Kolumne

Die Burg Trausnitz – Wahrzeichen von Landshut

Von: Marlene Soff

Ein Besuch in der niederbayerischen Stadt Landshut offenbart einem wahrlich zahlreiche interessante Sehenswürdigkeiten, welche allesamt eine aufregende Geschichte zu erzählen haben. Besonders stolz sind die Landshuter dabei auf die historische Burg Trausnitz, welche fast schon majestätisch über das Stadtbild herausragt und somit als Wahrzeichen dient.

Die Burg Trausnitz, das Wahrzeichen Landshuts – Foto: Bertl 85

Laut einschlägiger Forschungen kann der Entstehungszeitraum dieses einmaligen Bauwerkes heute auf einen zeitlichen Rahmen um das Jahr 1150 festgelegt werden, wobei es sich hier lediglich um Schätzungen aufgrund diverser Ausgrabungen handelt. Doch auch wenn keiner der Landshuter so genau weiß, wann die geliebte Burg Trausnitz eigentlich ganz genau entstanden ist, heißt das noch lange nicht, dass es nicht eine äußerst interessante Geschichte rund um dieses Bauwerk gibt. Schließlich hat sich auch in den letzten Jahrhunderten dort einiges ereignet, was letztendlich in zahlreichen Büchern und Schriften nachzulesen ist. Eine echte bayerische Zeitreise also!

Eine Burg trotzt den Jahrhunderten

Der Wittelfsbacher Turm – Foto: KlausF

Sieht man sich nun einmal die Tatsachen an, welche sich in den Büchern finden, so besitzt die Burg Trausnitz sogar eine längere Geschichte als die Stadt selbst. Teile der Burg wurden nämlich schon gebaut, als es Landshut noch gar nicht gab. Doch nicht nur das, auch der Name der Stadt geht auf dieses Bauwerk zurück, welches ursprünglich den Namen Landeshuata trug. Hieraus hat sich nach und nach der heutige Stadtname Landshut entwickelt.

Was die Bewohner der Burg Trausnitz angeht, so hat sich über die Jahrhunderte dort ein echtes Stelldichein der bayerischen Adligen eingefunden. So machte Herzog Ludwig der Kelheimer um das Jahr 1200 den Anfang, welchem die Landshuter heute auch ihre schöne Stadt zu verdanken haben. Über die nächsten Epochen bewohnten dann die sogenannten reichen Herzöge Bayerns die Burg wie zum Beispiel Georg der Reiche oder Ludwig IX., welche übrigens auch entscheidend zum Ausbau der Festung beitrugen.

Ab dem 16. Jahrhundert wurde die Burg dann nicht mehr Landeshuata genannt, sondern umgetauft in Trausnitz, was so viel heißt wie „Trau dich nicht“. Um diesen Zeitraum herum war die Burg fest in der Hand der Wittelsbacher. Ebenso erwähnt werden sollte an dieser Stelle auch Wilhelm V., welcher im Jahr 1573 ein Hofbräuhaus einrichtete und Braunbier brauen ließ. Dieser war übrigens auch für den Bau des weltbekannten Münchner Hofbräuhauses zuständig. Auch über die weiteren Jahre folgten noch zahlreiche Adelige, welche sich die Burg Trausnitz als Domizil ausgesucht hatten und von dort aus ihre Geschäfte tätigten.

Ein Feuer schockiert die Landshuter

Nach dem Feuer von 1961 konnte die Burg wieder vollständig aufgebaut werden – Foto: Pahu

Wer nun über die Geschichte der Burg Trausnitz schreibt, sollte nicht vergessen, dass es auch Schattenseiten darin gab. Unbestritten eines dieser negativen Ereignisse war der große Brand im Jahr 1961, welcher den Fürstenbau komplett zum Raub der Flammen machte. Auch unzählige Kunstgegenstände fielen dem Feuer zum Opfer, sodass ein immenser Schaden entstanden. Noch heute können sich viele Landshuter an diesen rabenschwarzen Tag für die Stadt erinnern und erzählen, wie sie gebannt die Rauchschwaden von der Burg aufsteigen sahen. Nichtsdestotrotz ließen sich die Landshuter Bürger von solch einer Tragödie nicht aufhalten und so wurde das Fürstenhaus vollständig wiederhergestellt. Dort findet sich heute das Staatsarchiv der Stadt.

Geschichte zum Anfassen

Wer sich nun selbst ein Bild von der imposanten Burg Trausnitz machen möchte, kann jederzeit gerne den Aufstieg wagen. Besonders authentisch erreicht man dies übrigens über das sogenannte Ochsenklavier, welches ebenfalls historische Wurzeln hat. Selbstverständlich bietet die Burgverwaltung auch Führungen an, bei denen die Besucher allerlei Wissenswertes über das Bauwerk und seine Bewohner erfahren!

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