Kolumne

Die große Schuld von Weismain

Von: Sebastian Herbst

Auf Weismain lastet eine große Schuld. Und das nicht etwa im übertragenen Sinne, nein. Weismain hat einfach nur verdammt viele Schulden, finanzielle Probleme. Explizit heißt das: Im Moment kann man mit rund 20 Millionen Euro rechnen, die die Gemeinde noch abzudrücken hat, für die Zukunft werden Investitionen in Höhe von weiteren 30 Millionen Euro anfallen.

Weismain drücken erhebliche Schulden – Foto: Bornschlegel

Betrachtet man die Schuldenlast von Weismain erst einmal relativ auf die Bewohner, sieht die Sache freilich weniger bedrohlich aus. Auf die rund 4.800 Einwohner gerechnet steht jeder eigentlich „nur“ mit 4.200 Euro in der Miese – und das „nur“ soll jetzt nicht spöttisch klingen.

Denn sehen wir uns doch einmal an, wie sich die gesamte Bundesrepublik verschuldet hat. Müsste jeder der 82 Millionen Einwohner heute seinen Teil der Schulden bezahlen, wären die meisten wohl pleite – dann wären nämlich über 21.000 Euro für jeden fällig.

Der Grund, weshalb Weismain jedoch für so enorm viel Aufsehen sorgt, ist schlichtweg die bayerische, recht schuldenfreie Umgebung. Andere Länder, allen voran Bremen mit Schulden pro Einwohner, die sich jenseits der 20.000er-Marke befinden, könnten sich Weismain als Vorbild in Sachen gutes Geldmanagement nehmen. In Bayern, wo den Bürger durchschnittlich gesehen nicht einmal 1.800 Euro belasten, fällt der Schuldenstand der kleinen Gemeinde ganz schön ins Gewicht. Und Veränderungen gehen nur langsam vor sich, obwohl ein radikaler Sparkurs angekündigt ist.

In der Szene der Speditionsunternehmer munkelt man bereits, dass das Warnschild für die in der Höhe beschränkte Fahrbahn am Oberen Tor mit Absicht sehr knapp gewählt wurde. Versicherung bei einem Unfall und so, doch das ist nur Gemunkel. Also psssst, nicht weitersagen…

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