Kolumne

Der traditionelle Chinesenfasching in Dietfurt

Von: Anja Bergler

Natürlich kann man das Faschingstreiben in der Oberpfalz nicht mit den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf oder Mainz vergleichen, doch auch hier in der Region reges Treiben. Ganz besonders in Dietfurt an der Altmühl geht es hoch her. Im Naturpark Altmühltal, nahe Neumarkt i.d. Opf gelegen, findet alljährlich am letzten Donnerstag der Faschingszeit der traditionelle Chinesenfasching statt. Jedes Jahr gibt es ein anderes Motto, 2011 lautete es: Bayrisch China hod a Freid, lang is heier d´Faschingszeit!

Bayrisch China im Oberpfälzer Altmühltal

Die Chinesen sind los – Foto: Stadt Dietfurt

Dietfurt selbst ist auch über die bayerischen Grenzen hinaus als Bayrisch China bekannt. Die Dietfurter, sie werden auch gern als Bayrische Chinesen bezeichnet, sind sehr stolz auf diese langjährige Tradition und begeistern mit ihrem Umzug jedes Jahr bis zu 20.000 Besucher aus nah und fern. Da kann man nur sagen: Kille Wau!

Wie alles begann

Der Legende nach verschanzten sich die Dietfurter Bürger hinter ihren dicken Gemäuern damals vor dem Stadtkämmerer, der im Auftrag des Eichstätter Bischoffs die Abgaben eintreiben sollte. Dies erinnerte damals doch recht stark an die Chinesen und ihre Mauer und so wurde der Name geprägt. Mittlerweile findet man in der Stadt zahlreiche Stationen, die diese Verbindung zu China untermauern. Bereits in den 30er Jahren trat die Dietfurter Stadtkapelle in schrillen und bunten Kostümen nach chinesischen Vorbildern auf. Und es wurde jedes Jahr mehr.

Die chinesische Kaisergruppe – Foto: Stadt Dietfurt

Den Startschuss des närrischen Treibens geben die Teilnehmer durch den traditionellen Weckruf, der bereits um 2 Uhr nachts durch die Straßen von Dietfurt hallt. Unter dem Regenten Kaiser Ko-Houang-Di füllt sich am Nachmittag der Stadtplatz, auf dem auch der bunte Maskenzug mit vielen wunderschönen Gewändern und Kostümierungen der Beteiligten endet. Doch nach dem Zug ist das bunte Treiben natürlich noch lange nicht vorbei. Die ganze Innenstadt ist fest in närrischer Hand. Zahlreiche Veranstaltungen und kleinere Feste bieten den Einheimischen und Besuchern ein abwechslungsreiches Faschingsprogramm.

Das Ende der närrischen Zeit am Faschingsdienstag

Erst am Faschingsdienstag zeigt sich alljährlich ein wenig Wehmut, denn dann wird in den späten Abendstunden der Fasching sprichwörtlich zu Grabe getragen. Ein Trauerzug begleitet einen Holzsarg noch einmal durch die Gastronomiebetriebe, ehe gegen kurz vor Mitternacht der Fasching in Form einer Faschingsfigur vor dem Chinesenbrunnen, einem Wahrzeichen von Dietfurt, verbrannt wird. Hier ertönt für die endende Saison zum Abschied auch das letzte Mal die allseits bekannte Chinesenhymne.

Dietfurt ist immer eine Reise wert

Ganz gleich, an welchem Tag man Dietfurt zur Faschingszeit besucht, es wird einem an den närrischen Tagen immer etwas geboten. Doch auch außerhalb der Saison freut sich die Stadt auf zahlreiche Besucher aus nah und fern. Denn ein Urlaub im Naturpark Altmühltal ist immer ein ganz besonderes Erlebnis und bietet den Gästen ganzjährig zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

2 Kommentare zu Der traditionelle Chinesenfasching in Dietfurt

  1. Chi­ne­sen­fa­sching?! Hab ich noch nie gehört,…. Dank Bayern-Blogger, wieder was dazugelernt! 🙂

  2. Silberhorn Johannes // 9. Januar 2012 um 14:34 //

    Da bin ich jedes Jahr dabei! Da brauch ich immer 2 Tage Urlaub! 🙂
    Also wer mal in der Gegend ist – aufjedenfall anschauen! Der Zug ist echt super und ich finde dass es einer von den besten Faschingsumzügen weit und breit ist!

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