Kolumne

Der Schauspieler Maximilian Schell ist tot.

Maximilian Schell ist gestorben Maximilian Schell ist gestorben
Maximilian Schell ist gestorben

Maximilian Schell ist gestorben

Der wohl bekannteste österreichische Schauspieler Maximilian Schell ist mit 83 Jahren in Innsbruck gestorben. Er ist in der Nacht von Freitag auf Samstag im Klinikum Innsbruck „an der Folge einer plötzlichen und schweren Erkrankung verstorben“, wie seine Agentin Patricia Baumbauer am Samstag mitteilte. Bevor der andere Österreicher — Christoph Waltz — einen Oscar bekommen hat, war der Schell der letzte lebende deutschsprachige Oscarpreisträger überhaupt. Maximilian Schell wurde 1930 in Wien geboren. In der Schweiz wuchs er auf. 

Erster deutscher Oscarpreisträger nach dem Krieg

Im Jahre 1962 wurde er für die Filmrolle im Kinofilm „Das Urteil von Nürnberg“ als beste Hauptdarsteller mit dem Oscar geehrt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er der erste deutschsprachige Schauspieler, der einen Oscar bekam. Bekannt wurde der Schauspieler für seine charakteristische Rollen als Nazi—Figur. Darüber hinaus hat er zahlreiche andere Rollen meisterhaft gespielt. Er war ein wahrer Künstler und Fernsehmoderator. Vor zwei Jahren erschien in der Buchhandlung seine spannende Biografie. Sein langer, weisser Schal und grosse Geste waren seine unverkennbare Markenzeichen.

Er bezeichnete sich selbst gerne als einen Suchenden: „Ich habe eigentlich gar keinen Beruf. Ich wandere durch das Leben und durch alle Bereiche der Kunst.“ Der Lebenskünstler liebte das Leben und die Frauen, vor einem Jahr heiratete er die 35—jährige Sopranistin Iva Mihanovic.

Durch den Oscar zum Weltruhm

[sws_grey_box box_size=“630″]Maximillian Schell gehörte zu den wenigen europäischen Schauspielern, denen es gelungen war, auf dem Alten Kontinent wie auch in den USA erfolgreich zu sein. Der Preis der amerikanischen Filmakademie machte aus ihm einen Weltstar und trieb seine Schauspielkarriere in Hollywood nach vorne. Nach dem ersten Top—Titel folgten weitere Filme, die zu Kassenschläger wurden: „Topkapi“ (1964), „The Deadly Affair“ (Anruf für einen Toten, 1967) und „Counterpoint“ (Der Befehl, 1967). Im Jahre 1998 stand er für den Hollywoodknaller „Deep Impact“ vor der Kamera. Er betonte stets, dass „Die Alm ist einer meiner Ankerpunkte“. Auf der Alm in der Schweiz hat er seine Kindheit verbracht und dort hatte er seine Schwester Maria Schell bis zu ihrem Tod 2005 gepflegt. Seine Schwester war Demenz krank. Maria Schell gehörte in den 1950er und 1960er Jahren zu grossen deutschsprachigen Schauspielern in Hollywood. [/sws_grey_box]

Angelina Jolie ist seine Patentochter

Maximilian Schell hielt bis zuletzt die Verbindung zu den grossen des Showbusiness, die US—Amerikanerin Angelina Jolie war seine Patentochter. Der Schauspieler erzählte: „Ich hatte Angelina als kleines Mädchen auf dem Arm. Aber das ist Erinnerung. Sie weiß wahrscheinlich gar nicht, wer ich bin.“ Er unterhielt keinen Kontakt zu Jolie, die inzwischen weltberühmt geworden ist. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen inszenierte er 2001 auf die Einladung von Placido Domingo Wagners Oper „Lohengrin“ und 2005 Richard Strauss‘ „Rosenkavalier“ — beide in Los Angeles.

Schauspiellegende Maximilian Schell gestorben

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Artikelbild: ©panthermedia.net Viktor Thaut

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