Kolumne

Die Burg Colmberg – vom Holzturm zur Reichsburg

Von: Holger Schossig

Der Freistaat Bayern wird ja bekanntlich auch als Land der Burgen und Schlösser bezeichnet. Und das zu Recht! Jeder Regierungsbezirk hat zahlreiche Gebäude aus längst vergangener Zeit zu bieten, manche zur Ruine verfallen, manche noch immer in einem Zustand, dass man meinen könnte, es würden gleich die Raubritter um die Ecke kommen. Eine solche sehr gut erhaltene Burg ist in Colmberg im Landkreis Ansbach zu finden.

Die Burg Colmberg mit einem herrlichen Blick über das Obere Altmühltal – Foto: Umbra

Die Burg Colmberg, auch Burg Kolbenberg genannt, steht dort seit dem 12. Jahrhundert. Davor gab es allerdings auch schon eine Anlage, die noch als Palisadenburg mit einem hölzernen Turm versehen war und dort immerhin rund 400 Jahre stand. Den Platz wählte man natürlich strategisch günstig. So wurde die Burg Colmberg auf dem Heuberg errichtet, der 511 Meter hoch ist und einen guten Überblick über das Obere Altmühltal bietet. Das war zur damaligen Zeit ganz besonders wichtig. Heute erfreuen uns solche Lagen eher wegen der herrlichen Aussicht.

1128 kam Colmberg in das Lehen der Grafen zu Hohenlohe. Die alte Anlage wurde daraufhin in rund 90 Jahren zur wehrhaften Burg ausgebaut. Auftraggeber waren die deutschen Kaiser und ihre Vögte. Sie machten aus der Burg schließlich eine Reichsburg, also eine Burg, die von Burgmannen und Reichsministerialen verwaltet wurde.

Das Schicksal meinte es gut

35 Meter hoch, bis zu 6 Meter starke Mauern: der Bergfried – Foto: Klaus Graf

BurgDer Deutsche Bauernkrieg, der 1525 stattfand, war verantwortlich dafür, dass rund 200 Burgen zerstört wurden – die Burg Colmberg hielt den Angriffen stand und konnte erfolgreich verteidigt werden. Die nächste kriegerische Auseinandersetzung folgte rund 100 Jahre später im Dreißigjährigen Krieg. Doch auch hier zahlte sich die enorme Wehrhaftigkeit der Burg aus – die kaiserlichen Truppen um den Feldherr Tilly hatten keine Chance, die Burg Colmberg blieb unbeschädigt.

Als die Zeiten etwas ruhiger wurden, war dort von 1806 bis 1880 das Rentamt des Königreichs Bayern untergebracht, anschließend wurde die Burg verkauft und es folgten mehrere Besitzerwechsel. Heute ist dort eine Hotel zu finden. Wer also mal auf einer echten Burg übernachten möchte, bitte schön. Vielleicht spukt dort sogar auch ein Gespenst herum, möglicherweise Major Klingebeil, der sich 1903 auf der Burg selbst umbrachte.

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