Kolumne

Das Luisenburg-Felsenlabyrinth, ein Spaß für Groß und Klein

Von: Sebastian Herbst

Das Luisenburg-Felsenlabyrinth ist mit seinen Ausmaßen von mehreren hundert Metern, die geprägt sind von Respekt einflößenden Granitblöcken, ein erstaunliches Naturspektakel. Kein Wunder also, dass man sich in früherer Zeit gerne die wildesten Gedanken um die Entstehung des wissenschaftlich als Felsenmeer bezeichneten Ensembles gemacht hat. Erdbeben, Unwetter, Vulkane und noch weitere katastrophale Naturereignisse sollten demnach das Land gezeichnet haben.

Goethe hat sogar seinen eigenen Felsen erhalten – Foto: Dickbauch

Bereits im Jahre 1785 jedoch stellte ein junger Mann mit einem gewissen Hang zur Natur und zur Forschung fest, dass die Entstehung des heutigen Felsenlabyrinths wohl weitaus unspektakulärer vonstatten ging. Bei diesem jungen Mann handelte es sich um niemand Geringeres als Johann Wolfgang von Goethe, dessen durchaus zahlreiche naturwissenschaftliche Studien aufgrund seiner Popularität als Dichter gerne unerwähnt bleiben.

Von dieser Entdeckung unbeeinflusst, machte man sich ab 1790 daran, insbesondere auf den nachdrücklichen Hinweis der Gesellschaft zur Aufklärung vaterländischer Geschichte, Sitte und Rechte, das Gebiet als Landschaftsgarten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Knapp zehn Jahres später wurde diese erste Ausbauphase schließlich beendet und das heutige Luisenburg-Felsenlabyrinth entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugsziel, auch für Adlige, die besonders den Reiz genossen, die Natur, in für diesen Stand äußerst unüblichen Körperhaltungen wie dem Kriechen, zu erkunden, was aufgrund einiger tiefer Stellen im Labyrinth nötig war.

Von diesem Andrang überrumpelt, folgte in den Jahren 1811 bis 1815 eine weitere Ausbauphase, die das Luisenburg-Felsenlabyrinth größtenteils so veränderte, wie wir es auch heute noch vorfinden. Die Stadtverwaltung Wunsiedel, die es mittlerweile betreut, veranschlagt für den Eintritt 4,00 €, ermäßigt werden nur 1,50 €. Ein wirklich nicht übertriebender Preis für ein durchaus eineinhalb Stunden dauerndes Naturerlebnis.

Kommentar hinterlassen