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Kolumne

Das Schloss Fantaisie – italienisch inspiriert, unheimlich verfälscht

Von: Sebastian Herbst

Ich weiß, Bayreuth ist voll von kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten – dennoch kann ich es mir nicht nehmen lassen, noch das Schloss Fantaisie vorzustellen, vielleicht gerade deshalb, weil es aufgrund seines Standorts in Eckersdorf-Donndorf fünf Kilometer westlich von Bayreuth zu den etwas unbekannteren Bauwerken der Richard-Wagner-Stadt gehört.

Schloss Fantaisie unweit von Bayreuth – Foto: J. Lunau

Mit dem Bau des Schlosses Fantaisie wurde jedenfalls im Jahre 1761 begonnen, als das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth die auf einer Italienreise gesammelten Eindrücke in einer Sommerresidenz verwirklichen wollten. Keiner von beiden erlebte jedoch mehr die Fertigstellung des damals noch namenlosen Schlosses, weshalb ab 1763 die Markgrafentochter Prinzessin Friederike die Leitung des Baus übernahm und dem zwei Jahre später fertiggestellten Bauwerk dem Namen „Schloss Fantaisie“ gab, der bis heute unverändert blieb.

Unverändert blieb bis auf den Namen leider wenig, denn aufgrund zahlreicherer Umbauten veränderte sich die Anlage im Laufe der Zeit stark. So vermischen sich Romantik, Empfindsamkeit und Historismus im Schlosspark zu einem beinahe schon lustig anmutenden Einerlei, wäre da nicht die Trauer über die starke Verfälschung des Bauwerks. Mittlerweile bemüht man sich jedoch, vor allem den stark betroffenen Park wieder in den ursprünglichen Zustand zur Zeit der Fertigstellung zurückzuversetzen. Ob dies vollends gelingen mag bleibt zwar fraglich, mit dem Anbau von Weinstöcken auf den Südterrassen, der Neuanlage des Labyrinths und einigen anderen Schritten befindet man sich jedoch zumindest auf einem guten Weg.

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