Kolumne

Daytrading als neuer Volkssport?

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Daytrading

Daytrading

Geld ist in Europa billig wie nie zuvor, dementsprechend befindet sich viel Kapital in Umlauf und möchte sinnvoll angelegt werden.

Zinssätze auf Sparguthaben im Zehntelprozentbereich lassen allerdings immer mehr Sparer in Deutschland lohnenswerte Alternativen suchen. Längst sind diese in der Anlage von Wertpapieren gefunden, deren Kurse immer neue Rekordhöhen verzeichnen und damit oft auch für Schlagzeilen sorgen.

Verständlich erscheint daher auch das Interesse vieler privater Anleger, auf den Erfolg versprechenden Zug des Wertpapierhandels aufzuspringen. Hat die Computerisierung den Börsenhandel bereits entscheidend verändert und beschleunigt, so bescherte erst die Verbreitung des Internets dem Wertpapiergeschäft schier ungeahnte Möglichkeiten. Sowohl neue Chancen (vor allem für Privatanleger) als auch zusätzliche Risiken. Der Einstieg in das Börsengeschäft ist für Privatanleger damit erheblich erleichtert, Hürden für das Anlegen eines meist kostenlosen Depots weitgehend genommen worden. Das Traden kann bequem von zu Hause aus organisiert werden und bietet inzwischen auch in Deutschland ganz neue Möglichkeiten.

Was ist Trading? Hinweise zum Daytrading

Zu der beliebtesten Art vom Trading zählt aktuell vor allem das sogenannte „Daytrading“. Wie das englische Wort schon aussagt, handelt es sich bei dieser Form um den Kauf und Verkauf von Wertpapieren innerhalb eines Tages. Ziel ist die Ausnutzung kleinster Schwankungen auf dem Markt zur schnellen Gewinnerzielung. Achtung: Daytrading ist höchst spekulativ und kann zu hohen Verlusten führen.

Chancen und Risiken beim Daytrading

Die Chancen bei dieser Art des Wertpapierhandels liegen unzweifelhaft in der Möglichkeit der unverzüglichen Gewinnmitnahme. Im Gegensatz zur klassischen Anlage in Wertpapiere wie Aktien oder Fonds, die vor allem in DAX-30-Werten gern als längerfristige Investition mit der Aussicht auf Dividendenausschüttung gewählt werden, dient das Daytrading einzig der schnellen Gewinnmitnahme.

Die Zeitspannen zwischen An- und Verkauf können wenige Sekunden betragen, wobei auch hier die Möglichkeit des „Short-Sellings“ besteht.

Zu Spitzenzeiten werden Wertpapiere also leer verkauft, die nach Absenken der Werte zu einem niedrigeren Kurs entsprechend gekauft werden. Auch dies kann in Sekundenschnelle geschehen, sodass bei entsprechender Börsenerfahrung hohe Gewinnmitnahmen in wenigen Augenblicken möglich sind. Dagegen liegen die Risiken dementsprechend umgekehrt in sekundenschnellen Verlusten bis hin zum gesamten eingesetzten Kapital und sogar darüber hinaus. Vor allem unerfahrene Daytrader erkennen entscheidende Impulse am Börsengeschehen oft nicht oder erst zu spät und nutzen profitable Kursschwankungen nicht genügend aus. Während etwaige Verluste bei der klassischen Wertpapieranlage mit der Zeit wieder ausgeglichen werden können, verfällt der investierte Wert eines Knock-out-Papieres nach Unterschreiten einer selbstgesetzten „STOP-LOSS-Grenze“ ersatzlos.

Daytrader-der Traum vom schnellen Geld Ungeschnitten und Original

[sws_yellow_box box_size="630"]Natürlich ist Daytrading nicht nur auf Aktien beschränkt, sondern kann auch u. a. mit Devisen und Futures abgewickelt werden. Wird ein Trader bei Futures „ausgeknockt“, vergrößert sich das Risiko sogar noch, da der Verlust sich nicht nur auf das eingesetzte Kapital beschränken muss. [/sw[/sws_yellow_box]

Ein großes Risiko beim Daytrading ist zudem die Suchtgefahr, bringen hohe Gewinnerträge in solch kurzer Zeit doch den Anleger in Versuchung, dieses Erfolgserlebnis ständig zu wiederholen. Es gilt die Faustregel: Wer dreimal hintereinander in wenigen Minuten mehr erwirtschaftet hat als in seinem bisherigen Beruf an einem Tag, wird von Daytrading im positiven Sinne abhängig.

Aktuelle Broker und Analysesoftwares

Wie in jedem Wirtschaftsbereich gibt es auch auf diesem Gebiet verschiedene konkurrierende Unternehmen. Broker lassen sich daher leicht im Internet ausfindig machen. Unter den renommierten Anbietern am Markt findet sich nach Auswertung unabhängiger Testportale zum Beispiel „eToro“, gefolgt von „Plus500“ und „DAB Bank Depot“.

Die Unterschiede liegen meist in kostenlosen oder kostenpflichtigen Depots, den Gebühren für Trades und den jeweiligen Limitierungen. Oft werden dabei Festkosten für Trades und eingeschlossener Limitierung angeboten.

Bei den Forex-Brokern liegen die Unterschiede vor allem aber in der Ersteinlage. Betragen diese bei den drei genannten maximal 100 Euro, so verlangen „X-Trade Brokers“ und „FXFlat“ stattliche 500 Euro. Auch die Margins werden im Minimum mit 0,25 % bis 2,0 % sehr unterschiedlich angegeben. Stop-Loss-Order bzw. Trailing-Stop-Order sowie Market- und Limit-Order werden aber natürlich von fast allen angegebenen Forex-Brokern angeboten. Expert Advisors (kurz: EAs) sowie Forex (für den Devisenmarkt) sind übrigens vollautomatisierte Handelssysteme. Diese sind Bedingung für die Teilnahme am Daytrading, denn ohne deren Marktanalyse und Kauf- und Verkaufsorders wäre die sekundenschnelle Abschließung von Trades undenkbar.

Erfahrungen und Strategien eines erfolgreichen Vollzeittraders

Trader bei der Arbeit

Trader bei der Arbeit

Weltbekannt ist auch die Online-Trading-Software MetaTrader4, die alle nötigen Komponenten für Brokerdienste aufweist und durch APIs Möglichkeiten der Adaption zu eigenen Bedarfsanforderungen sowie zur Integration mit anderen Systemen bietet.

Die Firma „ForexInnovation“ bietet dabei sein Expert-Advisor ausschließlich online unter dem Namen „Wallbreaker“ per Jahreslinzenz (499 €) oder wahlweise zur monatlichen Miete (49 €) an und verspricht unter anderem eine schnelle Inbetriebnahme, Kapitalschutz und eine Rendite von angeblich nur 1 % Risiko pro Trade. Weniger bekannt und mit einmalig 99 $ (60 Tage Rückgabegarantie) absolvierte der „Forex Growth Bot Expert Advisor“ mehrere unabhängige Tests mit Bravour. Dem EA für die MetaTrader Plattform wurde einem ausgezeichneten „Spürsinn“ für Schwankungen im Markt nachgesagt, die er in mehreren Stufen angeht.

Trotz dieser und vieler anderer EAs sind für den Daytrader nicht nur Grundkenntnisse, sondern auch und vor allem die ständige Beobachtung des Marktes erforderlich. Der heutige typische Daytrader verfolgt das weltweite Geschehen dank Onlineverbindung am heimischen PC – und zwar in kostenpflichtigen Realtime-Kursen, denn frei zugängliche Börsendaten gelangen oftmals nur mit etwa 15-minütiger Verspätung an den „normalen“ Anleger. Um die scheinbar endlosen Faktoren einigermaßen im Blick zu behalten, benötigt der Trader zudem viel Zeit, um Erfahrungen zu sammeln. Dafür bieten namhafte Anbieter spezielle Lernprogramme für das Daytrading an, mit denen es sich risikolos üben lässt.

Daytrading lernen – Tipps & Tricks

[sws[sws_green_box box_size="630"]>Auch der „Steadywinner Expert Advisor“ geht vorsichtig ans Werk und nutzt kleinstmögliche Versuchstrades vor Trades mit größeren Positionen. Hervorgehoben wird hier die Gewinnabsicherung durch TS. Der Anschaffungspreis dieses EA’s liegt im zweistelligen Eurobereich, mind. 1000 Euro Tradingkapital sind allerdings Voraussetzung für den Betrieb. [/sws_gr[/sws_green_box]Ein dem Anfänger oft unbekannter Marktteilnehmer ist der „MarketMaker„, der an der Börse die Preisfindung von Wertpapieren ermöglicht. Dazu fragt dieser den Geldkurs und bietet den Briefkurs an; die bestehende Marge ist dabei sein Gewinn. Durch die in Deutschland bestehende starke Konkurrenz unter den MarketMakern sind Nachteile für den privaten Anleger kaum zu befürchten. Die durch sie festgelegten Preise können als realistisch betrachtet werden, die Bonität der MarketMaker steht selten außer Frage, während für die Transaktionen ein marktgerechter Kurs entsteht. Dennoch gibt es einige nachvollziehbare Kritiken, da MarketMakern in bestimmten Genzen ihre eigenen Kurse gestalten können. Daher besser zu einem Anbieter, der die Abbildung der realen Börsenkurse garantieren kann.

Fazit

Der Ansturm auf das Daytrading – zurzeit vor allem im liquiden Süddeutschland zu beobachten – ist nicht nur eine Modeerscheinung, sondern begründet sich in einer innovativen und Erfolg versprechenden Anlageform.

Unter Berücksichtigung der genannten Vor- und Nachteile des Daytradings muss der Anleger allerdings seine eigene Risikobereitschaft als Kriterium für dessen Einstieg in das spekulative Geschehen setzen. Auf jeden Fall ist eine hohe Selbstdisziplin sowie Einsatz mit echtem Fingerspitzengefühl gefordert.

Wer diese Bedingungen erfüllt, kann seine Investition tatsächlich in sehr kurzer Zeit vielfach multiplizieren. Studien belegen jedoch, dass 80 Prozent aller Neueinsteiger im Laufe eines Jahres dem Daytrading enttäuscht oder bankrott (oder beides) wieder den Rücken kehren. Wenn man sich für die Börse interessiert, 500 oder 1000 Euro „Spielgeld“ übrig hat und bereit ist nochmal eine Menge zu lernen, für den kann das Daytrading eine echte Alternative zu anderen Hobbys – später vielleicht sogar zum eigenen Beruf sein.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Marc Dietrich
Mitte-Links: ©panthermedia.net Cathy Yeulet

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