Kolumne

China zu Gast in der Oberpfalz – Der Chinesische Turm in Donaustauf

Von: Anja Bergler

Im Städtchen Donaustauf im Landkreis Regensburg befindet sich, unweit der Walhalla, der einzige chinesische Holzturm, der in der Oberpfalz noch erhalten ist. Aufgebaut wurde er im Fürstengarten, als ihn im 19. Jahrhundert Abenteurer von ihren Reisen aus Fernost mitbrachten. Sie wollten ein Stückchen chinesische Kultur nach Europa bzw. nach Bayern bringen.

China hält Einzug in Europa

Der Chinesische Turm in Donaustauf

Früher galt es als schicklich zumindest ein kleines Stückchen China zu besitzen, und sei es nur Porzellan und dergleichen. Derjenige, der es sich leisten konnte, baute sich eben einen chinesischen Turm in den Garten. So kam auch Fürst Alexander von Thurn und Taxis im Jahr 1842 in den Genuss eines Turms.

Grund für die Erstellung war die Eröffnung der Walhalla. Der damalige König Ludwig I. lud zahlreiche Gäste zu dieser Eröffnung ein und lies seinen Verwandten Fürst Alexander daraufhin den Schlossgarten und das Schloss in Donaustauf umgestalten. Der Chinesische Turm sollte ein kleines bisschen Internationalität darstellen und die Gäste aus fernen Ländern sollten sich wohlfühlen.

Der Chinesische Turm blieb vom Feuer verschont

1880 fiel das Schloss in Donaustauf einem Brand zum Opfer. Es wurde auch nicht mehr aufgebaut. Verschont blieb nur der Chinesische Turm, der anschließend im Jahr 1902 in die Sommerresidenz der Fürstenfamilie Thurn & Taxis nach Prüfening umgesiedelt und dort wieder aufgebaut wurde. Hier wurde er von der Familie noch bis zum Ende des 2. Weltkriegs als Musik- und Teepavillon genutzt.

Von Prüfening aus wieder an den alten Standort zurück

Ihn hat Donaustauf den Chinesischen Turm zu verdanken: Karl Alexander von Thurn und Taxis

Erst viele Jahre später, im Jahr 1999, wurde der Turm in Prüfening wieder abgebaut und an seinen ursprünglichen Platz nach Donaustauf gebracht. Dem gingen jahrelange Planungen und die Suche nach Möglichkeiten der Umsetzung voraus. Es wurde beim Aufbau darauf geachtet, dass sämtliche Denkmalgrundsätze beachtet wurden. Natürlich wurden beim Aufbau auch alle notwendigen Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt. Die Einweihung fand im September 1999 statt.

Der Turm soll ein Ort der Begegnung sein

Inzwischen finden im Turm regelmäßige Veranstaltungen statt. Er sollte nicht als Denkmal allein erhalten werden, sondern auch weiteren Nutzungsmöglichkeiten zugeführt werden. Betreut und unterhalten wird das Baudenkmal vom Heimat- und Fremdenverkehrsverein Donaustauf. Die Turmsaison startet jeweils im Mai und endet im Oktober.

Ob heimatliche Ausstellungen, Führungen für Gruppen oder Schulklassen oder gesellschaftliche Veranstaltungen – der Schlossgarten in Donaustauf hat sich zu einem wunderschönen Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt.

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