Kolumne

Burg Dagestein – Baukunst aus dem 12. Jahrhundert

Von: Anja Bergler

Ein weiteres Schmuckstück der zahlreichen Oberpfälzer Burgen ist die Burg Dagestein aus dem 12. Jahrhundert. Erbaut wurde sie aus heimischem Sandstein und Kalkstein, wurde erstmalig im Jahr 1190 urkundlich erwähnt und gehörte zum Besitz des Bamberger Hochstifts.

Somit zählt sie zu den ältesten Burgen in der Oberpfalz. Es wird vermutet, dass bereits um 930 die ersten Grundsteine gelegt wurden. Sie wurde in erster Linie erbaut und erweitert, um sich vor den Angriffen der Slawen zu erwehren.

Der Burgturm diente als Gefängnis und Getreidespeicher

Ein Besuch der Burg Dagestein lohnt sich – Foto: Stadt Vilseck

Mitte des 16. Jahrhunderts musste die Burg zahlreiche Plünderungen und Eroberungen vor allem durch die Hussiten über sich ergehen lassen und wurde dabei schwer in Mitleidenschaft gezogen. Daraufhin wurden Teile der Burg umgebaut. Unter dem Turm beispielsweise errichtete man das sogenannte „Bärenloch“, in das man Verbrecher und Kriminelle einsperren konnte. Nicht nur als Gefängnis, auch als Getreidespeicher wurden Teile der Burg genutzt. Umfangreiche Ausbaumaßnahmen und die Erstellung von Neubauten erfolgten Anfang des 18. Jahrhunderts. Auch der Bergfried wurde sicherer gestaltet.

Eine Kapelle im romanischen Stil

Im Zehentkasten kann gefeiert werden – Foto: Stadt Vilseck

Gerade der Bergfried ist für Besucher interessant. So kann man dort neben dem Portal der Kapelle die Torhalle im romanischen Stil mit ihrem Kreuzgratgewölbe bestaunen. Ebenso sind die Secco-Malereien in der Oberkapelle sehenswert.

Die Burg bietet Platz für Veranstaltungen aller Art

Im Jahr 2001 wurde die Burg nochmals umfassend saniert. Dabei wurde auch für die Besucher eine Aussichtsplattform geschaffen, die einen wunderschöne Aussicht ermöglicht. Man nutzt derzeit die Burg Dagestein für die unterschiedlichsten Veranstaltungen im Bereich Kunst und Musik. Allerdings kann der Zehentkasten auch für Tagungen, Hochzeiten oder Geburtstage gebucht werden.

Vilseck ist eine Reise wert

Die Burg Dagestein im Winter – Foto: Stadt Vilseck

Die Burg Dagestein befindet sich zwischen Grafenwöhr und Freihung, nicht weit von Amberg entfernt. Die Zufahrt zum Gelände ist sehr gut ausgeschildert. Sie kann tagsüber jederzeit im Bereich des Innenhofs besichtigt werden. Nur der Bergfried bildet für Besichtigungen eine Ausnahme. Hier gelten die Öffnungszeiten an den Wochenenden zwischen 14 und 17 Uhr von April bis September.

Unter der Woche empfiehlt es sich bei der Tourist-Information nachzufragen, ob eine Gruppen-Besichtigung eventuell möglich wäre. Diese ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses erreichbar.

Die Eintrittspreise sind gestaffelt. So bezahlen derzeit Erwachsene 2,00 Euro. Kinder bis 16 Jahre müssen 0,50 Euro bezahlen, Kinder bis zum Alter von sechs Jahren haben freien Eintritt. Wer ein Anrecht auf eine Ermäßigung hat, der kann für 1,50 Euro die alten Gemäuer besuchen. Man kann allerdings auch die Familienkarte nutzen. Für insgesamt 8,00 Euro erhalten zwei Erwachsene und deren eigene Kinder die Möglichkeit, mit der sogenannten Türmerkarte den Burgturm und auch das Türmermuseum zu besuchen.

Kleiner Tipp am Rande:

Auch die wunderschöne Altstadt von Vilseck hat einiges zu bieten. So sind der Pflegerhof und auch das Axtheider Schlössl absolut sehenswert.

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