Kolumne

Denkmal-Land Bayern

Von: Holger Schossig

Bayern hat eine lange und aufreibende Geschichte. Davon zeugen noch heute zahlreiche Denkmäler, die überall im Freistaat zu finden sind. Solche Baudenkmäler oder Kulturdenkmäler sind aber nicht immer nur bekannte Gebäude, die man als Tourist oder auch Einheimischer besuchen kann. Man kann auch in einem Baudenkmal wohnen.

Ein schönes Beispiel für Baudenkmäler ist in der Denkmalstadt Fürth, hier am Grünen Markt, zu finden – Foto: Magnus Gertkemper

Definiert wird der Begriff “Denkmal” als ein “Zeugnis der kulturellen Entwicklung der Menschheit”. So kann ein solches Denkmal künstlerisch, politisch, technisch, landschaftsgestalterisch oder städtebaulich wertvoll und erhaltenswert sein. Neben Naturdenkmälern und Kulturdenkmälern gibt es in Bayern aber auch zahlreiche Baudenkmäler. Auch hier handelt es sich um erhaltenswerte Gebäude, die eine baulich historische Bedeutung haben. Der Unterschied zum Kulturdenkmal ist, dass es sich hierbei um eine Immobilie handelt. Man kann in so einem Baudenkmal also wohnen, es anmieten oder kaufen.

Der Unterschied wird noch deutlicher, wenn man sich die Objekte etwas genauer betrachtet. So sind beispielsweise der Regensburger Dom, die Nürnberger Burg und auch die Walhalla in Regenstauf laut Definition Denkmäler. Dazu gehören aber auch beispielsweise das Alte und das Neue Rathaus in München oder die Residenz in Würzburg. Die beiden Begriffe Denkmal und Baudenkmal überschneiden sich aber auch sehr oft.

Ein weiteres Beispiel von Tausenden: das Mittertor in Rosenheim – Foto: G.Piezinger

Wirft man nun einen Blick auf die Baudenkmäler, dann findet man diese in nahezu jeder größeren bayerischen Stadt. Häuser aus dem 19., 18., 17. Jahrhundert oder noch früher sind dort zu finden. Beispiele sind in der Königspalais in Bad Reichenhall, die Alte Schlosserei in Bamberg, die Central Garage in Fürth oder auch die Blumenberg-Villa in Regensburg. Allesamt Gebäude, wegen denen natürlich kein Tourist extra nach Bayern kommt, die sich aber perfekt in die Stadtbilder eingefügt haben, durch Modernisierungen mit Technik aus dem 21. Jahrhundert ausgestattet wurden und wieder mit Leben gefüllt werden.

Dass diese alten Gebäude auch heute noch vorhanden sind, hat man nicht zuletzt dem Denkmalschutz Bayern und den entsprechenden Gesetzen zu verdanken. Allzu oft kann man feststellen, dass in vielen Ländern Zeitzeugen aus der Vergangenheit einfach Platz machen müssen für Neues. In Bayern ist dies durch den Denkmalschutz nicht so ohne Weiteres möglich. Das Denkmalschutzgesetz trat 1973 in Kraft und hat dafür gesorgt, dass es heute in Bayern rund 120.000 Baudenkmäler gibt. Übrigens hat Bayern mit Fürth sogar eine eigene Denkmalstadt.

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