Kolumne

Die Kaiserpfalz in Forchheim: lebendige Geschichte

Von: Ingrid Neufeld

Forchheim ist ein reizendes oberfränkisches Städtchen, gerade zehn Autominuten von Erlangen entfernt. Die Fachwerkfassaden stechen sofort ins Auge und man sieht auf einen Blick, dass Forchheim eine Vergangenheit hat, die weit zurück reicht.

Die Kaiserpfalz in Forchheim ist das Wahrzeichen der Stadt – Foto: D.j.mueller

Das Wahrzeichen dieser traditionellen Stadt ist die „Kaiserpfalz“, wie die Burg von Forchheim genannt wird. Errichtet wurde die Burg vom Bamberger Bischof Lambert von Brunn im 14. Jahrhundert als fürstbischöfliche Residenz.  Wegen ihrer einzigartigen Bausubstanz und ihrer spätgotischen Wandmalereien stufte das Bayerische Kultusministerium die Burg zu einem Denkmal von nationaler Bedeutung ein. Sie zählt damit immerhin zu den wichtigsten Burgen von ganz Süddeutschland.

Die Malereien stammen teilweise von böhmischen Künstlern und wurden unter dem Bamberger Fürstbischof Lambert von Brunn und dessen Nachfolger Fürstbischof Albert von Wertheim angefertigt, also in der Zeit von 1374 – 1421. Die Malereien wurden mit einem Bindemittel auf bereits trockenem Putz ausgeführt. Sie liegen auf geglättetem Kalkputz.  Als Bindemittel diente eine Temperatechnik. Schon damals verwendete man nicht nur die üblichen Erdpigmente gelbe und rote Ocker, sondern bereits künstlich hergestelltes Farbpulver. In der Kapelle kam sogar Blattgold zum Einsatz, was die Malereien besonders hochwertig und wertvoll macht.

Die Bastion mit Saltorturm – Foto: Dark Avenger

Der ehemalige Wohnbau, der ab 1391 im Osten der Burg erbaut wurde, ist das Kernstück des Gebäudes, das Große Kemenate genannt wird. Eine Besonderheit ist dort die aufwändige Steinkammer-Luftheizung. Die Kemenate wurde von Bischof Lambert von Brunn in seinem Ruhestand teilweise privat genutzt.

Eine zünftige Burg hat natürlich auch einen entsprechenden Burggraben. Nördlich davon steht noch immer ein mittelalterliches Stadttor, nämlich der Saltorturm.

1911 wurde das Pfalzmuseum gegründet. Es beinhaltet gleich drei Spezialmuseen, und zwar das Archäologiemuseum Oberfranken, das Stadtmuseum und das Trachtenmuseum. Während der Sommermonate kann die Burg Dienstag bis Sonntag von 10.00 – 17.00 Uhr besichtigt werden. Im Winter immer am Mittwoch und Donnerstag von 10.00 – 13.00 Uhr und Sonntag von 13.00 – 17.00 Uhr.

Kommentar hinterlassen