufforderte, ihn zurück zu lassen und sich selbst zu retten. Die Frau wollte davon nichts wissen und antwortete: „All zu nah.“ Damit meinte sie die kurze Strecke, die zur Befreiung vor ihnen lag. Mit letzter Kraft trug sie ihren Mann dann doch noch auf eine sichere Anhöhe. Dort ließen sie sich nieder. Im Gedenken an die Errettung, soll dieser Ort den Namen Alzenau erhalten haben, was ähnlich klingt wie „All zu nah“.

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