Kolumne

Die Burg Kipfenberg im Altmühltal

Von: Eranie Funderburk

Das Altmühltal zählt zu den schönsten bayerischen Naturparks. Es erstreckt sich von der Altmühlquelle an der Frankenhöhe bis nach Kelheim an der Donau. Neben sportlichen Aktivitäten, einer herrlichen Natur und vielen anderen Sehenswürdigkeiten kann man im Altmühltal viele Burgen und Schlösser finden. Die Burg Kipfenberg ist eine Höhenburg, die sich noch heute in Privatbesitz befindet und daher nicht komplett besichtigt werden kann. In der Vorburg befindet sich das Römer und Bajuwaren Museum Burg Kipfenberg. Hier kann man sich Funde aus der Römerzeit, aus der Zeit der Völkerwanderung ansehen und den „ersten Bajuwaren“, der 1990 in einem germanischen Kriegergrab in Kemathen bei Kipfenberg bei Ausgrabungen gefunden wurde.

Die Entwicklung der Burg Kipfenberg

Die Burg Kipfenberg – Foto: KBWEi

Erbaut wurde die Burg Kipfenberg im 12. Jahrhundert. Zunächst hieß sie noch Burg Kropf von Kipfenberg und gehörte dem Ritter Kropf. 1301 wurden die Burg und die Besitztümer an Bischoff Konrad II. von Pfeffenhausen und dem Hochstift Eichstätt verkauft. Man nutzte die Burg als Wohnstätte für die Pfleger des Pflegeamts. Ab 1608 begann in Bayern die Zeit der Säkularisation. Während dieser Zeit wurde kirchliches Eigentum vom Staat annektiert. 1803 wurde die Burg Kipfenberg staatliches Eigentum. Grund war die Auflösung des Fürstbistums Eichstätt.

Später verkauften die staatlichen Behörden die Burg. Die privaten Besitzer kümmerten sich allerdings nicht um den Erhalt der Burg und so verfiel sie langsam und war 1839 fast komplett vom Einsturz bedroht. Aus diesem Grund mussten einige Teile der Burg 1869 komplett abgebrochen werden. Die Familie Schiedermeier, in deren Besitz die Burg 1895 war, verkaufte das Anwesen an einen Münchner Privatier. 1914 erwarb die Familie Täschner aus Berlin die Burg und lies sie wieder aufbauen. Bis 1925 wurde die Burg Kipfenberg komplett neu errichtet. Die Entwürfe für die einzelnen Abschnitte stammten vom Architekten Bodo Ebhardt, der auch bei der Restaurierung der Veste Coburg und vielen anderen historische Bauten mitwirkte.

Die Anlage der Burg Kipfenberg

Die Burg Kipfenberg in einem Gemälde von Domenico Quaglio um das Jahr 1815

Die Burg Kipfenberg befindet sich auf einer Dolomitkuppe. Hier gibt es mehrere Häuser auf der Südostseite der Vorburg. Die Vorburg wird von einer gut erhaltenen Mauer umgeben, deren Steine aus dem späten Mittelalter stammen. Aus der Zeit vor der Restaurierung der Burg Kipfenberg existieren nur noch einige Originalbauten. Man kann die Toranlage in der Ringmauer, die Kapelle und den Bergfried noch gut erkennen. Die Burganlage wird von einem trapezförmigen, romanischen Bering geschützt. Darin findet man einen Zwingerturm im gotischen Stil. Der sogenannte „Hexenturm“ ist ein dreigeschossiges gotisches Gebäude. Der Kapellenanbau wurde über dem Westbering gebaut. Es befindet sich direkt auf einer Felsnase.

Die Ringmauer der Kernburg ist 1,45 Meter dick. Im Südwesten der Burg befindet sich ein Torhaus mit einem Steinwappen des Bischofs Martin von Schaumberg aus dem Jahre 1581. Die Hauptburg erreicht man u. a. über eine Holzbrücke auf der Südseite. Am Eingangstor wurde ein Steinwappen des Bischofs Christoph von Westerstetten angebracht. Der Eingang befindet sich auf der Westseite und hat einen runden Bogen. Von hier aus gelangt man zum Verlies mit einer flachen Decke und schalen Lichtschlitzen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung der Burg Kipfenberg

Auch wenn sich die Burg Kipfenberg in Privatbesitz befindet und man deshalb nur das Museum besichtigen kann, lohnt sich ein Besuch der Gemeinde. Kipfenberg befindet sich unmittelbar am geografischen Mittelpunkt Bayerns. Vor 2.000 Jahren führte der Limes direkt durch den Ortskern. Auch finden in Kipfenberg regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt, wie das Limesfest am 15. August und der Day of Bike im September.

Kommentar hinterlassen