Kolumne

Die Kirchenburg Kinding – Wehrkirchenanlage aus dem Mittelalter

Von: Eranie Funderburk

Die Kirchenburg Kinding wurde von Ulrich I. Schenk von Geyern gebaut. 1310 ließ er aus dem Abbruchmaterial seiner einstigen Burg das Gotteshaus errichten. Komplett fertiggestellt wurde die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert. Noch heute ist die spätmittelalterliche Wehranlage und größte Kirchenburg des Bistums Eichstätt sehr gut erhalten.

Dir Kirchenburg Kinding – Foto: KBWEi

Die Kirchenburg Kinding besteht aus mehreren Altären und Seitenaltären, zwei Friedhöfen, dem Obergeschoss im Osten der Kirche, einem Glockenturm aus Backstein und einer Kanzel. 1687 wurde die Fünfwundenkapelle für die Fünf-Wunden-(Gebets) Bruderschaft gebaut. Der Name der Kapelle stammt von den fünf Wunden Christis, die ihm während der Kreuzigung zugefügt wurden. Im 17. und 18. Jahrhundert erfolgte dann der Ausbau der Kirche im barocken Stil. An der Decke des Langhauses malte Willibald Wunderer 1792 das Patrozinium „Mariä Geburt“. Der Kirchenpatronin zur Ehre wurde sowohl im Barock und in der Spätgotik jeweils eine Marienstatue aufgestellt. Ende des 17. Jahrhunderts bekam die Kirche dann noch ein ganz besonderes Taufbecken. Das Becken besteht aus Muscheln und steht auf einem Balusterfuß. Am Eingang befindet sich eine in Holz geschnitzte Szene aus der Bibel. Hier kann man die Geschichte von Jesus auf dem Ölberg bewundern. Oberhalb der Kirche wurde 1857 ein Bergkreuz aufgestellt. Heute sind die Wehrgänge der Burg leider nicht mehr erhalten.

Weitere Nutzung der Kirchenburg Kinding

Die eigentliche Kirche – Foto: Zinnmann

In Kriegszeiten nutzten die Bewohner Kindings die Kirchenburg als Wehranlage und als Fluchtstätte. Dort fanden nicht nur die Menschen eine Zuflucht, sondern auch deren Tiere und Habseligkeiten.

Besuchsmöglichkeiten der Kirchenburg Kinding

Die Kirchenburg Kinding kann man im Sommer täglich von 8 bis 18 Uhr und im Winter von 8 bis 16 Uhr besuchen. Es finden auch Führungen statt. Erreichen kann man die Kirchenburg mit dem Bus, der Bahn und mit dem Auto. Nach dem Besuch der Kirchenburg lohnt sich auch eine Wanderung zur Kindinger Klause, einem Felsmassiv im Naturpark Altmühltal.

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