Kolumne

Der Kreuzberg – der heilige Berg der Franken

Von: Karola Schmitt

Drei Dinge sind mit dem Kreuzberg eng verbunden, das Kloster Kreuzberg, die Kreuzbergschanze und der Sender Kreuzberg. Die Erhebung ist mit 927,8 m der dritthöchste Berg der Rhön. Den ersten Platz nimmt die zu Hessen gehörende Wasserkuppe (950,2 m hoch ) ein und der mit 927,9 Höhenmetern zweithöchste Berg mit dem Namen Dammersfeldkuppe liegt wie der Kreuzberg im bayerischen Teil der Rhön innerhalb Unterfrankens.

Das Kloster Kreuzberg

Blick auf den Kreuzberg – Foto: J. Braukmann Milseburg

Eine bei Ausgrabungsarbeiten gefundene Ringwallanlage mit einem Durchmesser von 300 Metern auf dem Gipfel lässt vermuten, dass der Kreuzberg zur vorgeschichtlichen Zeit als Kultstätte diente. Eine Legende besagt, dass der Missionar Kilian, der aus Schottland nach Franken kam, auf dem keltischen Kultplatz ein Kreuz errichtete. Aus dem ehemaligen Aschberg, in Anlehnung an die Opferstätte für die heidnischen Götter, wurde durch die Christianisierung der Kreuzberg.

Die Golgota-Kreuzesgruppe – Foto: A. Rohatsch

Der Fürstbischof Julius Echter aus Würzburg ließ im Jahr 1582 die Golgota-Kreuzesgruppe, die etwas unterhalb des Gipfelkreuzes steht, errichten. Eine kleine Kapelle und die erste Unterkunft für Wallfahrer wurden ebenfalls zu dieser Zeit erstellt. Ein immer größer werdender Pilgerstrom veranlasste Fürstbischof Peter Philipp im Jahre 1681 zum Bau eines Klosters der Franziskaner, damit die Mönche die Gläubigen während der Wallfahrt betreuen konnten. 1692 folgte eine Wallfahrtskirche, die nach knapp 100 Jahren restauriert und mit Rokoko-Altären ausgestattet wurde. Eine eigene Brauerei, die die Pilger mit dem schmackhaften Klosterbier versorgt, erhielt das Kloster Kreuzberg anno 1731. Heute verfügt die Kloster-Pension über zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Zwischen 70 und 80 Wallfahrten auf den Kreuzberg finden jedes Jahr statt.

Die Kreuzbergschanze

Kloster Kreuzberg – Foto: Rainer Lippert

Vier Skilifte mit Flutlichtanlage sind auf dem Kreuzberg Anziehungsmagnet für begeisterte Skifahrer. Darüber hinaus gibt es noch eine Rodelbahn. Die Kreuzbergschanze, als einzige Sprungschanze in der Rhön, befindet sich am nördlichen Bergrücken. Es handelt sich um drei einzelne natürliche Schanzen, die keinen Anlaufturm benötigen.

Der Sender Kreuzberg

Im Jahr 1951 wurde auf dem Kreuzberg die erste Anlage eines UKW-Senders errichtet. Mehrere Erweiterungen folgten. Der heutige Sendemast aus Stahlrohr stammt aus dem Jahr 1985, wiegt ohne Antennen etwa 140 Tonnen und verfügt über 208 Metern Höhe. Auf 800 Stufen ist er zu erklimmen.

Der Kreuzberg als Naturschutzgebiet

Als ehemaliger Vulkan zieht der Kreuzberg auch Wanderfreunde an. Sein Gipfel gewährt einen herrlichen Blick hinab ins unterfränkische Land. Wegen der urwüchsigen, faszinierenden Landschaft wurde die Rhön und somit auch der Kreuzburg zum UNESCO-Biosphärenreservat ernannt. Durch herrliche Wälder und Bergwiesen führen zahlreiche gut ausgeschilderte Wanderwege.

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