Kolumne

Der Dom zu Würzburg ist dem Heiligen Kilian geweiht

Von: Karola Schmitt

Aus Irland kommend, machte es sich der Missionsbischof Kilian zur Aufgabe, das im 7. Jahrhundert noch vorwiegend mit Heiden bevölkerte Franken zum christlichen Glauben zu bekehren. Begleitet wurde Kilian von seinen treuen Gefährten, dem Priester Kolonat und dem Diakon Totnan, die wie Kilian später in Würzburg ermordet wurden. Noch heute ist die unterfränkische Bezirkshauptstadt eng mit dem Heiligen Kilian verknüpft. Das alljährlich im Sommer stattfindende Kilianifest wurde nach dem Patron der Stadt benannt und natürlich auch der Dom, der sich im Zentrum von Würzburg befindet. Von der alten Mainbrücke aus führt die Straße direkt zum Portal der riesigen Bischofskirche. Von der Größe aller Kirchengebäude in Deutschland her betrachtet, nimmt der 105 m lange Dom St. Kilian in Würzburg den vierten Rang ein.

Die Entstehungsgeschichte

Der Würzburger Dom – Foto: Carport

Nachdem zwei Vorläufer des Würzburger Doms dem Feuer zum Opfer fielen, begann im Jahr 1040 unter dem damaligen Bischof Bruno von Würzburg der Bau des Gotteshauses im romanischen Stil, bestehend aus einem erhöhten Mittelschiff, zwei Seitenschiffen und einer mächtigen Doppelturmfassade. Das Querschiff bildet den kürzeren Teil des kreuzförmigen Grundrisses. Im Vierungsaltar, dort wo das Langhaus auf des Querhaus trifft, fanden die Schädel von Kilian, Kolonat und Totnan ihre letzte Ruhestätte. Bischof Bruno verstarb nach einem Unfall, noch lange bevor der Dom komplett fertig war. Seine im Jahr 1045 stattgefundene Beerdigung wurde mit der Einweihung der Krypta des Doms verbunden. Die erste tiefgreifende Umbauphase fiel ins Jahr 1500, als die beiden Seitenschiffe den zu dieser Zeit populären spätgotischen Stil erhielten.

Der Dom von innen – Foto: The weaver

Mit der Neugestaltung im Jahre 1701 wurde der Dom St. Kilian durch den Stuckateur Piertro Magno dem Barock angepasst. Stuckarbeiten, Gemälde und zusätzliche Altäre an einigen Pfeilern schenkten dem Dom ein barockes Ambiente. Balthasar Neumann, der berühmte Würzburger Baumeister, ließ den Chorboden zudem um drei Meter absenken somit und dem Längsschiff anpassen, was die ungewöhnliche Länge des Gebäudes optisch noch unterstrich. Dazu kam 1724 noch die Schönbornkapelle an der Außenwand eines der Querschiffe hinzu, die als Familiengruft des Fürstbischofs Schönborn diente.

Zerstörung und Wiederaufbau

Kurz vor Kriegsende nahm die Royal Air Force im Luftkrieg gegen Deutschland Kurs auf Würzburg. Am Abend des 16. März 1945 ging der Bombenhagel in drei Wellen auf die fränkische Stadt hernieder und hinterließ Feuer, Schutt und Asche. Auch der Dom war so stark beschädigt, dass er Anfang 1946 einstürzte. Vor dem Wiederaufbau stellte sich die Frage, welche der verschiedenen Stilepochen den Vorzug erhalten sollte. Man einigte sich auf eine Kombination aus Romanik, Barock und Moderne. Der Wiederaufbau erstreckte sich bis ins Jahr 1967. Der neue Dom verkörpert aufgrund seiner Historie das Überleben und dient den Menschen als Mahnmal für den Frieden.

Das Glockengeläut des Dom St. Kilian

Die Chororgel

Auch die Glocken des Doms wurden beim Angriff auf Würzburg zerstört, außer einer, die sich am 16.03.1946 innerhalb der Grabstätte der Domherren befand. Die alte Glocke entstammt dem Jahr 1257. Die restlichen elf Glocken des Hauptgeläuts wurden 1965 in Heidelberg von Friedrich Wilhelm Schilling gegossen. 2008 kamen noch weitere acht Glocken aus Passau für das Zimbelgeläut dazu. Die 20 Glocken des Dom St. Kilian bringen insgesamt beachtliche 26 Tonnen auf die Waage.

Der Dom St. Kilian als Anziehungspunkt für Touristen

Inmitten der Würzburger Altstadt zählt der Dom St. Kilian zu den touristischen Attraktionen der unterfränkischen Bezirkshauptstadt. Die hohen Türme am Eingang sind weithin sichtbar. Im Inneren bestaunt der Besucher zunächst das von Fritz König erschaffene Bronzeportal, das die Schöpfungsgeschichte des Menschen zeigt. An den Seitenschiffen befinden sich Grabplatten der Fürstbischöfe, die in Würzburg regiert haben. Zwei der Grabplatten sind Arbeiten des berühmten Bildhauers Tilmann Riemenschneider. Erwähnenswert ist auch noch der prächtige Kreuzgang auf der südlichen Seite des Doms.

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