Kolumne

Burgsinn – von Festungen und (Zu)Flüssen

Von: Sebastian Herbst

Burgsinn, das klingt nach einem reichlich komischen Namen für einen Ort. Tatsächlich existiert er aber, und zwar im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Uns hier ist er sogar Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Burgsinn.

Die Burg in Burgsinn kam erst später, romantisch seit eh und je – Foto: Willy Horsch

Der Name wird einleuchtender, wenn man die Silbe „Burg“, die lediglich auf einen Festungsbau verweist, weglässt und sich den Rest betrachtet, „Sinn“. Das ist nämlich dann schon eher der Ausgangspunkt, der auf die Sinn, einem Zufluss der Fränkischen Saale, verweist und nach dem weitere Orte wie zum Beispiel Mittel- oder Obersinn benannt sind. Auch Burgsinn wurde 812 und 1001 zunächst nur als Ort geführt, als Sinngau oder Sinna, erst 1303 war von einer Burg die Rede. 1334 wurde schließlich das Marktrecht verliehen.

Damals Grenzfestung – heute Altersruhesitz? Möchte man fast meinen. Denn mittlerweile ist es sehr ruhig um Burgsinn geworden. Etwas mehr als 2.500 Einwohner beleben den Ort, nicht einmal ein Viertel arbeitet in Burgsinn. Wirtschaftlich ist man hier also alles andere als gut besetzt. Doch das ist vielleicht ganz gut, denn nur so kann man wirklich entspannt und abseits des ganzen Stresses die Ruhe genießen.

Und die Burgen und Schlösser besichtigen, allen voran natürlich die „Urburg“, auch Altes Schloss genannt, die selbst auf den gefühllosesten Menschen noch romantisch wirkt. Eingebettet im Wasser, dicht umwuchert von wild wachsendem Sträuchern und Bäumen, die im Herbst ein herrliches Farbspektakel geben – einige Enten quaken vergnügt. Es ist, als ob die Zeit stehen bleibt, wenn man um und im Alten Schloss ein wenig spazieren geht.

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