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Kolumne

Das Walberla – der Hausberg der Franken

Von: Eranie Funderburk

Mitten im Süßkirschenanbaugebiet der Fränkischen Schweiz, ganz in der Nähe von Bayreuth, Bamberg und Nürnberg findet man ein Bergmassiv mit dem Namen Ehrenbürg, das von den Einheimischen liebevoll das Walberla genannt wird. Neben einem herrlichen Blick ins Tal, kann man hier wandern, Fahrrad fahren, Fossilien sammeln, klettern oder Drachen fliegen. Im Mai feiern die Einheimischen das Walberla-Fest.

Geschichte des „Walberla“

Blick vom Rodenstein aufs Walberla – Foto: Alma

Die Ehrenbürg wurde bereits in der Jungsteinzeit von Menschen besiedelt. Noch heute kann man keltische Befestigungsanlagen sehen, die etwa 500 v. Chr. erbaut wurden. Das Walberla selbst besteht aus dem 532 Meter hohen Rodenstein und dem 512 Meter hohen Walberla (nicht verwirren lassen, der Franke sagt auch zum gesamten Berg Walberla). Direkt auf der Ehrenbürg befindet sich eine Kapelle. Diese soll der Sage nach von der Heiligen Walburga gebaut worden sein, denn die Hexen haben hier ihr Unwesen getrieben. Vor allem zur Walpurgisnacht feierten die Hexen Orgien zu Ehren der Dämonen. Mittlerweile weiß man, dass es sich um einen der bedeutendsten frühgeschichtlichen Kultplätze in Franken handelte. Schriftliche Nachweise zur ersten Kapelle auf dem Berg stammen aus dem Jahre 1350. Das jetzige Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Die Heilige Walburga und das Walberla-Fest

Die Walburgis-Kapelle – Foto: Kaeptn00

Den Namen Walberla hat die Ehrenbürg der Heiligen Walburga zu verdanken. 710 wurde die Heilige Walburga in Südengland geboren. Ihre Brüder zogen Mitte des 8. Jahrhunderts mit ihrer Schwester nach Deutschland. 761 lebte sie in Heidenheim und arbeitete dort als Äbtissin in einem Benediktinerkloster. 779 oder 780 starb die Missionarin und wurde am 1. Mai 870 heilig gesprochen. Sie trug maßgeblich zur Christianisierung der fränkischen Bevölkerung bei. Ihr zur Ehren findet jedes Jahr am ersten Maiwochenende das Walberla-Fest statt. In vorchristlicher Zeit wurde zu Ehren des Gottes Wodan gefeiert. Das heidnische Opferfest wandelte sich später zum Walberla-Fest.

Gefeiert wird auf der Senke zwischen dem Walberla und dem südlichen Rodenstein. Neben den Feierlichkeiten findet ein Gottesdienst in der Walburgiskapelle statt. Das Walberla-Fest ist eines der ältesten Frühlingsfeste Frankens. Wie auf jeder Kirchweih findet man hier Stände mit Essen, Getränken und anderen Aktionen. Zu Ehren der Heiligen Walburga wurde am 01. Mai 2000 eine Bronzestatue vor der Walburgis-Kapelle aufgestellt.

Die Aussichts- und Freizeitmöglichkeiten auf dem Walberla

Die herrliche Landschaft lädt zum Verweilen ein – Foto: Kaeptn00

Die Ehrenbürg wird auch der Hausberg der Franken genannt. Von hier aus kann man hier nicht nur einen atemberaubenden Ausblick ins Wiesent-, Regnitz- und Ehrenbachtal, sondern auch in den naheliegenden Wirtshäusern fränkische Spezialitäten genießen. Insgesamt stehen 18 fränkische Dörfer zur Wahl. Wer in dieser Region Urlaub macht, kann in kürzester Zeit auch die Städte Nürnberg, Bamberg, Forchheim, Erlangen oder Bayreuth besuchen. Zahlreiche Rad- und Wanderwege rund um das Walberla laden Besucher ein, den Berg zu Fuß oder auf dem Drahtesel zu erkunden. Fossiliensammler und Drachenflieger kommen hier auch voll auf ihre Kosten. Kletterer dürfen ihrem Hobby am Rodenstein nachgehen. Auf dem Walberla selbst besteht im übrigen seit 1991 ein absolutes Kletterverbot.

Naturliebhaber werden sich über die vielen seltenen Pflanzen freuen, denn nachdem der gesamte Berg zum Naturpark Fränkische Schweiz gehört und damit unter Naturschutz gestellt ist, können die Pflanzen hier wunderbar gedeihen. Besonders schön ist es, wenn man während der Blütezeit der Süßkirschen kommt. Das Gebiet um die Ehrenbürg zählt zum größten Süßkirschenanbaugebiet Deutschlands bzw Europas. Das Tal wird während der Blüte in ein duftendes Blütenmeer verwandelt. Von den Kirschen kann man nach der Ernte naschen oder sich einen leckeren Schnaps oder Likör schmecken lassen, die in Brennereien hergestellt werden.

Wie findet man den Weg zum „Walberla“

Mit dem Auto fährt man nach Schlaifhausen oder nach Kirchehrenbach, parkt dort und wandert dann zu Fuß weiter. Mit der Regionalbahn geht es nach Kirchehrenbach und dann zu Fuß weiter. Per Fahrrad fährt man über den „Radrundweg FO9“  oder über den „Fränkische Schweiz Radweg“. Wanderer sollten den Walberla-Rundweg  wählen oder eines der vielen anderen Wanderwege, die in Kirchehrenbach oder Schlaifhausen beginnen.

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