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Kolumne

Der Tiergarten Nürnberg – der vielleicht schönste Tiergarten in Bayern

Von: Eranie Funderburk

Im Tiergarten Nürnberg leben über 250 Tierarten und über 2.500 Tiere. Auch kann man hier eine Vielzahl an Tieren sehen, die auf der ganzen Welt verteilt im Wasser, in der Wüste oder im Wald zu finden sind. Das Gelände des Tiergartens befindet sich im Reichswald am Schmausenbuck im Osten Nürnbergs.

Ursprünglich befand sich der Zoologische Garten am Luitpoldhain im Nürnberger Südosten neben dem Volkspark Dutzendteich. Gebaut wurde der erste Nürnberger Tiergarten auf dem Gebiet der dritten Bayerischen Landesausstellung, die 1906 in Nürnberg stattfand.

So wird man im Tiergarten Nürnberg begrüßt – Foto: Aarp65

Eröffnet wurde der Nürnberger Tiergarten am 11. Mai 1912. Vor dem 1. Weltkrieg fanden etwa 1.200 Tiere dort eine neue Heimat. Für die Erbauer des Tiergartens galt der Hamburger Tierpark Hagenbeck als Vorbild für die Errichtung der Anlagen. Trotz des 1. Weltkrieges und der Deutschen Inflation (1914 bis 1923) waren gerade die Zwanziger Jahre für den Nürnberger Tiergarten sehr gute Jahre mit einer Vielzahl an Besuchern. 1934 befahl Adolf Hitler, dass am Gelände des Luitpoldhains das Reichsparteitagsgelände entstehen solle. Aus diesem Grund wurde der Nürnberger Tiergarten am Luitpoldhain im Februar 1939 geschlossen und ab Mai 1939 öffnete der neue Nürnberger Tiergarten am Schmausenbuck.

Die Bauarbeiten zum neuen Tiergarten begannen bereits 1937. Während des 2. Weltkrieges wurde der Tiergarten fast vollständig zerstört. Ab 1950 konnte der neu aufgebaute Tiergarten dann wieder seine Pforten öffnen. Schon 1960 hatte man wieder eine ebenso große Population an Tieren, wie vor dem Krieg und bis in die 70er Jahre wurden das Delphinarium, das Giraffenhaus und das Tropenhaus errichtet. Bis heute wurden dann noch ein Kinder- und Haustierzoo, ein Aquapark, ein Naturkundehaus und eine Gorilla-Außenanlage gebaut.

Wald – Wasser – Wüste

Der Tiergarten am Schmausenbuck wird in drei Schwerpunkt-Bereichen eingeteilt, dem Lebensraum Wasser, dem Lebensraum Wald und dem Lebensraum Wüste.

Die Delfinhaltung ist nicht unumstritten: Hier der Große Tümmler – Foto: Onlineamsel

Ein großer Weiher wurde bereits beim Bau des neuen Tiergartens angelegt. Im Lebensraum Wasser, befinden sich heimische Wasservögel und Fische sowie Pelikane, Flamingos, Pinguine, Biber, Fischotter, Eisbären und andere Lebewesen, die im Süßwasser, im Meer und in tropischen Flussläufen leben. Dieser Bereich wird Aquapark genannt. Seit über 35 Jahren werden im Nürnberger Tiergarten auch Delphine gehalten. Über 11 Millionen Besucher haben in dieser Zeit das Delphinarium besucht. Seit 2008 wird nun auf einem Gelände von 23.000 Quadratmetern im Süden des Tiergartens die DelphinLagune gebaut, die allerdings bei Tierschützern sehr umstritten ist. Dabei entsteht die erste Außenbeckenanlage für Delphine, die im Mai/Juni 2011 fertig gebaut sein soll. Außerdem wird dann im Delphinarium die Möglichkeit zur Delphintherapie angeboten. Zusammen mit der Universität Würzburg und der Humboldt-Universität zu Berlin kann diese Therapie-Methode besser erforscht werden. Die Seekühe bekommen auch einen neuen Lebensraum. Das Manatihaus (Tropenhaus) wird aber auch für Insekten und andere Wirbeltiere genutzt werden. Die Besucher können außerdem in einem überfluteten tropischen Urwald auf den Baumkronen des Waldes spazieren gehen. Im „Blauen Salon“ kann man die Seekühe und die Delphine im Wasser beobachten. Große Glasfenster geben dabei einen hervorragenden Einblick.

Auch im Nürnberger Tiergarten heimisch: der Asiatische Löwe – Foto: Jochen Ackermann

Im Lebensraum Wald leben etwa 50 heimische Tiere und über 150 heimische Vogelarten. Spezialisiert ist der zoologische Garten auch auf den tropischen Regenwald. Thematisch findet man Waldregionen von Franken bis Französisch Guayana und die dort beheimateten Tierpopulationen wie zum Beispiel Gorillas, Faultiere, Seekühe, Aras, Schabrackentapire und andere. Auf dem Gelände kann man auch noch einige Überreste der alten Steinbrüche erkennen. Alte Quaderblöcke und Steinbruchreste kann man zum Beispiel in den Anlagen der Eisbären, Tiger, Steinböcke und Löwen sehen.

Im Nürnberger Tiergarten hat man sich zudem noch auf den Themenschwerpunkt Wüste spezialisiert. Zebras, Wildesel, Gazellen, Geparde leben in Gebieten, in denen sich die Steppe, die Wüste und die Halbwüste erstrecken. Um die Artenvielfalt zu erhalten, unterstützen die Mitarbeiter des Nürnberger Tiergartens mit dem Lebensraum Wüste, die bedrohten Wüstenpopulationen mit Hilfe von Zuchtprogrammen.

Flocke-mania

Die bekannteste Bewohnerin des Nürnberger Tiergartens: Eisbärendame Flocke im Jahr 2008 – Foto: Florian Hurlbrink

Am 11. Dezember 2007 wurde das bisher berühmteste Tier des Nürnberger Tiergartens geboren. Die Eisbärendame Flocke musste leider per Hand aufgezogen, da sie von ihrer Mutter nicht angenommen wurde. Mittlerweile ist sie eine ausgewachsene Eisbärendame, die seit Dezember 2008 mit ihrem russischen Eisbärenfreund Rasputin zusammenlebt. Seit dem 23. April 2010 wohnen die beiden nun im zoologischen Garten Marineland in Antibes, Frankreich, direkt an der Côte d’Azur.

In der Sommersaison hat der Tiergarten Nürnberg täglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Die Tierhäuser schließen um 17. 15 Uhr. Ab dem 02. November beginnt die Wintersaison. Dann hat der Tiergarten von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet und die Tierhäuser schließen um 16.15 Uhr. Extra für Familien gibt es einen Bollerwagen-Verleih. Hier kann man die Kleinen während des Zoo-Besuchs herumfahren und auch den Proviant und die Taschen transportieren. Wer unterwegs Hunger oder Durst bekommt, kann sich im Café Restaurant Waldschänke, am Kiosk am Kinderzoo, am Kiosk „Zum Haubentaucher“ am Tiergarteneingang oder am „Pavillion am Delphinarium“ stärken.

Schöne Andenken, Plüschtiere, Postkarten, T-Shirts und Sweatshirts gibt es ebenfalls am Kiosk „Zum Haubentaucher“ am Tiergarteneingang. Auch ist es möglich Gruppenführungen, Abendführungen, Kindergeburtstage, einen Nachmittag im Delphinarium oder einen Besuch im Affenhaus zu machen.

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