Kolumne

Der Holunder blüht

Von: Tanja Ranzinger

foto-tanja-2Derzeit blüht der Holunder überall. Die weißen Dolden strömen ihren betörenden Duft aus. Genau die richtige Zeit, um sich dieses Gewächs einmal genauer anzuschauen. In Bayern ist der Holunder manchmal auch als Holler, Flieder oder Schwarzholler oder bekannt. Früher wurden neben leckeren „Hollerküchlein“ eine ganze Reihe anderer teils leckerer Gerichte hergestellt, aber auch Schnaps und Medizin.

Einige alte Bauernregeln:

  • Blüht der Holunder, legen die Hühner weniger.
  • Wie der Holunder blüht, so blühen auch die Reben.
  • Wenn der Holler blüht, wird der Boden nicht trocken.
  • Wie der Holunder blüht, Rebe und auch die Liebe erglüht. Blühen beide im Vollmondschein, gibt´s viel Glück und guten Wein.

Na? Die eine oder andere Regel schon einmal gehört?

Wo ist der Holunder zu finden?

Aus Holunderblüten... - Foto: © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO

Aus Holunderblüten… – Foto: © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO

Der Holunder gehört zur Familie der Geißblattgewächse-Caprifoliaceae. Wildwachsend findet man ihn im Unterholz, oft an feuchten und schattigen Stellen, an Hecken und Schuttplätzen. Besonders schön ist er an alten Häusern oder an den Backhäuseln anzusehen. Der Holunder kann bis zu 10 Meter hoch wachsen. Zu erkennen ist er an seinen gelblich weißen, stark duftenden Blüten, aus denen dann nach dem Abblühen dunkelblaue bis schwarze Beeren wachsen. Der Holunder war früher vor allem wegen seiner Heilkraft sehr bekannt, deshalb wurde er von den Alten auch als „Hausapotheke“ bezeichnet. Aus diesem Grund haben ihn die Menschen an das Haus gepflanzt.

Kennen Sie auch noch den alten Kindervers?

„Ringel, Ringel, Reihe,
wir sind der Kinder dreie,
wir sitzen unterm Hollerbusch
und machen alle husch, husch, husch.“

Anwendung als Medizin

...werden schon bald gesunde und schmackhafte Beeren - Foto: © Betty / PIXELIO

…werden schon bald gesunde und schmackhafte Beeren – Foto: © Betty / PIXELIO

Grundlegend muss ich darauf hinweisen, dass die nachfolgenden Tipps keinen Arzt ersetzen. Deshalb sollte immer ein Arzt mit einbezogen werden und/oder um Rat gefragt werden.

Vor einigen Jahrzehnten fand er seine Anwendung so:
Die Blüten waren schon damals als schweißtreibendes Mittel bei Erkältung, Grippe, Husten und Bronchitis sehr bekannt. Dafür wurde 1 EL Blüten mit 1 Tasse kochendem Wasser übergossen, was dann 10 Minuten sieden musste.

Durch seine harntreibende Wirkung wurde er auch bei Gicht und Rheuma verwendet. Dafür wurde ein Absud aus etwa 25 g Rinde und ¼ Liter Wasser hergestellt.

Die Blätter wurden für Blutreinigungskuren angewendet, aber auch als Umschlag bei Verbrennungen und anderen Wunden erwirkte man Linderung.

Aus den Früchten, welche besonders Vitamin C haltig sind, wurde Saft, Holundermus, Schnaps, Wein, Gelee und Suppen hergestellt.

Um auch im Winter einen Hollerblütentee zu haben, werden die Blütendolden von Mai bis Juli gesammelt und an einem luftigen Ort getrocknet.

Wer nun Lust bekommen hat, den einen oder anderen Tipp, oder eines der vielen Rezepte auszuprobieren, kann hier die ersten Rezepte nachlesen und natürlich auch selbst nachkochen.

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