Kolumne

Die Geschichte der Naturheilkunde: Seit Jahrhunderten bewährt!

Die Naturheilkunde existiert im Grunde genommen bereits genau so lange, wie es die Menschheit gibt. Hippokrates, der Urvater aller Ärzte, praktizierte bereits vor 2500 Jahren. Während sich die reinen Schulmediziner längst von den Vorstellungen ihrer Urahnen distanziert haben, fühlen sich sowohl die Heilpraktiker als auch die Ärzte für Naturheilfahren der ganzheitlichen Medizin verpflichtet.

Naturheilkunde | © panthermedia.net /marilyna Naturheilkunde | © panthermedia.net /marilyna

Warum aber distanziert sich die Schulmedizin? Nun, unter dem Begriff Naturheilkunde, wie sie auch schon Hippokrates anwandte, versteht man, den Menschen in seiner Gesamtheit zu sehen. Das bedeutet, hier werden nicht nur kranke Organe behandelt, sondern der Mensch selber. Die Einheit von Körper, Seele und Geist steht hier im Fokus, und nicht nur das aufgetretene Symptom.

In der Naturheilkunde sind daher auch sehr unterschiedliche Behandler involviert. Ein Naturheilkundler kann sowohl der Arzt sein, der sich auf die Naturheilkunde spezialisiert hat, der Heilpraktiker, der Osteopath, die Kräuterfrau und viele andere Naturheilkundler. Aus diesem Grund gibt es auch sehr unterschiedliche Verständnisse vom dem Begriff Naturheilkunde.

Gerade in Bayern werden die Menschen am ehesten an Kräuter denken. Gerade in den Alpen und insgesamt der landwirtschaftlichen Region ist der Kräuteranbau und vor allem die Verwendung von Heilkräutern extrem weit verbreitet.

Wofür werden Naturheilverfahren eingesetzt?

Die Einsatzgebiete der Naturheilverfahren sind sehr breit gefächert, aber zusammenfassend lässt sich sagen, dass sie ihre Einsatzgebiete die Oberbegriffe Vorbeugung, Lindern und natürlich das Heilen von Krankheiten umfassen. Stets sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers angesprochen werden. In der Naturheilkunde wird immer davon ausgegangen, dass der menschliche Organismus die Fähigkeit zur Selbstheilung des Körpers hat. Diese Fähigkeit wird auch als Selbstregulation bezeichnet.

Schulmedizin vs. Naturheilkunde

Der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Behandlungsmethoden liegt vor allem im Umgang mit der Krankheit. Die Schulmedizin diagnostiziert das Symptom und behandelt dieses entsprechend. Der Naturheilkundler hingegen sucht die Ursache für die aufgetretenen Symptome. Der Grund liegt in den vermeintlichen Selbstheilungskräften, denn es wird davon ausgegangen, dass diese aktiviert werden müssen, um den Heilungsprozess in Gang zu setzen. Nicht selten sind die Prozesse recht langwierig.

Heilpflanzen und Heilkräuter

Heilpflanze | © panthermedia.net /Hans-Joachim Schneider

Heilpflanze | © panthermedia.net /Hans-Joachim Schneider

Zum Zweck der Selbstregulation werden daher häufig Heilkräuter und -pflanzen eingesetzt. Oftmals jedoch ist die Wirksamkeit dieser Substanzen nicht wissenschaftlich belegt. Einige Studien konnten aber dennoch die Wirkung bestimmter Heilkräuter bestätigen. So zeigte sich beispielweise, dass bei Schmerzen im Bewegungsapparat die afrikanische Teufelskralle erfolgreich wirkt.

Ebenso gilt Echinacea als wirksam, wenn es um die Vorbeugung und Behandlung von Schnupfen geht. Johanniskraut wird nicht selten bei leichten bis mittelschweren Depressionen eingesetzt, jedoch setzt dessen Wirkung erst nach mehreren Wochen der Anwendung ein.

Einige Studien behaupten, dass die Wirkung von Aloe Vera und ebenso von Kamille, Lavendel und anderen Kräutern mangelhaft sei.

Die Wirksamkeit, kann man sie wirklich beurteilen?

Wie es wirklich um die Wirksamkeit bestellt ist, lässt sich derzeit im Grund unmöglich sagen. Zum einen gab es vor vielen Jahrhunderten keine moderne Medizin und die Menschen ihrer Zeit wurden damals wie heute erfolgreich behandelt. Zum anderen gibt es nach wie vor kein Miteinander zwischen Schulmedizinern und Naturheilkundler.

Maximal gibt es eine Annäherung. Während viele Naturheilkundler Medikamente strikt ablehnen, gibt es ebenso viele Mediziner, die Kräutern ihre Heilkräfte absprechen, dennoch hat man schon vielerorts feststellen können, dass sich beide Methoden oftmals hervorragend ergänzen.

Ein typisches Beispiel ist die Gabe von Antibiotika. Natürlich sind Antibiotika ein hervorragendes Medikament, wenn es darum geht, Bakterien erfolgreich abzutöten. Tatsache ist aber auch, dass genau dieses Medikament auch die überlebensnotwendigen Darmbakterien mit abtötet. Werden diese nicht schnellstmöglich wieder aktiviert, so ist der behandelte Patient für einen sehr langen Zeitraum mit einer deutlich verminderten Immunabwehr ausgestattet.

Gerade an dieser Stelle hilft die zeitgleiche Eingabe von Naturheilmittel, die dafür sorgen, dass sich die Darmbakterien schnellst möglich wieder ansiedeln können. Auch der Heilpraktikerverband Bayern hat gerade auf diesen Missstand deutlich hingewiesen. Inzwischen werden von vielen Allgemeinmedizinern Antibiotika und eine Darmaufbaukur zeitgleich verschrieben.

Heilkräuter in der Kombination

Unabhängig von den derzeitigen Studien, die häufig nur ein einzelnes Kraut genauer unter die Lupe nehmen, gibt es inzwischen auch viele Kräuterkombinationen, ähnlich wie in grauer Vorzeit.

Eine von ihnen ist beispielsweise Bitterstern. Das Elixier besteht aus 18 Heilkräutern. Die Basis dieses Elixiers ist ein altes Klosterrezept. Enthalten sind unter anderem Zimt, Galgant, Majoran, Koriander, Kardamom, Lavendel, Ingwer, chinesische, indianische und ayurvedische Heilpflanzen.

Dieser Kombination wird nachgesagt, dass es binnen kürzester Zeit die Meridiane in Schwung bringt, die in der Naturheilkunde eine entscheidende Rolle spielen. Für nicht Naturheilkundler heißt das, dass nach der Einnahme dieser Kräutermischung ein Gefühl der Erleichterung bringt.

Ein interessantes Thema, ohne Zweifel. Vielleicht ist eine Mischung aus heutiger moderner Medizin und Naturheilverfahren eine gute Lösung, mit der beide Seiten gut leben können.

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