Kolumne

Das Dirndl – wirklich so bayerisch, wie man glaubt?

Von: Holger Schossig

Welche Begriffe bringen Sie mit Bayern in Verbindung? Wenn ich Sie das fragen würde, dann würden Sie mit Sicherheit Oktoberfest, Alpen, Tracht, Biergarten, Weißwurst und sicherlich auch das Dirndl nennen. Daran gibt es auch erst mal nichts auszusetzen. Allerdings ist nicht alles so bayerisch, wie es scheint. Das Dirndl zum Beispiel wurde nicht etwa in Bayern erfunden oder hatte hier seinen Ursprung. Auch hat es nichts mit einer Tracht zu tun, wenn man es ganz genau nimmt. Ja wie, was? Alles falsch? Nein, natürlich nicht – aber vielleicht ein bisschen anders.

Fesch und bayerisch, oder? Das Dirndl – Foto: Nemoralis

Um zu klären, woher das Dirndl ursprünglich kommt, muss man erst mal klären, was der Name bedeutet. Dirndl leitet sich von der Dirn ab. Dirn ist die hochdeutsche Bezeichnung für ein junges Mädchen. Aha, nix bayerisch also, sondern hochdeutsch. Und um dem Ganzen noch eins oben drauf zu setzten: Sogar im Niederdeutschen gibt es den Begriff, da heißt er dann allerdings Deern. Gemeint ist aber immer dasselbe. Ach ja, bitte nicht mit Dirne verwechseln, das ist etwas anderes ;-)

In Bayern meinte man mit Dirn nicht nur ein junges Mädchen, sondern in der Regel eine junge Magd. Also eine junge Frau, die sich um die Landwirtschaft gekümmert hat. Und das, was die Mägde früher zur Arbeit trugen, nannte man Dirndlgwand, oder kurz Dirndl. Damit ist auch klar, dass ein Dirndl keine Tracht ist. Zwar wurden Dirndl durch regionale Trachten geprägt, eine “echte” Tracht muss aber bestimmte Merkmale aufweisen, aufgrund derer man sie einem Gebiet zuordnen kann.

Dirndl in den unterschiedlichsten Ausführungen – Foto: Florian Schott

So, und nun haben wir den Salat! Nun ist ein Dirndl also gar keine Tracht und nicht mal im Ursprung bayerisch. Lassen wir uns deswegen unsere Traditionen nehmen? Ich würde mal sagen, nein! Die feschen Madli gehen auch weiterhin mit dem Dirndl aufs Oktoberfest oder zu sonst einem bayerischen Volksfest und zeigen, dass das Dirndl zu Bayern gehört, wie auch das Weißbier und die Lederhose. Und wenn Sie jetzt auch gerne so ein Dirndl hätten, sich aber schwer tun, eines zu finden, dann hab ich einen Tipp für Sie: Schauen Sie mal online im Dirndl Shop vorbei, dort finden Sie mit Sicherheit das passende Dirndl für sich.

Ob auffällige Dirndl, dezente Dirndl, bunte Dirndl, lange Dirndl oder kurze Dirndl bei dirndlshop.org  wird jede Dirn das passende Gwand finden. Und wenn Sie es dann zuhause haben, dann machen´s ein schönes Foto und schicken es uns, um allen zu zeigen, wie schön die “bayerischen Madli” ausschauen.


3 Kommentare zu Das Dirndl – wirklich so bayerisch, wie man glaubt?

  1. Super Blog – gefällt mir sehr gut, wenn unser schönes Bayernland so liebevoll präsentiert wird. Ich habe noch einen Tipp. Ich habe kürzlich eine App entdeckt, bei dem das bayrische Herz aufgeht. “Bayrisch mit Herz” – ob man die wirklich braucht, ist die Frage. Aber mir bereitet sie sehr viel Freude. Habe viele Kollegen aus dem Norden und da kommt das immer gut an, den Saupreißen a paar neue Wörter beizubringen….Echt fun.
    https://play.google.com/store/apps/details?id=org.languagesmobile.bavarian.tedesco

  2. Servus,
    erwähnenswert ist auch die “Schleifenregel”: ob sie links oder rechts getragen wird und was sie über das Madl aussagt. Hier ein Beitrag => http://www.bavarian-style.de/braeuche/das-dirndl/

    Übrigens: top Dirndl findets ihr auch auf http://www.topdirndl.de

  3. Toller Artikel, danke dafür! Wird auch echt Zeit, dassma wieder aufd Wiesn keman :)

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