Kolumne

Der bedeutendste Bischof Augsburgs – ein Staffelsteiner!

Von: Sebastian Herbst

Auch wenn ich aus München stamme und mein Herz insgeheim nach wie vor für unsere Landeshauptstadt schlägt, es freut mich doch immer sehr, wenn wir Lichtenfelser etwas Besonderes hervorgebracht haben. Oder jemanden besonderes, zum Beispiel den am 9. Februar 1811 im heutigen Bad Staffelstein geborenen Pankratius von Dinkel. Der wird heute noch als der wohl bedeutendste Bischof Augsburgs des 19. Jahrhunderts angesehen, was wohl nicht nur daran liegt, dass er bis zu seinem Tod am 8. Oktober 1894 dieses Amt fast 40 Jahre lang ausübte. Doch wie kam von Dinkel aus dem fränkischen Nordwesten hinunter in den schwäbischen Südosten?

Pankratius von Dinkel

Hierzu muss man sich die Zwischenstationen auf seinem Weg ansehen. Der Sohn eines Bürgermeisters und Gastwirts studierte zunächst am Bamberger Lyceum und erhielt vom dort ansässigen Erzbischof mit 23 Jahren auch seine Priesterweihe. Dann verschlug es ihn zunächst nach Forchheim, wo er neun Jahre als Kaplan tätig war, bevor er Pfarrer in Erlangen wurde. Eine weitere große Station in seinem Leben, für die er nach seinem fünfzehnjährigen Wirken mit der Ehrenbürgerwürde von Erlangen ausgezeichnet wurde, bevor er Michael von Deinlein im Jahre 1858 als Bischof von Augsburg beerbte.

Dies war zwar der letzte Wechsel seiner Arbeitsstätte, jedoch erst der richtige Beginn seines Wirkens. Pankratius von Dinkel schien in seiner Rolle als Bischof förmlich aufzublühen, veröffentliche ein neues Gesangbuch und einen neuen Katechismus, so etwas wie eine Anleitung für Gläubige, in der Grundfragen der Religion behandelt werden. Trotzdem war von Dinkel alles andere als ein Theoretiker, so setzte er unter anderem eine Restaurierung des Doms zu Augsburg und weiterer Gotteshäuser durch. Als er im Alter von 83 Jahren starb, konnte er also nicht nur auf ein langes, sondern vor allem auf ein erfülltes und wirkungsvolles Leben zurückblicken.

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